
Das vom 1.2.2010 bis 31.1.2012 geförderte DFG-Projekt hat den Aufbau eines gemeinsamen Informationssystems für Wasserzeichen und deren Beschreibungen für die DFG-Handschriftenzentren zum Ziel. Die Bestimmung von Wasserzeichen gehört zu den Grundlagen der Handschriftenkunde und liefert wichtige Anhaltspunkte für ihre Datierung und ihren Aufbau. Das System wird den Aufbau und die Verwaltung einer digitalen Wasserzeichensammlung standardisieren und diese über einen zentralen Zugang im Internet für die Wissenschaft nutzbar machen. Im Rahmen des Projekts wurde zunächst ein Pflegemodul für die dezentrale Dateneingabe geschaffen, wozu eine bereits bestehende Software der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, genannt "Watermark Toolkit", an die Bedürfnisse der deutschen Handschriftenzentren angepasst wurde. Für die Darstellung der Inhalte im Internet wird ein Online-Präsentationssystem entwickelt. Dabei kann auf das bereits bestehende Frontend von „Piccard-Online“ aufgebaut werden, das jedoch mit zusätzlichen Funktionalitäten wie einer geografischen Visualisierung versehen werden soll. |
In das Informationssystem werden zunächst etwa 10.000 neue Wasserzeichen von der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Universitätsbibliothek Leipzig eingegeben, die im Erfassungsmodul erschlossen und mit digitalisierten Bilddaten verknüpft werden sollen. Um eine homogene Eingabe in das Erfassungsmodul und einheitliche Präsentation im Internet zu erreichen, wurden Richtlinien für die Beschreibung von Wasserzeichen festgelegt, z.B. durch die Definition von Pflichtfeldern in der Erfassungsmaske und die Verwendung einer gemeinsamen hierarchischen Klassifikation. Neben der Erschließung neuer Wasserzeichen wurden bereits die über 90.000 Datensätze der „Piccard-Online“-Anwendung integriert. Die Einbindung der bislang noch nicht digitalisierten Wasserzeichen der gedruckten Piccard-Bände 3-17 ist ebenfalls vorgesehen. Beide basieren auf der Wasserzeichensammlung Piccard, die weltweit die größte ihrer Art ist. |
Zusätzlich zur Präsentation der Daten im Frontend des Informationssystems ist eine Verlinkung auf externe Datenbanken, wie z.B. die Wasserzeichen des Mittelalters möglich, für welche das Informationssystem als Aggregator fungieren wird. Das Wasserzeichen-Informationssystem steht den DFG-Handschriftenzentren seit Mitte 2010 zur Verfügung, um selbständig neue digitale Wasserzeichensammlungen anlegen und einpflegen zu können. |
Außer dem Landesarchiv Baden-Württemberg sind folgende Institutionen am Projekt beteiligt: