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Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Digitale Präsentationen >> Archivale des Monats 2000–2010 >> Archivale des Monats Mai 2003

Archivale des Monats Mai 2003

Präsentation im Hauptstaatsarchiv Stuttgart vom 02.-30.05.2003

Württemberg wird Kurfürstentum - Urkunde und Siegel

Die Erhebung zum Kurfürstentum

Am 6. Mai 1803 - also vor fast genau 200 Jahren - begann in Stuttgart ein dreitägiges Fest, durch das Herzog Friedrich II. von Württemberg die Annahme der ihm durch die Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses zugefallenen Kurwürde feiern ließ. An diesem Tag sollte in jeder Stadt und jedem Ort seines Landes um 7 Uhr morgens mit allen Glocken eine Stunde lang "durchgeläutet" werden. Ein Manifest sollte die Erhebung des Herzogs zum Kurfürsten allgemein bekannt machen. In Stuttgart hat dies durch einen Herold, in den anderen Gemeinden durch die Ortsvorsteher von den Rathäusern herab vor der versammelten Bürgerschaft zu geschehen. Außerdem soll in evangelischen Orten ein feierlicher Gottesdienst mit dem Lied "Herr Gott Dich loben wir" gehalten werden, in katholischen Gemeinden ein feierliches Hochamt mit Te Deum gesungen werden. Auch eine Amnestie für Zuchthaus- und Festungssträflinge wurde erlassen.

Der dies so prächtig beging, Herzog Friedrich von Württemberg, hatte sich schon bald nach Bekanntwerden der Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses um die Anerkennung der Kurwürde für sein Herzogtum bei verschiedenen europäischen Fürsten bemüht und überall Zustimmung erhalten. Der Wunsch Friedrichs nach einer Kurwürde hat in Württemberg eine längere Tradition, die bis ins späte 17. Jahrhundert zurückgeht. Sie stieß allerdings beim Kaiser zunächst auf wenig Gegenliebe, obwohl man in Wien von der Notwendigkeit neuer Kurwürden überzeugt war. Die Kurwürde Württembergs wurde schließlich auf Betreiben Russlands mit französischem Einverständnis in den Reichsdeputationshauptschluss aufgenommen. Zur Verwirklichung dieses sehnlichen Wunsches Herzog Friedrichs musste nun nur noch der Kaiser die Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses bestätigen, was endlich am 27. April 1803 geschah. Noch fehlte aber die förmliche Erhebung Friedrichs durch den Kaiser. Sie erfolgte schließlich erst mit Urkunde vom 24. August 1803. Zur gleichen Zeit wurden auch der Großherzog von Baden und der Landgraf von Hessen-Kassel zu Kurfürsten erhoben. Unter dem gleichen Datum erließ der Kaiser auch eine feierliche Urkunde über das den Kurfürsten zustehende unbeschränkte Privilegium de non appellando, also das Privileg, dass aus dem kurfürstlichen Territorium an kein fremdes Gericht appelliert werden darf.

Die kaiserliche Urkunde über die Erhebung Württembergs zum Kurfürstentum

(Signatur: A 81 U 16a) besteht aus einem in roten Samt eingebundenes Libell im Umfang von neun beschriebenen reich verzierten Pergament-Seiten, wie es in der kaiserlichen Kanzlei für derartige Standeserhöhungen üblich war. Sie wurde vom Kaiser selbst unterschrieben und vom Reichsvizekanzler Fürst zu Colloredo-Mansfeld gegengezeichnet. Besiegelt wurde sie mit dem großen kaiserlichen Siegel in vergoldeter Messingkapsel. Die aufwendige Ausstattung entsprach den hohen Kosten, die mit der Erhebung zum Kurfürsten verbunden waren - sie sollten ursprünglich nahezu 150 000 Gulden betragen, wurden dann aber auf etwas über 60 000 Gulden heruntergehandelt. Mitgeliefert wurde ein vergoldetes Kästchen mit der eingravierten Widmung an den neuen Kurfürsten. Über den Inhalt des Kästchens, das heute leer ist, können nur Vermutungen angestellt werden. Möglicherweise enthielt es ein symbolisches Geschenk an den neuen Kurfürsten oder ein Zeichen für das mit der Kurwürde verbundene Ehrenamt eines Erzbannerherrn des Heiligen Römischen Reichs.

