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Landesarchiv >> Projekte >> Projekt "Wasserzeichen-Informationssystem Deutschland" (WZIS)

Projekt "Wasserzeichen-Informationssystem Deutschland" (WZIS)

Aufbau eines Informationssystems für Wasserzeichen in den DFG-Handschriftenzentren

Wasserzeichen "Lilie - Im Wappenschild - Ohne Beizeichen, Wielawies, 1543"
Wasserzeichen "Lilie - Im Wappenschild - Ohne Beizeichen, Wielawies, 1543"

Das einschließlich Projektverlängerung vom 1.2.2010 bis 31.1.2014 geförderte DFG-Projekt hat den Aufbau eines gemeinsamen Informationssystems für Wasserzeichen und deren Beschreibungen für die DFG-Handschriftenzentren zum Ziel. Die Bestimmung von Wasserzeichen in Papierhandschriften bildet eine wichtige Grundlage in der Handschriftenkunde, Wasserzeichen können Hinweise zu Datierung und Aufbau einer Handschrift liefern. Eine Wasserzeichenexpertise hat aber in weiteren geisteswissenschaftlichen Disziplinen ihren festen Bestandteil, etwa in der Philologie, der Geschichtswissenschaft, der Kunstwissenschaft, der Musikwissenschaft oder der Buchwissenschaft. Auch für Restaurierungsanliegen und den Antiquariatshandel liefert die Untersuchung und Interpretation von Wasserzeichen wichtige Erkenntnisfortschritte. Das System standardisiert den Aufbau und die Verwaltung einer digitalen Wasserzeichensammlung und macht diese über einen zentralen Zugang im Internet für die Wissenschaft nutzbar.

Im Rahmen des Projekts wurde zunächst ein Pflegemodul für die dezentrale Dateneingabe geschaffen, wofür eine bereits bestehende Software der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der "Watermark Toolkit", an die Bedürfnisse der deutschen Handschriftenzentren angepasst wurde. Für die Darstellung der Inhalte im Internet wurde ein Online-Präsentationssystem entwickelt. Dabei konnte auf dem bereits bestehenden Frontend von "Piccard-Online" aufgebaut werden, das mit zusätzlichen Funktionalitäten wie einer Online-Kartographie versehen wurde.

Bildschirmkopie der WZS-Klassifikation
WZS Klassifikation

In das Informationssystem wurden bisher über 10.000 neue Wasserzeichen von der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Universitätsbibliothek Leipzig eingegeben. Diese wurden im Erfassungsmodul erschlossen und mit digitalisierten Bilddaten verknüpft. Um eine homogene Eingabe in das Erfassungsmodul und einheitliche Präsentation im Internet zu erreichen, wurden Richtlinien für die Beschreibung von Wasserzeichen festgelegt, z.B. durch die Definition von Pflichtfeldern in der Erfassungsmaske und die Verwendung einer gemeinsamen hierarchischen Klassifikation.

Neben der Erschließung neuer Wasserzeichen wurden die über 90.000 Datensätze der "Piccard-Online"-Anwendung integriert. Die Einbindung der bislang noch nicht digitalisierten Wasserzeichen der gedruckten Piccard-Bände 3-17 ist ebenfalls vorgesehen. Beide basieren auf der Wasserzeichensammlung Piccard, die weltweit die größte ihrer Art ist.

Bildschirmkopie WZIS GIS
Bildschirmansicht GIS

Zusätzlich zur Präsentation der Daten im Frontend des Informationssystems ist eine Verlinkung auf externe Datenbanken, wie z.B. die Wasserzeichen des Mittelalters oder die Manuscripta Mediaevalia möglich, für welche das Informationssystem als Aggregator fungiert. Das Wasserzeichen-Informationssystem steht den DFG-Handschriftenzentren seit Mitte 2010 zur Verfügung, um selbständig neue digitale Wasserzeichensammlungen anlegen und einpflegen zu können. Die Homepage des Projektes ist www.wasserzeichen-online.de.

Der im April 2012 von der DFG bewilligte Fortsetzungsantrag beinhaltet die Erweiterung um neue Kooperationspartner und Wasserzeichen, sowie technische Neuerungen. Als neue Kooperationspartner kommen die Staatsbibliothek zu Berlin sowie die Deutsche Nationalbibliothek hinzu. Über 28.000 neue Wasserzeichen werden hinzukommen, wobei durch eine verstärkte Fokussierung auf datierte und lokalisierte Papiere ein erheblicher Qualitätsgewinn erreicht und durch die Erfassung von zeitlich bis weit in die Neuzeit hineinreichenden Papieren neue Akzente gesetzt werden.

Die technische Überarbeitung wird es ermöglichen, zu einem Wasserzeichen mehrere Digitalisate, z.B. Wasserzeichen und Gegenmarke, Fragmente und die Ergebnisse verschiedener Aufnahmeformate, zu hinterlegen. Lagenschemata sollen dem Nutzer einen besseren Überblick über die Handschriften geben. Die geographischen Angaben sollen durch die Referenzierung der Papiermühlen vervollständigt werden. Ein Thesaurus soll es ermöglichen, bei komplexen Motiven die Wasserzeichen unabhängig von der Klassifikation besser recherchierbar zu machen. Im Bereich der Klassifikation und des Thesaurus sowie des Webfrontends wird die Mehrsprachigkeit des Projektes erheblich erweitert.

Außer dem Landesarchiv Baden-Württemberg sind folgende Institutionen am Projekt beteiligt: