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Historische Ortsansichten: Krauchenwies (Landkreis Sigmaringen), Ansicht von 1733

Ausschnitt aus einem Grundriss über das Dorf Krauchenwies (Signatur: Staatsarchiv Sigmaringen K I Sig/13); Kartograf: Johann Conrad Kircher

Staatsarchiv Sigmaringen

Ausschnitt aus einem Grundriss über das Dorf Krauchenwies (Signatur: Staatsarchiv Sigmaringen K I Sig/13); Kartograf: Johann Conrad Kircher

 

 

Geschichtlicher Hintergrund

Das im Jahr 1202 erstmals erwähnte Krauchenwies gelangte 1595 durch Kauf an die Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen, bei denen es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Fürsten von Hohenzollern ihre staatlichen Hoheitsrechte an das Königreich Preußen abtraten, verblieb. Allerdings war lange Zeit umstritten, ob der Ort unmittelbares Eigentum der Fürsten von Hohenzollern oder aber Lehen der Erzherzöge von Österreich war. Die 1733 gefertigte Karte steht wohl im Zusammenhang mit einem Urbar, das 1731 über den "Hochfürstlich-Sigmaringischen Immediat-Flecken Krauchenwis" erstellt wurde.

 


Besonderheiten

Bei dem von Johann Conrad Kircher gezeichneten "Grundriss über daß Orth Krauchewiss" dürfte es sich um die älteste annähernd detailgetreue Ansicht des Dorfes handeln. Die nordnordost ausgerichtete Inselkarte beschreibt die Dorfgemarkung mit allen dazugehörigen Acker-, Wald- und Wiesenflächen. Das Weichbild des Ortes im Zentrum des Kartenblatts ist durch einen Etterzaun begrenzt. Im Norden, Osten und Süden säumen die in unterschiedlichen Farben ausgeführten Ösche (Großfluren) Borren, Steinach und Erdfälle den Ort, während er im Westen durch die weitläufigen Wiesenflächen am Andelsbach begrenzt wird. Unterhalb der Mühle passiert der Weg nach Ablach und Göggingen den Andelsbach mit einer Furt. Der Bau einer Brücke wurde erst seit 1772 in Erwägung gezogen.

Aus dem stark vereinfacht dargestellten Ensemble der Gebäude sind einige wenige mit Beschriftungen und charakteristischen Merkmalen herausgehoben. Neben der noch turmlosen Kirche am östlichen Rand prägt vor allem das dreiflügelige herrschaftliche Schloss das Ortsbild. Im Norden bildet der Ortsetter einen auffallend schmalen Streifen, der kurz vor der Weggabelung Mengen-Rulfingen bei einem "Capple und Irimitasch", also bei einer Kapelle mit einem Einsiedlerhäuschen endet. Vielleicht handelt es sich bei dem mit einem Dachreiter bekrönten Gebetshaus um die auch in der Krauchenwieser Pfarrchronik erwähnte, aber nicht näher lokalisierte Leonhardskapelle.

 

 

Zugehörige Archivalien

Staatsarchiv Sigmaringen Ho 80 T 1 Nr. 366 - 366b; FAS DS 1 T 6 Rubr. 195,2