Der Inhalt der Urkunde

In der Urkunde geht der Kaiser aus vom Vorschlag des Reichsdeputationshauptschlusses und betont, dass die Vermehrung der Kurfürsten für den Kaiser "Stütze und Erleichterung" bedeutet und dass durch die Ratifikation des Reichsdeputationshauptschlusses die Kurwürde "reichsverfassungsmäßig" an Württemberg verliehen wurde. Daher schafft er nun die Voraussetzungen für die "Qualifikation" des neuen Kurfürsten und verleiht dem Herzog von Württemberg gemäß den Bestimmungen der Goldenen Bulle von 1356 und dem Vorgang bei der Verleihung der Kurwürde an den Herzog von Braunschweig-Lüneburg im Jahre 1692 zunächst einmal sein Herzogtum, das unteilbar ist und jeweils an den ältesten der Familie vererbt wird, als "kurfürstliche Lande" und alle sich aus der Goldenen Bulle ergebenden Rechte, insbesondere auch das so genannte schon erwähnte Privilegium de non appellando, über das er eine besondere Urkunde auszufertigen verspricht. Zur Gleichstellung mit den übrigen Kurfürsten verleiht er ihm auch ein Erzamt, das allerdings hier nicht benannt wird. Der Kaiser erwartet dafür, dass sich der neue Kurfürst mit erhöhten Umlagen an den Reichs- und Kreislasten beteiligt, wozu sich Friedrich bereits bereit erklärt hatte, und verlangt, dass er gemäß den geltenden Reichsgesetzen Kurwürde, Kurfürstentum und Erzamt vom Kaiser zu Lehen empfängt.

Das große Kaisersiegel

Das große Kaisersiegel

Das an einer goldfarbenen Kordel anhängende große Kaisersiegel aus rotem Wachs befindet sich in einer vergoldeten Messingkapsel, in deren Deckel der bekrönte Reichsadler mit den Reichsinsignien, dem österreichischen Bindenschild auf der Brust und dem Monogramm Kaiser Franz' II. eingraviert ist. Der Siegelstempel, der bereits von Leopold II. verwendet worden war, wurde für dessen Sohn Franz II. umgearbeitet.

Das in der Reichshofkanzlei verwendete große Kaisersiegel stellt ein mehrfach geteiltes und gespaltenes Wappensiegel dar, welches auf dem nimbierten, mit der kaiserlichen Krone bedeckten Doppeladler ruht und von zwei Greifen gehalten wird. Es ist mit einem Mittelschild und einem Herzschild bedeckt. Ersterer gibt die Wappen der österreichischen Erbländer wieder, der Herzschild enthält das vereinigte österreichische, lothrinische und toskanische Stammwappen. Auf dem großen Rückenschild sind die Wappen der habsburgischen Länder bzw. Ansprüche abgebildet. In den obersten Feldern erscheinen etwa die Wappen von Ungarn und Böhmen mit den entsprechenden Kronen auf dem Schild. Bemerkenswert ist das Wappen des Herzogtums Württemberg, drei übereinander liegende Hirschstangen; dieses erscheint seit der österreichischen Regierung des Herzogtums während der Vertreibung des württembergischen Herzogs Ulrich (1519-1534) bis zum Ende des Alten Reichs. Um den Schild herum hängt die große Kette des Ordens vom Goldenen Vlies, unten am Schild sind links und rechts der ungarische und der toskanische Stephansorden befestigt, in der Mitte der Maria-Theresien-Orden.

Die zweireihige Umschrift des Siegels gibt den Großen Titel des Kaisers in der Form wieder, wie er auch in der Urkunde erscheint.

Die goldene Bulle

Die Goldene Bulle

Der Erwerb

In der Urkunde über die Erhebung Herzog Friedrichs zum Kurfürsten wird mehrfach ausdrücklich Bezug auf die Goldene Bulle genommen, also jener auf den Reichstagen von Nürnberg am 10. Januar 1356 und von Metz am 25. Dezember 1356 von Karl IV. erlassenen Gesetze, in denen in erster Linie die Rechte und die Stellung der Kurfürsten geregelt werden. Da traf es sich für Friedrich gut, dass sich schon vorher die Gelegenheit ergeben hatte, ein Exemplar der Goldenen Bulle zu erwerben. Als nämlich Weihbischof Fürst von Hohenlohe als Vertreter des durch den Reichsdeputationshauptschluss seiner Kurwürde entsetzten Trierer Erzbischofs Clemens Wenzeslaus und sein Geheimer Rat und Archivar Wallmenich in Stuttgart mit dem württembergischen Kabinettsminister Graf Normann-Ehrenfels über die Entschädigung des Erzbischofs für den Verlust der Württemberg zugesprochenen Fürstpropstei Ellwangen verhandelten, erwähnte der Geheime Rat - offenbar zufällig -, dass das Kurtrierische Archiv die Goldene Bulle besäße, die doch für den neuen Kurfürsten von gewissem Interesse sein dürfte. Das Archiv war aber inzwischen schon an den Rechtsnachfolger des Erzbischofs in seinen rechtsrheinischen Besitzungen, den Fürsten von Nassau-Weilburg, übergegangen. Friedrich jedoch griff diese Idee von Wallmenich begierig auf und bemühte sich bei Clemens Wenzeslaus intensiv um das Stück. Es gelang ihm schließlich, den ehemaligen Kurfürsten dazu zu bewegen, vom Fürsten von Nassau-Weilburg Stücke aus dem Archiv, die seine persönliche Würde betrafen, zurückzuerbitten, darunter auch die Goldene Bulle. Er erhielt diese nunmehr als Privatbesitz zurück, mit der er gemäß den Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses nach Belieben verfahren durfte. Er schickte sie denn auch umgehend mit Kurier am 15. Mai 1803 nach Stuttgart. Das beiliegende Schreiben macht deutlich, dass Clemens Wenzeslaus dem neuen Kurfürsten ein besonderes Geschenk machen wollte, wobei als Hintergrund wohl die Verhandlungen um die Entschädigung für Ellwangen und deren Höhe eine Rolle spielte. Für Friedrich aber war der Erwerb der Goldenen Bulle von hoher symbolischer Bedeutung. Ausdruck des Prestiges, das er damit verband, war die Anfertigung einer massiven Silberkassette.

