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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Archivale des Monats November 2014

Archivale des Monats November 2014

Ahnenprobe HZAN GA 90 Nr. 546
Ahnenprobe von Graf Albrecht Wolfgang von Hohenlohe-Langenburg

Die Zeit des Barock – vom 17. bis ins 18. Jahrhundert – war überschattet von nicht enden wollenden Kriegen, Not, Elend und vielfachem Tod. Kein Wunder also, dass in der zeitgenössischen Kultur neben dem Bedürfnis nach Freude am Leben (carpe diem) die Gedanken der vanitas (Eitelkeit, Vergänglichkeit) und des memento mori (bedenke, dass du sterben wirst) eine große, fast beherrschende Rolle spielten.

Seit dem ausgehenden Mittelalter war es im Adel üblich geworden, die Vornehmheit der Herkunft in heraldisch gestalteten, mithin farbenprächtigen Ahnentafeln sichtbar zu machen und damit bei verschiedenen Gelegenheiten zu renommieren. Um in hochmögende Dom- und Stiftskapitel oder in einen Ritterorden aufgenommen zu werden, war die Vorlage derartiger wappengeschmückter Ahnenproben (Aufschwörungen) mit zunächst acht, dann sechzehn und schließlich sogar 32 adligen Ahnen unerlässlich. Die Kunst trieb diesbezüglich bemerkenswerte Blüten.

So findet sich in der mehr als dreitausend Nummern zählenden Sammlung von Leichenpredigten des Hohenlohe-Zentralarchivs in Neuenstein eine gedruckte, großformatige Ahnenprobe zu 32 Ahnen für den am 17. April 1715 in seinem 66. Lebensjahr verstorbenen Grafen Albrecht Wolfgang von Hohenlohe-Langenburg. Um der Mit- und Nachwelt den allgegenwärtigen Tod und die Vergänglichkeit alles Irdischen recht drastisch vor Augen zu führen, zitiert diese düstere Ahnenprobe nicht allein Hiob – die Verwesung heiße ich meinen Vatter und die Würme meine Mutter (17,14) –, sondern in typisch barocker Manier zeigt sie auch alle Vorfahren des Grafen statt mit ihren adligen Wappen mit ihren von Würmern umrankten Totenschädeln. Rechts (heraldisch) vom Schädel des Verstorbenen sind die Schädel seiner sechs vor ihm verstorbenen Kinder dargestellt, links mittels blühender Rosen seine ihn überlebenden Kinder, alle hervorgegangen aus Albrecht Wolfgangs Ehe mit Sophie Amalie von Nassau-Saarbrücken († 1736). Am Ende fehlt aber auch nicht die christliche Zuversicht: Gestützt auf Bibelzitate und im Bild veranschaulicht, widerfährt dem Betrachter die tröstliche Verheißung der Auferstehung und es wird ihm ein Blick in das – wiederum ganz barock – als französischer Garten imaginierte Paradies gewährt.

Ein Archivale des Landesarchivs Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein.

HZAN GA 90 Nr. 546