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Aktuelles >> Ausstellungen >> Carmen – letzter Akt

Carmen – letzter Akt

Die Künstlertragödie Sutter – Obrist von 1910 und die Stuttgarter Oper um 1900

Ausstellung von Dr. Georg Günther

8.9.–15.10.2010

Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Anna Sutter in der Titelrolle von "Misé Brun"
Anna Sutter in der Titelrolle von "Misé Brun", Oper von Pierre Maurice um 1908/09 - Quelle: Stadtarchiv Stuttgart, Familiennachlass Sutter

Als am Mittwoch, den 29. Juni 1910, gegen 11 Uhr im Schlafzimmer der Kammersängerin Anna Sutter insgesamt sieben Schüsse fielen, fand eine außergewöhnliche menschliche Tragödie ihr Ende, die auf das Engste mit der Geschichte der Stuttgarter Hofoper verbunden ist. Aus verschmähter Liebe und Eifersucht erschoss der ehemalige Stuttgarter Hofkapellmeister Dr. Aloys Obrist zuerst seine frühere Geliebte, die er zuletzt mit manischer Besessenheit verfolgt hatte. Anschließend richtete er sich selbst mit fünf Schüssen. Die Bluttat erregte im bürgerlichen Stuttgart ungeheures Aufsehen, war Anna Sutter doch die unbestrittene Primadonna des Ensembles und trotz – oder wegen? – ihres freien Lebenswandels der Liebling des Stuttgarter Opernpublikums. Eine ihrer Glanzrollen war die der "Carmen" gewesen; nun teilte die Diva das Schicksal der Opernfigur Georges Bizets im Tod.

Sutter
Anna Sutter als Hanna Glawari in "Die lustige Witwe". Foto: R. Vollmer, Stuttgart, um 1907. Quelle: HStAS Q 3/13 Bü 74

Das Schicksal von Anna Sutter und Aloys Obrist erschüttert noch hundert Jahre nach den dramatischen Ereignissen des 29. Juni 1910. Die Entwicklung des Liebesverhältnisses zwischen den beiden Stuttgarter Musikern zeigt, dass das wahre Leben viel spannender und phantastischer sein kann als jeder gut erdachte Roman. Die Ausstellung erzählt aber nicht nur vom persönlichen Schicksal ihrer beiden Protagonisten, ihren privaten und beruflichen Lebenswegen mit Höhen und Tiefen, ihren Leidenschaften, von Liebe und Hass. Darüber hinaus erfährt man viel über die Musikgeschichte um die Jahrhundertwende, das damalige Opernrepertoire und vor allem den Alltag am Stuttgarter Theater um 1900, in dem sich nicht zuletzt die Frauen diskriminierenden gesellschaftlichen Umstände widerspiegeln.

Hoftheater
Das Stuttgarter Hoftheater um 1900. Quelle: HStAS J 301 b

Die von Dr. Georg Günther wissenschaftlich bearbeitete Ausstellung wurde 2001 vom Staatsarchiv Ludwigsburg und dem Stadtarchiv Stuttgart realisiert. Den Anstoß zu der Präsentation gab die Entdeckung des Familiennachlasses Sutter. Anhand des Nachlasses, der inzwischen im Stadtarchiv Stuttgart verwahrt wird, sowie der reichen Überlieferung zur Stuttgarter Oper im Staatsarchiv Ludwigsburg wird die Geschichte der Anna Sutter und des Stuttgarter Hoftheaters zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebendig. Zur Erinnerung an den hundertsten Jahrestag der Künstlertragödie Sutter – Obrist präsentiert das Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart die Ausstellung.