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Hochzufrieden zeigten sich als Veranstalter des Aktionstags Barbara
Schneider-Kempf, die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, zugleich Sprecherin der Allianz zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts, sowie Robert Kretzschmar, der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg, das den Aktionstag in Ludwigsburg ausgerichtet hat: "Wir haben der Öffentlichkeit deutlich machen können, dass die Sicherung und Rettung von Kulturgut eine zukunftsorientierte Aufgabe ist."
Die zahlreichen Besucher, die zum Aktionstag unter dem Thema "Was lehrt uns die Kölner Katastrophe?" gekommen waren, reagierten äußert betroffen auf die schockierenden Bilder vom Trümmerberg, die mitgebrachten zerstörten Originale aus dem Kölner Stadtarchiv und die aktuellen Filmdokumentationen zu Köln und zum Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004. Anhand der Präsentationen von 16 Bibliotheken und Archiven aus ganz Deutschland zur Rettung und Sicherung von Kulturgut konnten sie sich - auch im Gespräch mit Vertretern der Archive und Bibliotheken - näher über die Ziele und Möglichkeiten des Kulturgutsschutzes und Katastrophenprävention informieren.
Über 260 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, bei Führungen in den Restaurierungswerkstätten des Ludwigsburger Instituts für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut und in den Magazinen des Staatarchivs Ludwigsburg modernste Techniken der Sicherung und Rettung von Pergament, Siegeln und Papier kennen zu lernen, die auch beim Kölner Archivgut zum Einsatz kommen werden.
Über 170 Zuhörer, darunter auch Staatssekretär Dietrich Birk MdL vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der ein Grußwort der Landesregierung Baden Württemberg überbrachte, verfolgten im Kulturzentrum gespannt die Podiumsdiskussion, bei der unter der Leitung von Sven-Felix Kellerhoff (DIE WELT/ Berliner Morgenpost) die Leiterin des Stadtarchivs Köln, Bettina Schmidt-Czaia, der Leiter der Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, Michael Knoche, und die Leiterin des Stadtmuseums Grimma, Marita Pesenecker, davon berichteten, wie sie den Kölner Archiveinsturz, den Brand in Weimar und die Hochwasserflut in Sachsen 2002 erlebt hatten. Mit Rino Büchel vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz in Bern diskutierten sie über technische und organisatorische Lösungswege. Einigkeit bestand, dass eine deutlich
bessere Vernetzung von Archiven und Bibliotheken nötig sei, um im Notfall schneller und besser reagieren zu können. Dafür seien bundesweit die Vernetzungen zu verstärken. Begrüßt wurde die jüngste Initiative von Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der Ende August angekündigt hatte, den Erhalt von Kulturgut - unbeschadet der Kompetenzen der Länder - zu fördern.
"Wir dürfen neben den Katastrophen auch den schleichenden Kulturgutverlust nicht aus dem Auge verlieren", betonte Barbara Schneider-Kempf. Bestandserhaltung und Sicherung von Archiv- und Bibliotheksgut seien für eine Kulturnation eine Daueraufgabe. Robert Kretzschmar kündigte als Vorsitzender des VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare an, dass sich der Verband am 24. September in seiner Mitgliederversammlung auf dem 79. Deutschen Archivtag in Regensburg mit dem Thema befassen werde. Dazu sei eine Erklärung in Vorbereitung.
Der nächste Nationale Aktionstag zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts wird Ende Mai 2010 in Leipzig stattfinden. |