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"Das klinget so herrlich, das klinget so schön" Die erste Aufführung der Zauberflöte in Hohenlohe 1796

Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Hohenloher Kultursommer und der Kreissparkasse Künzelsau

2004-07-08 00:00:00

Kreissparkasse Hohenlohekreis in Künzelsau, Mo. bis Fr. 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Im Winter 1796 fand in Bartenstein eine Aufführung der Oper "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart statt. Äußerer Anlass war die Hochzeit der Prinzessin Franziska zu Hohenlohe-Bartenstein mit dem Erbprinzen von Salm-Reifferscheid-Bedburg. Erbprinz Ludwig Aloys hatte für die Aufführung eigens im Garten des Schlosses ein größeres Theater erbauen lassen.

Foto von Schloss Bartenstein heute
Schloss Bartenstein heute

Diese erste Aufführung der Mozart'schen Oper in Hohenlohe war in zweierlei Hinsicht spektakulär. Die Zauberflöte ist eines der letzten Werke Mozarts und wurde kurz vor seinem Tod 1791 in einem Wiener Theater uraufgeführt. In den folgenden Jahren kam es in vielen größeren Städten Deutschlands und Österreichs zu Erstaufführungen. Die Oper verbreitete sich auch rasch im Ausland. Bis 1801 - also in den ersten zehn Jahren - wurde das Werk 223-mal aufgeführt.

Setzt man Bartenstein in Relation zu diesen Aufführungsorten - Wien, Prag, Budapest, Leipzig usw. - dann war das kleine Städtchen, das kaum über 1000 Einwohner hatte, doch sehr nahe am musikalischen Zeitgeschehen. 100 Jahre zuvor noch stand in Bartenstein nur eine Burg mit zugehörigen Gebäuden. Erst als 1688 eine neue hohenlohische Linie - die der Grafen von Hohenlohe-Bartenstein - begründet wurde, entstand die Siedlung. Die alte Burg genügte nicht mehr den repräsentativen Erfordernissen des 1744 in den Fürstenstand erhobenen Hauses. Ein modernsten Ansprüchen genügendes Schloss wurde stattdessen im Verlauf des 18. Jahrhunderts errichtet. Die für die Residenz nötigen Beamten und Handwerker wurden angesiedelt. Unter Fürst Ludwig Leopold wurde das Schloss in den 1760er Jahren endlich vollendet. Damit entsprach seine Residenz dem europäischen Standard - bald auch in musikalischer Hinsicht.

Erstaunlich war die Bartensteiner Aufführung der Zauberflöte aber noch in einer anderen Hinsicht. Die europäischen Höfe und die großen Städte, die die Oper schon bald aufführten, verfügten alle über professionelle Orchester mit Berufsmusikern. In Bartenstein aber agierten Laien. Erbprinz Ludwig Aloys, der das erforderliche Theatergebäude für die Aufführung hatte vergrößern lassen, sang und spielte den Tamino, sein Bruder, Prinz Karl Joseph, der spätere Fürst von Hohenlohe-Jagstberg, den Sarastro und Hofrat von Godin den Papageno. Andere Gesangs- wie Instrumentalpartien wurden von Dienern und Bürgern aus Bartenstein übernommen. Das war das eigentlich Verblüffende der Bartensteiner Aufführung von 1796.

Die Zauberflöte stand nicht allein. Auch andere Opern sind in Bartenstein bekannt gewesen und unter ähnlichen Bedingungen aufgeführt worden. Schwestern des Erbprinzen wirkten nachweislich als Sängerinnen mit. Die Familie des Fürsten Ludwig Leopold galt schon unter Zeitgenossen als musikalisch. Es ist bekannt, dass die Prinzen und Prinzessinnen Musikinstrumente spielten, dass sie gerne sangen und auch sonst aktiv am Musikleben der Zeit teilnahmen. Es fanden in Bartenstein regelmäßige Konzerte statt.

