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Recherche & Bestellung >> Rechercheführer >> Heimerziehung >> Gründe der Heimeinweisung oder Familienangehörige

Gründe der Heimeinweisung oder Familienangehörige

Rechercheführer - Heimerziehung Heimeinweisung

Dieser Rechercheführer möchte Sie bei der Recherche nach Unterlagen und Akten anleiten, in denen Sie Informationen über Gründe der Heimeinweisung oder Informationen über Eltern oder Geschwister finden können. Das sind Akten einerseits des beteiligten Jugendamtes und andererseits des damals zuständigen Amtsgerichtes oder Notariats. Beide Seiten waren an der Einweisung in ein Kinderheim beteiligt. Das Jugendamt übernahm die Amtsvormundschaft über ein Kind, das Amtsgericht oder Notariat entschied über den „Entzug der elterlichen Gewalt“, über die Fürsorgeerziehung oder die Vormundschaft.

Informationen dieser Art können Sie möglicherweise auch über die in den Kinderheimen angelegten „Heimakten“ ermitteln. Nutzen Sie hierfür den Rechercheführer Heimakten zu einer Person.

Welche Informationen benötigen Sie, bevor Sie mit der Recherche beginnen?

Für die Suche nach einer Jugendamts- oder einer Amtsgerichtsakte benötigen Sie folgende Informationen:

Sie können sowohl für sich selbst, als auch für eine andere Person recherchieren. Lebt die jeweilige Person noch, benötigen Sie deren schriftliche Zustimmungserklärung, um die Unterlagen einsehen zu dürfen.

Welches Jugendamt oder Amtsgericht war für die Heimeinweisung zuständig?

Über den Wohnort der gesuchten Person bzw. deren Eltern können Sie das Jugendamt und das Amtsgericht identifizieren, das für die Heimeinweisung zuständig war. Bei einer Heimeinweisung in ein Säuglingsheim direkt nach der Geburt ist dies in der Regel das Jugendamt bzw. Amtsgericht, das für den Geburtsort zuständig war. Nur in Ausnahmefällen, z. B. bei häufigem Umzug oder bei einer zwischenzeitlichen Rückkehr ins Elternhaus, wechselte das zuständige Jugendamt.

Bitte beachten Sie: Verfügte eine Kommune über kein eigenes Jugendamt, war jeweils das Jugendamt des Landkreises zuständig. Da in Baden-Württemberg zum 1. Januar 1973 eine Kreisreform durchgeführt wurde, haben sich inzwischen jedoch auch die Landkreisgrenzen verschoben. Wenn Sie wissen möchten, in welchem Landkreis der alte Landkreis nach der Reform aufgegangen ist, wenden Sie sich am besten an die jeweilige Ortsverwaltung.

Um herauszufinden, in welchem Amtsgerichtsbezirk der gesuchte Ort liegt, hilft Ihnen z. B. die Webseite www.zuständiges-gericht.de.

Was können Jugendamtsakten aussagen?

Die Akten, die bei einem Jugendamt über ein Kind geführt wurden, enthalten in der Regel den vollständigen Lebenslauf des Kindes seit Beginn der amtlichen Zuständigkeit sowie die Korrespondenz des Jugendamts mit den Erziehungseinrichtungen. Abschriften der Entwicklungsberichte der Kinder in Kinderheimen wurden ebenfalls zu den Akten gegeben. Dazu kommen internes Verwaltungsschriftgut, Rechnungen und Aktenvermerke zu besonderen Vorkommnissen.

Wie können Sie herausfinden, ob es noch eine Jugendamtsakte über die gesuchte Person gibt?

Jugendamtsakten aus vergangenen Jahrzehnten existieren heute nur noch in wenigen Einzelfällen. Jugendamtsakten müssen nach einer bestimmten Frist aus Datenschutzgründen vernichtet werden, sofern das zuständige Archiv sie nicht übernimmt. Die Frist, für die das Jugendamt derartige Akten aufbewahren muss, beträgt in Baden-Württemberg nur zehn Jahre. Dennoch ist es in Einzelfällen möglich, dass die gesuchten Akten noch vorhanden sind, weil ein Jugendamt sie länger als nötigt aufbewahrt hat oder die betreffenden Akten vom zuständigen Stadt- oder Kreisarchiv übernommen wurden.

Größer sind die Chancen bei Akten von Kindern, die adoptiert wurden oder bei denen Amtsvormundschaft bestand. Bei Adoptionen besteht eine Aufbewahrungsfrist von 60 Jahren, bei Amtsvormundschaften beträgt diese Frist 30 Jahre.

