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Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Angebote für Schulen und Gruppen >> Jüdische Schicksale in Südwestdeutschland

Jüdische Schicksale in Südwestdeutschland

Archivpädagogisches Programm

Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Foto zur Deportation auf dem Killesberg

Im Jahr 1933 lebten in den Ländern Baden, Württemberg und Hohenzollern etwa 31.000 Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die jüdischen Gemeinden zerstört. Ihre Mitglieder emigrierten oder wurden in Konzentrationslagern ermordet, so dass sich Ende des Zweiten Weltkrieges die Zahl der durch die Verfolgung getöteten Personen auf ungefähr 8500 belief.

Mit dem Ziel einer "geistigen Wiedergutmachung" richtete im Jahr 1962 das Land Baden-Württemberg beim Hauptstaatsarchiv Stuttgart eine zeithistorische Dokumentationsstelle ein. Deren Aufgabe war es, die Schicksale der jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Südwestdeutschland in der Zeit von 1933-1945 zu erforschen. Anhand von Akten aus zahlreichen Behörden und Archiven, die durch die Mitarbeiter der Dokumentationsstelle systematisch ausgewertet wurden, sowie umfangreicher Korrespondenzen, wurde der Versuch unternommen, die Einzelschicksale der Verfolgten zu erfassen. Eine besondere Rolle spielten hierbei standardisierte Fragebogen, die direkt an die Gemeinden der einzelnen Landesteile versandt wurden. Bis zum Abschluss des Projekts Ende des Jahres 1968 konnte die Dokumentationsstelle knapp 90 Prozent der jüdischen Einzelschicksale im deutschen Südwesten in der Zeit des Nationalsozialismus aufklären. Ihre Ergebnisse wurden in sechs Bänden publiziert, die über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus große Beachtung fanden.

Das Angebot ermöglicht einen Einblick in die Arbeitsweise und die Ergebnisse der Dokumentationsstelle vor dem historischen Hintergrund der 1960er Jahre. Sie bietet Schülerinnen und Schülern sowohl die Möglichkeit, sich mit jüdischen Einzelschicksalen auseinanderzusetzen, als auch zu erfahren, auf welche Weise in der Nachkriegszeit die Aufarbeitung der NS-Zeit vollzogen wurde.

Das archivpädagogische Programm eignet sich in erster Linie für die Mittel- und Oberstufe. Die Dauer des im Folgenden näher erläuterten Programmes beträgt ca. 90 Minuten.


Landesarchiv Baden-Württemberg

Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Tel.: 0711 - 212 4335
hstastuttgart@la-bw.de


Begleitprogramm zur Ausstellung "Anne Frank - eine Geschichte für heute"