
21.10.2010, 19.30 Uhr
Archivverbund Main-Tauber, Vortragssaal
Durch das Hereinströmen von Evakuierten, Heimatvertriebenen und Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich Wertheim von einer Handel und Kleingewerbe treibenden Bürgerstadt zu einer ausgesprochenen Industriestadt entwickelt. Bis 1950 kam es zu einer Verdoppelung der Wertheimer Stadtbevölkerung. Damit stand Wertheim im Vergleich zu den anderen Städten des Landkreises Tauberbischofsheim weit an der Spitze. Während in anderen vergleichbaren Kleinstädten die Bevölkerungszahlen durch die Abwanderung der Flüchtlinge in größere Städte und die Heimkehr der Evakuierten in ihre Heimatstädte bereits längst wieder rückläufig waren, riss in Wertheim der Bevölkerungszustrom noch nicht ab. Ursache dafür war die Schaffung von Arbeitsplätzen durch den erfolgreichen Neustart verlagerter Industriebetriebe, insbesondere der thüringischen Laborglasindustrie. Der Bau der Glashütte in Bestenheid im Jahr 1949 markiert den Beginn dieser dynamischen Industrialisierung Wertheims. Prof. Dr. Peter Kirchner ist seit Oktober 2008 Professor für Geographie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. In seinem fachwissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt Industriegeographie hat er verschiedene Projekte in der Region Heilbronn-Franken, in Südthüringen, Nordostengland und New Mexico durchgeführt. Ferner hat sich der gebürtige Wertheimer als Autor mehrerer Bücher und Aufsätze über die Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken einen Namen gemacht. Eintritt: frei VA: Archivverbund Main-Tauber in Verbindung mit der VHS Wertheim Weitere Informationen erhalten sie beim Staatsarchiv Wertheim Bronnbach 19 D-97877 Wertheim Telefon: 09342/91592-0 Telefax: 09342/91592-30 E-Mail: stawertheim@la-bw.de |