Die Urkunde "Goldene Bulle" von 1356

(Signatur: H 51 U 589)

Die von Clemens Wenzeslaus übergebene Goldene Bulle ist eines von sieben Exemplaren, denen allen die gleiche Authentizität zukommt. Es sind dies:

  1. Exemplar für den König von Böhmen,
  2. Exemplar für den Erzbischof von Köln,
  3. Exemplar für den Erzkanzler und Erzbischof von Mainz,
  4. Exemplar für den Pfalzgrafen bei Rhein,
  5. Exemplar für den Erzbischof von Trier,
  6. Exemplar für die Reichsstadt Frankfurt am Main,
  7. Exemplar für die Reichsstadt Nürnberg.

Die Exemplare Nr. 3 - 5 wurden vollständig in der Reichskanzlei gefertigt, Nr. 6 und 7 sind Abschriften, die aber ebenfalls in der Reichskanzlei gefertigt wurden und ordnungsgemäß besiegelt sind, Nr. 1 besteht zum Teil aus einem Original der Reichskanzlei, zum Teil aus einer Abschrift eines in der Reichskanzlei vorliegenden Konzepts, Nr. 2 wurde von einem Lohnschreiber außerhalb der Reichskanzlei gefertigt.

Bald nach 1356 entstand - ebenfalls für die Stadt Frankfurt - eine deutsche Übersetzung, die im Zweiten Weltkrieg verbrannte und heute nur noch in einer Edition von Wilhelm Altmann aus dem Jahre 1897 greifbar ist, 1972 noch einmal in der Neuedition der Goldenen Bulle in den Monumenta Germaniae Historica abgedruckt wurde. Die Zahl der deutschen und lateinischen Abschriften nimmt dann im 15. Jahrhundert sprunghaft zu, auch spanische und französische Übersetzungen werden gefertigt. Durch das Aufkommen des Buchdrucks nimmt ihre Verbreitung noch einmal zu. Die Goldene Bulle gehört sicherlich zu den am meisten verbreiteten mittelalterlichen Rechtstexten.

Die Goldene Bulle, benannt nach ihrer Besiegelung mit einem Goldsiegel, wurde von Karl IV. ursprünglich als "unser keiserliches rechtbuch" bezeichnet; der Name "Goldene Bulle" bürgerte sich erst etwa ab 1400 ein. Im Mittelpunkt der sehr verschiedenen Texte, die zur Goldenen Bulle gehören und die nicht einheitlich redigiert sind, steht die Wahl des deutschen Königs, die keineswegs neu geregelt wird, sondern nur bestehendes Recht codifiziert. Neu ist dagegen die Abwehr des päpstlichen Anspruchs der Billigung einer Wahl und der Wahrnehmung des Reichsvikariats, also der Stellvertretung des Kaisers bei Vakanz. Letztere wird dadurch stillschweigend außer Kraft gesetzt, dass für die Zeit einer Thronvakanz zwei Kurfürsten - der Pfalzgraf bei Rhein und der Herzog von Sachsen - zu Reichsvikaren ernannt werden. Überall ist die Bedeutung der Kurfürsten greifbar und daher wohl auch ihr Einfluss, sie ist also ein Ergebnis von Verhandlungen zwischen dem Kaiser und den Fürsten, bei denen letztere erhebliches Gewicht hatten.

