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Aktuelles >> Ausstellungen >> Pinselstriche in der Todeszone

Pinselstriche in der Todeszone

Württembergische Künstler sehen den Ersten Weltkrieg

Ausstellung im Foyer des Hauptstaatsarchivs

20.2.– 2.5.2014

Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Schlachtenmaler
"Der Schlachtenmaler", Selbstbildnis von Albert Heim. Aquarell und Gouache, um 1916 (Gallery Abbott and Holder, London)

Der Erste Weltkrieg war die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. Er hatte nicht nur weit reichende politische, soziale und kulturelle Folgen, sondern bildet auch eine militärgeschichtliche Zäsur. Die Schreckensvision eines technisierten Krieges wurde in den Jahren zwischen 1914 und 1918 Wirklichkeit.

Die Soldaten waren in den Stellungskämpfen und Materialschlachten dem Grauen einer entfesselten Kriegsmaschinerie ausgesetzt. Zum Teil aus dokumentarischem Interesse, zum Teil aber auch um den Alltag an der Front zu verarbeiten, hielten einige von ihnen das Geschehen mit Pinsel und Zeichenstift fest. In den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart haben sich hunderte von Gemälden und Zeichnungen verschiedener Künstler erhalten. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl aus diesem Fundus: Aquarelle, Temperamalereien, Gouachen und Zeichnungen der drei württembergischen Soldaten Eugen Nanz, Paul Lang-Kurz und Albert Heim.

Bergung eines Soldaten
Soldaten auf dem Weg zum Stellungsbau vor der Bzura (Polen). Bunt- und Fettstiftzeichnung von Eugen Nanz, 1915 (HStAS M 660/501 Nr. 321)

Von Eugen Nanz (1887-1958) sind knapp 500 Kriegsbilder überliefert. Der gelernte Tischler und spätere Assistent des bekannten Professors an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule Bernhard Pankok erlebte den Ersten Weltkrieg als Unteroffizier im württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga Nr. 119. Ab April 1916 arbeitete Nanz als Regimentszeichner. Sein Werk beeindruckt sowohl durch den Einsatz unterschiedlicher Maltechniken als auch durch eine bemerkenswerte thematische und stilistische Vielfalt. Nanz fertigte Bleistift-, Fettstift- und Buntstiftzeichnungen sowie Temperagemälde an. In seinem Nachlass finden sich Portraits, Darstellungen von Kriegslandschaften und in großer Zahl Bilder, die den Alltag der Soldaten und der Zivilbevölkerung in den Frontgebieten dokumentieren.

Soldatenportrait
Soldatenportrait. Pastellkreide- und Bleistiftzeichnung von Paul Lang-Kurz, um 1916/1917 (HStAS M 660/502 Nr. 334)

Paul Lang-Kurz (1877-1937) war seit 1906 Lehrer an der Kunstgewerbeschule Stuttgart, wo er der Textilabteilung vorstand. Ihm oblag die Entwicklung von Entwürfen zu Stickereien, Teppichen und sonstigen Textilien. Für die Innenausstattung des 1913 eröffneten Kunstgebäudes am Stuttgarter Schlossplatz wurde er mit der Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Friedrichsordens ausgezeichnet. Die Bilder aus seinem Nachlass enthalten hauptsächlich Bleistiftzeichnungen aus der Zeit als Gefreiter im württembergischen Gebirgs-Bataillon (1915-1918). Mit seiner Einheit war Lang-Kurz an verschiedenen Frontabschnitten in Frankreich sowie in Rumänien und in Norditalien (12. Isonzo-Schlacht) eingesetzt. Hierbei entstanden vor allem Portraitstudien von Kameraden, aber auch Bilder vom Leben der Soldaten in den Kampfgebieten und in der Etappe.

Theodor von Wundt
Generalleutnant Theodor von Wundt auf einer Wiese liegend, im Hintergrund das Dorf Miraumont in der Picardie. Aquarell und Gouache von Albert Heim, 1915/16 (HSTAS M 660/260 Nr. 4)

Einen ganz und gar ungewohnten Blick auf das Kriegsgeschehen werfen die Aquarelle und Gouachen des gelernten Lithographen Albert Heim (1890-1960). Der gebürtige Esslinger war Zeichner bei der 51. Reserve-Infanterie-Brigade, die seit Herbst 1914 zu Stellungskämpfen im Artois und in der Picardie eingesetzt war. Seine Bilder, die überwiegend in den Jahren 1915/1916 entstanden, überraschen mit einer unbeschwert-persönlichen, ja geradezu schelmischen Note. Mit feinem Sinn für Ironie und Groteske zeichnen sie eine fast ländliche Idylle, dokumentieren humorvoll das kameradschaftliche Miteinander und karikieren das unmittelbare Umfeld des Generalleutnants Theodor von Wundt: beim Kartenspiel, bei "Höhlenfesten", beim Kontakt mit Literaten. Es ist die trügerische Ruhe vor dem Sturm, der im Juli 1916 mit der Somme-Schlacht furchtbare Ausmaße annahm und schließlich mehr als eine Million Menschenleben forderte. Nach Kriegsende besuchte Heim die Stuttgarter Kunstgewerbeschule und machte sich schon bald als selbständiger Gebrauchsgraphiker einen Namen

Soldatenfriedhof
Soldatenfriedhof. Temperamalerei von Eugen Nanz, 1917 (HStAS M 660/501 Nr. 314)

Öffnungszeiten
Mo 9.15-17.00 Uhr
Di, Mi 8.30-17.00 Uhr
Do 8.30-19.00 Uhr
Fr 8.30-16.00 Uhr

Eintritt frei

Öffentliche Führungen
Mittwochs 11.30 Uhr sowie für Gruppen nach Vereinbarung

Begleitprogramm
Samstag, 15. März 2014, ab 19 Uhr: Lange Nacht der Museen

Information und Anmeldung
Landesarchiv Baden-Württemberg
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Konrad-Adenauer-Str. 4
70173 Stuttgart
Telefon: 0711/212-4335
Telefax: 0711/212-4360
E-Mail: hstastuttgart@la-bw.de