Für die Suche nach Ihrer Jugendamtsakte, wenden Sie sich mit einer Anfrage bitte

Die Adressen vieler Stadt- und Kreisarchive finden Sie unter www.archive-bw.de. Sollte das gesuchte Archiv dort nicht zu finden sein, fragen Sie bitte beim jeweiligen Landkreis oder bei der jeweiligen Stadt nach dem Archiv.

In den Abteilungen des Landesarchivs werden keine Akten der kommunalen Jugendämter aufbewahrt.

Hinweis für Betroffene

Beim Lesen von alten Jugendamtsakten stößt man auf damals gebräuchliche, heute aber oft befremdliche Begriffe und Wertungen gegenüber den Heimkindern. Es ist daher zu empfehlen, sich bei der Einsicht in Unterlagen, die die eigene Person betreffen, von einer Vertrauensperson begleiten zu lassen.

Was können Akten der Amtsgerichte oder Notariate aussagen?

Die Vormundschafts-/Fürsorgeerziehungsakten der Amtsgerichte und Notariate enthalten in der Regel grundlegende Informationen über das Kind, das der elterlichen Gewalt entzogen wurde. Es können sich Informationen über die Eltern und über mögliche weitere Geschwister darin befinden. In vielen Fällen wurde über Geschwister, die zusammen in ein Heim kamen, eine gemeinsame Akte geführt. In der Akte enthalten ist auch die Begründung, mit der das Amtsgericht ein Kind den Eltern entzog und der öffentlichen Fürsorge übergab. Oft wird hierbei auch der bisherige Lebenslauf des Kindes kurz dargestellt. Es können außerdem Unterlagen über die Unterhaltsverpflichtung der Eltern oder erbbiologische Gutachten über die Feststellung einer Vaterschaft enthalten sein.

Beispiel für einen Amtsgerichtsbeschluss:

Was Sie in Amtsgerichtsakten meistens nicht finden.

Nicht enthalten sind normalerweise die genauen Daten der Heimunterbringung, da die Heime nur den Jugendämtern und nicht den Amtsgerichten Auskunft über die Unterbringung eines Amtsmündels geben mussten.

Wie können Sie herausfinden, ob es noch eine Amtsgerichtsakte über die gesuchte Person gibt?

Amtsgerichtsakten über Vormundschaften, Fürsorgeerziehung und/oder den „Entzug der elterlichen Gewalt“ werden in der Regel länger aufbewahrt als normale Jugendamtsakten. Dennoch müssen auch Amtsgerichtsakten nach einer bestimmten Frist aus Datenschutzgründen vernichtet werden. In den meisten Fällen beträgt diese Aufbewahrungsfrist 30 Jahre. Dennoch ist es in Einzelfällen möglich, dass Akten in den Amtsgerichten auch länger aufbewahrt werden. Genauso kann es sein, dass die zuständige Abteilung im Landesarchiv Baden-Württemberg die jeweiligen Akten für eine Archivierung ausgewählt und übernommen hat.

Für die Suche nach Ihrer Jugendamtsakte wenden Sie sich mit einer Anfrage daher

Bei Aufbewahrung im Amtsgericht selbst:

Wenden Sie sich hierzu mit einer Anfrage an das betreffende Amtsgericht selbst. Fragen Sie hier am besten schriftlich oder per E-Mail an. Die Anfrage muss Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und eine ungefähre Angabe des Zeitraums enthalten, in dem die Akte entstanden ist. Bei Sorgerechtsstreitigkeiten kann auch die Angabe der Namen der Eltern hilfreich sein. Überprüfen Sie vor der Anfrage auch, ob aus den bei Ihnen vorhandenen Unterlagen möglicherweise ein Aktenzeichen des Amtsgerichts hervorgeht. Die Angabe eines Aktenzeichens kann die Suche beschleunigen. Sie können Ihre Anfrage an die zentrale Poststelle des Amtsgerichts schicken, sie wird dann an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Bei Ablieferung an die zuständige Abteilung im Landesarchiv Baden-Württemberg:

Amtsgerichte haben die Möglichkeit, Akten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist an ein Staatsarchiv zur dauerhaften Verwahrung abzugeben. Die Abgabe erfolgt immer an dasjenige Staatsarchiv, das für den Regierungsbezirk zuständig ist, in dem sich das zuständige Amtsgericht befindet. In Baden-Württemberg sind dies:

Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage bitte direkt an das zuständige Staatsarchiv. Auch hier kann die Angabe eines Aktenzeichens, sofern bekannt, hilfreich sein.

Mit Hilfe des vom Landesarchiv Baden-Württemberg bereitgestellten Inventar Heimerziehung können Sie sich im Vorfeld bereits einen Eindruck verschaffen, ob sich in den Aktengruppen des Staatsarchivs relevante Akten des jeweiligen Amtsgerichts befinden könnten.


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