Der Inhalt der Urkunde

Gesetze des Nürnberger Reichstags:

  1. Kapitel: Zusammensetzung des Geleits der Kurfürsten
  2. Kapitel: Die Wahl des römischen Königs
  3. Kapitel: Rang und Sitzordnung der drei Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln
  4. Kapitel: Rang und Sitzordnung der übrigen Kurfürsten
  5. Kapitel: Von den Rechten des Pfalzgrafen bei Rhein und des Herzogs von Sachsen bei Vakanz des Reichs
  6. Kapitel: Vom Rang der Kurfürsten im Vergleich zu den gemeinen Fürsten
  7. Kapitel: Von der Nachfolge in den Kurfürstentümern
  8. Kapitel: Von den Freiheiten des Königs von Böhmen und seiner Leute
  9. Kapitel: Von Silber, Gold und anderen Bodenschätzen in Böhmen
  10. Kapitel: Vom Münzrecht des Königs von Böhmen
  11. Kapitel: Von den Freiheiten der Kurfürsten
  12. Kapitel: Vom Versammlungsrecht der Kurfürsten
  13. Kapitel: Von der Widerrufung der Freiheiten
  14. Kapitel: Von denen, die ihre Lehengüter unberechtigt aufgeben
  15. Kapitel: Über Verschwörer
  16. Kapitel: Von den Pfahlbürgern
  17. Kapitel: Über die Absage (Fehde)
  18. Kapitel: Über die Wahlausschreiben
  19. Kapitel: Mandat der Kurfürsten für zur Königswahl bevollmächtigte Gesandte
  20. Kapitel: Von den Gemeinsamkeiten der Kurfürsten und ihren Rechten
  21. Kapitel: Von der Ordnung des Aufzugs der Erzbischöfe
  22. Kapitel: Von der Ordnung des Aufzugs der weltlichen Kurfürsten und vom Tragen der Reichsinsignien
  23. Kapitel: Von den Segenshandlungen der Erzbischöfe in Anwesenheit des Kaisers

Metzer Gesetze:

  1. Kapitel: (Majestätsrecht der Kurfürsten)
  2. Kapitel: (Erbfolge im Kurfürstentum)
  3. Kapitel: (Ankunft der Kurfürsten bei Hoftagen)
  4. Kapitel: Über die Ämter der Kurfürsten bei feierlichen Hoftagen
  5. Kapitel: (Tischordnung für Kaiser, Kaiserin und Kurfürsten)
  6. Kapitel: (Wahl- und Krönungsorte des deutschen Königs)
  7. Kapitel: Über den Empfang der Lehen der Kurfürsten
  8. Kapitel: (Unterrichtung in der lateinischen, italienischen und slawischen Sprache)

(Klammern bedeuten, dass der Text im Original keine Überschrift enthält)

Das Siegel

Das Siegel

Die Besiegelung mit Gold war bei Kaiser- und Königsurkunden nicht ungewöhnlich, erfolgte aber nur ausnahmsweise - etwa bei besonders feierlichen Anlässen. Karl IV. besiegelte allein 1356 mehr als zwanzig Urkunden mit Goldbullen, von denen die vorliegende die bekannteste ist. Die Kapsel der Goldbulle ist aus relativ starkem Goldblech gefertigt und mit Wachs ausgefüllt. Sie misst im Durchmesser circa 62 mm und in der Höhe circa 5 mm; die seidenen Siegelschnüre sind neu. Auf der Vorderseite ist in der Tradition der seit dem 10. Jahrhundert gebräuchlichen Majestätssiegel der thronende Kaiser Karl IV. abgebildet. Der Kaiser sitzt auf einer Bank mit doppeltem Sitzkissen, geschmückt mit den Reichskleinodien: Bügelkrone, Szepter und Reichsapfel. Zu seinen beiden Seiten sind in Dreiecksschilden der einfache Reichsadler (heraldisch) rechts und links der böhmische Löwe dargestellt. In der Umschrift findet sich die Herrscherbezeichnung KAROLVS ◦ QVARTVS ◦ DIVINA ◦ FAVENTE ◦ CLEMENCIA ◦ ROMANOR ◦ IMPERATOR ◦ SEMP ◦ AVGVSTVS mit dem Zusatz ET ◦ BOEMIE ◦ REX im Innenfeld.

Auf dem Revers ist eine stark stilisierte Ansicht der Stadt Rom zu sehen: Ein viergeschossiges Torgebäude mit Spitzgiebel, das von zwei runden, überkuppelten Türmen flankiert wird. Torgebäude und Türme sind durch niedrige Querbaue und Galerien verbunden. Im offenen Rundbogentor ist in drei Zeilen "AVREA◦ ROMA" zu lesen, in der Umschrift "ROMA ◦ CAPVT ◦ MVNDI ◦ REGIT ◦ ORBIS ◦ FRENA ◦ ROTVNDI".