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Landeskunde & Bildung >> Präsentationen und Inventare >> Mittelalter und Frühe Neuzeit (bis ca. 1803/06) >> Archivale des Monats Oktober 2011

Archivale des Monats Oktober 2011

Wo ein besonderer Tropfen wächst ...

Weinbau im Taubertal

Satzenberg StAWt-R K 362
Plan des Satzenbergs von Jakob Lohr, 1805 (Staatsarchiv Wertheim im Archivverbund Main-Tauber StAWt-R K 362)

Der Satzenberg ist ein ganz besonderer Weinberg. Er gilt heute als einer der ältesten Weinberge in ganz Deutschland. Im Jahr 1318 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, wurde er aber vermutlich bereits im 8. Jahrhundert angelegt. Heute stellt er die letzte noch bewirtschaftete Terrassen-Steillage im Taubertal dar. Seine Besitzer wechselten im Laufe der Jahrhunderte nur ein paar Mal.
1803 erhielten die Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg durch die Regelungen des Reichsdeputationshauptschlusses unter anderem den Besitz des säkularisierten Zisterzienserklosters Bronnbach und damit auch den Satzenberg zugesprochen. Sie wurden damit für den Verlust ihres linksrheinischen Besitzes entschädigt.
Um einen Überblick über die hinzu gekommenen Besitztümer zu erhalten, wurde der fürstliche Landgeometer Jakob Lohr damit beauftragt, das Land zu vermessen. Lohr kannte den Besitz des Klosters aus seiner Dienstzeit für die Abtei seit 1760. Der neue Herr des Territoriums hatte den klösterlichen Amtmann, der schon vor 1803 vor allem mit Vermessungsarbeiten befasst war, kurzerhand übernommen. Auf dem Plan des Satzenbergs, den Lohr im März 1805 anfertigte, wurde eigens vermerkt, worin die Absicht des neuen Herrn stand, nämlich „um hieraus eine leichte Uibersichte nehmen zu können, ob der zur Bearbeitung angenohmene Beständer seine Schuldigkeit erfüllet und wieviel er für seinen Lohn zu empfangen habe.“ Dieser fiskalischen Notwendigkeit verdanken wir heute die mit viel Sinn für das Detail und Dekorationen versehenen Pläne. Der Galgen zum Beispiel, der rechts oben zu sehen ist, spricht für die Hochgerichtsbarkeit, die das Kloster Bronnbach inne hatte. Er steht übrigens nicht mehr. An dem Wegverlauf hat sich bis heute nichts geändert. Gut zu erkennen ist die Straße zwischen Weinberg und dem Flüsschen Tauber, die von Bronnbach nach Wertheim führt. Auch das Weinbergshäuschen, das der Betrachter in der rechten Bildhälfte findet, steht noch an dieser Stelle. Im Frühjahr 2009 verkaufte das Haus Löwenstein-Wertheim-Rosenberg die Lage an Privatleute, die den dort wachsenden Wein vermarkten.

Ein Archivale aus dem Landesarchiv Baden-Württemberg – Archivverbund Main-Tauber.