Soweit noch erhalten, befinden sich die Zeugnisse über das Bartensteiner Musikleben heute im Hohenlohe-Zentralarchiv auf Schloss Neuenstein. Die Notenhefte der Bartensteiner Zauberflöten-Aufführung existieren hier noch. Mit den Namen der Sänger und Sängerinnen auf den Titelblättern dokumentieren sie die Besetzung von 1796. Immerhin 8,5 Meter Regal benötigt das Notenmaterial aus Bartenstein im Hohenlohe-Zentralarchiv. Manches ist in den über 200 Jahren zwar auch abhanden gekommen, doch nennen uns Inventare alle Titel der damals vorhandenen Noten. Damit sind sie unschätzbare Quellen über die Interessen des Bartensteiner Musiklebens im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Ein in einem dicken Band eingehefteter, nur zufällig entdeckter Rechnungsbeleg hält die Abgabe von Fleisch an Bartensteiner Musiker zum Fest der Hl. Cäcilia, der Schutzpatronin der Musik, fest. Er verrät die Namen der Musiker in Bartenstein. Zwei im Verlauf des 19. Jahrhunderts abgefasste "Erinnerungen", die des späteren Fürsten Karl Joseph zu Hohenlohe-Jagstberg und die der Prinzessin Sophie zu Hohenlohe Bartenstein, enthalten aufschlussreiche Angaben zum Musikleben in Bartenstein.

Diese Dokumente und eine Auswahl weiterer herausragender Zeugnisse zum Thema aus dem Hohenlohe-Zentralarchiv sind in der Ausstellung in der Sparkasse in Künzelsau im Original zu sehen. Wer die alte deutsche Schrift der Erinnerungen des Fürsten zu Hohenlohe-Jagstberg über die Zauberflötenaufführung von 1796 nicht vollständig entziffern kann, erfährt den Text aus der beigefügten Transkription. Die beiden Seiten über das Bartensteiner Musikleben in den "Erinnerungen" der Prinzessin Sophie werden ebenfalls gezeigt und sind vom Französischen ins Deutsche übersetzt. Ausführliche Beschriftungen der Exponate erläutern die Dokumente und zeigen ihre Hintergründe auf.

Die Ausstellung will jedem Interessierten ein quellenauthentisches Bild von der Aufführung der Zauberflöte 1796 und dem Musikleben in Bartenstein dieser Zeit ermöglichen. Sie ist in die sechs Themen unterteilt:

  1. Hohenlohe-Bartenstein um 1800
  2. Musikleben am Bartensteiner Hof
  3. Die Aufführung der Zauberflöte 1796
  4. Weitere Opern
  5. Kirchenmusik
  6. Johann Evangelist Brandl

Die Ausstellung wird ergänzt durch

Impressionen zur Zauberflöte von Eva-Maria Bossmann

"Die Zauberflöte als Oper ist so vielschichtig, dass meine Bilder nur auf einzelne Punkte hinweisen können. Sie als "Märchenoper" abzutun, ist nach Stefan Kunzes Monographie von 1984 falsch.
In erster Linie ist sie die Grundidee einer Lebenswanderung, die zugleich Prüfungsweg ist, um Glück und Wahrheit zu erlangen und damit einem Läuterungsprozess unterliegt.
Das habe ich in meiner Bildserie versucht darzustellen. Ich habe mir die dramatischen Höhepunkte ausgesucht, die jeweils eine Änderung und ein Vorwärtsschreiten der Handlung bewirken."

Biographie

Geboren in Breslau 1924; dort Abitur 1942, Studium an der Staatlichen Kunstakademie Dresden (1942/1943) und bis 1945 an der Kunstakademie und Universität in Breslau. Unterbrechung der künstlerischen Arbeit durch Flucht und Gründung einer Familie (drei Söhne). Erstes Atelier in Crailsheim 1958.

Ab 1963 großformatige Wandteppiche,

ab 1970 künstlerische Gesamtgestaltungen,

1962 Mitglied des Hohenloher Kunstvereins,

1963 Aufnahme in den Verband bildender Künstler in Baden-Württemberg,

1971 Eintritt in die Gedok und Mitglied der Federation Internationale Feminine,

1972 Atelier im Haus des Verbandes bildender Künstlerinnen Stuttgart bis 1983,

1964 bis 1985 Atelier im Wohnhaus Kocherstetten,

ab 1986 Atelier im Wohnhaus Waldenburg.