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Aktuelles >> Presse/Berichte >> Generallandesarchiv Karlsruhe erwirbt verschollen geglaubtes Manuskript Jacob Burckhardts

Generallandesarchiv Karlsruhe erwirbt verschollen geglaubtes Manuskript Jacob Burckhardts

Eine "kleine kulturgeschichtliche Sensation" zum Stadtgeburtstag

20.2.2015

Manuskript Jacob Burckhardts 1880
Nach drei Tagen Arbeit "wie ein Ross" lag das Gutachten Burckhardts 1880 vor

Im Jahr 1880 erstellte der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt auf Bitten von Großherzog Friedrich I. ein Gutachten über die Gemäldesammlung in der Großherzoglichen Galerie, der heutigen Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Briefe des renommierten Professors aus Basel berichten über seinen Aufenthalt in der Residenz, auch sind in der Forschung die Notizen des Historikers und eine knappe Zusammenfassung seiner Beobachtungen längst bekannt und publiziert; das eigentliche Gutachten galt aber bislang als verschollen.


Es war daher ein aufsehenerregendes Ereignis, als in den letzten Monaten auf dem Antiquariatsmarkt eine Handschrift Jacob Burckhardts angeboten wurde, die schnell als eben dieses Gutachten identifiziert werden konnte. In enger Abstimmung mit der Staatlichen Kunsthalle gelang es dem Landesarchiv Baden-Württemberg, diese Handschrift für das Generallandesarchiv Karlsruhe zu erwerben. Der Förderverein des Generallandesarchivs und die Kulturstiftung der Sparkasse Karlsruhe stellten zusammen mit dem Land Baden-Württemberg die erforderlichen Mittel für den Kauf zur Verfügung.

"Eine kleine kulturgeschichtliche Sensation" übergeben die beiden Stifter Dr. Reiner Haehling von Lanzenauer und Michael Huber dem Leiter des Generallandesarchivs, Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann
Eine "kleine kulturgeschichtliche Sensation" übergeben die beiden Stifter Dr. Reiner Haehling von Lanzenauer und Michael Huber dem Leiter des Generallandesarchivs, Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann

Die Stifter Dr. Reiner Haehling von Lanzenauer und Michael Huber, Vorstandsvorsitzender der Sparkassen-Kulturstiftung, übergaben das fünfzigseitige Gutachten Jacob Burckhardts an das Generallandesarchiv. Huber bezeichnete den Erwerb als ein Geschenk der Sparkassen-Kulturstiftung zum Stadtjubiläum und erinnerte daran, dass der bedeutende Wissenschaftler Burckhardt den Tausend-Franken-Geldschein ziere.

Der Leiter des Generallandesarchivs, Prof. Dr. Wolfgang Zimmermann, nannte das Manuskript einen "Mosaikstein in der größeren Überlieferung" des Hauses. Denn das Gutachten passe genau in das Dokumentationsprofil des Archivs. Das Generallandesarchiv als historisches Gedächtnis Badens verwahre die Überlieferung des Landes und seiner Institutionen wie der Staatlichen Kunsthalle.


Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe übergab zeitgleich ihre Unterlagen Jacob Burckhardts an das Generallandesarchiv. Damit seien wichtige Quellen zur Geschichte der 1846 eröffneten Kunsthalle für die Nachwelt gesichert, betonte Dr. Holger Jacob-Friesen, der Leiter der dortigen Abteilung Wissenschaft. In seinem Gutachten habe Burckhardt 760 Gemälde der Kunsthalle innerhalb von drei Tagen, in denen er "wie ein Ross" gearbeitet habe, eigenhändig erfasst und beschrieben. Der dankbare Großherzog habe dem europaweit renommierten Wissenschaftler dafür eine Mappe mit dreißig Kohledrucken der Karlsruher Bilder geschenkt.

Beide Dokumente unterstreichen die kulturelle Bedeutung der badischen Residenzstadt Karlsruhe im späten 19. Jahrhundert, hob Zimmermann hervor, indem Großherzog Friedrich I. in Jacob Burckhardt eine der Geistesgrößen seiner Zeit dafür gewinnen konnte, eine Expertise über die Gemäldesammlung zu erstellen.