Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

Was finden Sie wo?

Erste Zugänge

Angebote für Schulen und Gruppen

Nutzung gesperrter Archivalien

Arbeitshilfen und Dienstbibliotheken

Rechtsgrundlagen und Formulare

Öffnungszeiten

Präsentationen und Inventare

Württembergisches Urkundenbuch Online

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Quellen und Themen für den Unterricht

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Rechtsgrundlagen

Übergabeverzeichnisse

Aktuelles >> Ausstellungen >> Aus der Nähe in die Ferne. Dokumente, die bewegen

Aus der Nähe in die Ferne. Dokumente, die bewegen

Ausstellung des Hauptstaatsarchivs Stuttgart

3.3.–4.6.2010

Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Aus der Nähe in die Ferne. Dokumente, die bewegen

Wandernde Scholaren und Pilger, Handwerker, Kaufleute und Händler, fahrende Sänger, Spielleute und Gaukler – sie alle bevölkerten die mittelalterlichen Reisewege. Von jenen beschwerlichen Tagen bis zur mobilen Gesellschaft der Gegenwart war es ein weiter Weg. Ein Weg, der geprägt war vom technischen Fortschritt, vom kontinuierlichen Ausbau des Verkehrsnetzes und nicht zuletzt von einem sich erweiternden Horizont des Reisens.

In den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart spiegelt sich die Entwicklung der Fortbewegung von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne auf vielfältige Weise. Viele bahnbrechende Innovationen kommen aus Südwestdeutschland. Bleibende Verdienste um die Mobilität erwarben sich Tüftler und Erfinder wie Albrecht Berblinger - der „Schneider von Ulm“ - und Ferdinand Graf von Zeppelin als Pioniere der Luftfahrt, Carl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn als Erfinder des lenkbaren Laufrades und auch Carl Benz, Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach, die mit der Erfindung des Automobils das Verkehrswesen revolutionierten.

Die Entwicklung der Verkehrsmittel und Infrastrukturen beschleunigte das Reisen, verbesserte den Reisekomfort und erweiterte den Bewegungsradius sowie den Kreis der Menschen, die dem Ruf der Ferne folgten. Auch die Motive des Reisens änderten sich im Laufe der Jahrhunderte: von Entdeckern und Bildungshungrigen, reisenden Staatsoberhäuptern und Edelleuten auf Kavalierstour, Erholungsuchenden, Weltenbummlern und Kurgästen bis hin zu den Massentouristen unserer Zeit.


I. Von „Schusters Rappen“ bis zum Silberpfeil

Dass Pferde in Stuttgart schon immer eine Rolle spielten, belegen der Name und das älteste Siegel der Stadt. Schon seit dem 15. Jahrhundert betrieben die Herzöge von Württemberg ein Gestüt, dessen Pferde für den Hof, das Militär und das Land bestimmt waren. Doch ein Großteil der Bevölkerung blieb, sofern er nicht über ein Kuh- oder Ochsengespann verfügte, auf „Schusters Rappen“ angewiesen. Mit der Postkutsche, die nicht nur Nachrichten und Güter, sondern auch Personen beförderte, war ab etwa 1650 das erste öffentliche Verkehrsmittel geboren.

Einen regelrechten Innovationsschub brachte das 19. Jahrhundert. Der Einsatz von Dampfmaschinen in Schiffen und Lokomotiven, die Entwicklung von Motorrädern, Automobilen und Flugzeugen stehen für jene Dynamik, die das 20. Jahrhundert bestimmen sollte. Dadurch veränderte sich das Mobilitäts- und Reiseverhalten nachhaltig.

Luftschiff Schwaben (HSTAS E 14 Bü 2077)

II. Zu Wasser, auf dem Lande, in der Luft

Ob zu Fuß, zu Pferde, mit einem Fuhrwerk oder gar einer Kutsche – das Reisen war auf einfachen Pfaden und Wegen nicht nur langsam, mühevoll und gefährlich, sondern auch unbequem und teuer. Erst der Bau überörtlicher Chausseen seit dem 18. Jahrhundert und die Ausweitung der Postverbindungen führte zu einer Beschleunigung des Reisens.

Weitere Fortschritte, die zu den Meisterleistungen der württembergischen Ingenieurskunst zählen, waren der Ausbau des Neckars zur Schifffahrtsstraße, die Verdichtung des Streckennetzes der württembergischen Eisenbahnen und der Bau der Reichsautobahn über die Schwäbische Alb. Die Einrichtung eines fahrplanmäßigen Luftverkehrs erfolgte 1925 mit dem Ausbau des seit dem Ersten Weltkrieg militärisch genutzten Fliegerhorsts in Böblingen zum Landesflughafen.

Reichsautobahn Drachenlochbrücke im Jahr 1936 (HStAS J 321)

III. Unterwegs ...

In den archivalischen Quellen finden sich Wanderbücher und Geleitsverzeichnisse, Reiseberichte und Auswandererbriefe ebenso wie Fotografien aus der Fremde oder Karten, Pläne und Plakate von Erholungs- und Kureinrichtungen. Sie erzählen von Handwerksgesellen „auf der Walz“, von Kaufleuten auf dem Weg zur Frankfurter Messe, von weitgereisten Studenten, von Forschungsreisenden in fernen, exotischen Ländern, von herrschaftlichen Besuchen an Fürstenhöfen.

Dampfschiff Wilhelm in Friedrichshafen (HStAS J 301a Nr. 228)

Aber auch ein anderes Bild wird gezeichnet, wenn militärische Verbände das Land durchziehen und Menschen – von Armut und Verfolgung getrieben – ihr Glück in der Emigration suchen. Ihre Spuren sind in den Dokumenten greifbar, so etwa die Vertreibung jüdischer Familien aus der Reichsstadt Esslingen, der Aufenthalt griechischer Flüchtlinge im Stuttgart des 19. Jahrhunderts und die Situation von Amerika-Auswanderern in der neuen Heimat.


Öffnungszeiten:

Montag 10.00 - 17.00 Uhr
Dienstag/Mittwoch 8.30 - 17.00 Uhr
Donnerstag 8.30 - 19.00 Uhr
Freitag 8.30 - 16.00 Uhr

Eintritt frei
Öffentliche Kurzführungen: mittwochs 11.30 Uhr

Informationen und Vereinbarung Führungen, archivpädagogisches Programm, Begleitprogramm
Telefon: 0711/212-4335
E-Mail: hstastuttgart@la-bw.de
www.landesarchiv-bw.de/hstas