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Landesarchiv >> Projekte >> Digitale Publikation der Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Fachkonferenz im November 2004

Fachkonferenz im November 2004

Digitale Präsentationen von Wasserzeichen und ihre Nutzung. Internationale Fachtagung zur Wasserzeichenforschung in Stuttgart

Tagungsbericht

Von Peter Rückert und Jeannette Godau

Am 25./26. November 2004 fand im Hauptstaatsarchiv Stuttgart eine internationale Fachtagung zu Wasserzeichen, ihrer wissenschaftlichen Erforschung und digitalen Präsentation statt. Unter dem Titel "Piccard Online" stand dabei die Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv, die als weltweit größte und bedeutendste Sammlung gilt, im Mittelpunkt. Ihre digitale Publikation im Internet wird gerade in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt vorbereitet und bot aktuellen Anlass zur Präsentation und Diskussion im internationalen Rahmen.

Abbildung Wasserzeichentyp Ochsenkopf, darüber Schlange, an zweikonturigem Kreuz
Beispiel Wasserzeichentyp Ochsenkopf, darüber Schlange, an zweikonturigem Kreuz

Organisiert vom Hauptstaatsarchiv und der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg gab die Tagung zunächst in einem Workshop Gelegenheit, inhaltliche und technische Möglichkeiten der digitalen Präsentation von Wasserzeichen und ihrer Vernetzung im internationalen Kontext zu profilieren. Einführend wurden zunächst die aktuellen Förderstrategien der DFG im Bereich Informationssysteme für die Erforschung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit vorgestellt (Johannes Fournier, Bonn), wovon auch die Tagung wesentlich profitierte. Etwa 60 Fachleute, Handschriften- und Inkunabelforscher, Kunst- und Papierhistoriker, Musikwissenschaftler und andere Wasserzeichenexperten aus sechs europäischen Ländern und Russland referierten und diskutierten anschließend den aktuellen Stand im wissenschaftlichen und technischen Umgang mit den Wasserzeichen. An den Workshop schlossen sich gut besuchte öffentliche Vorträge zu Biographie und Werk von Gerhard Piccard (Hermann Bannasch, Stuttgart) und dem Papier des berühmten Buxheimer Orgelbuchs aus dem 15. Jahrhundert (Judith Kaufmann, München) an. Auch bei Presse und Rundfunk fand das Expertentreffen ein unerwartet starkes Interesse.

Der Ansatz der Tagung war ein doppelter: Es sollte zunächst um den Umgang mit Wasserzeichen, ihre Sammlung, Publikation und wissenschaftliche Bedeutung gehen. Damit lag der Fokus auf dem Einsatz neuer Medien, den Vernetzungsmöglichkeiten großer Datenmengen in Text und Bild und der Entwicklung von Strategien zur internationalen Kooperation. Daneben bildeten die konkreten Anforderungen und Perspektiven der Nutzung digitaler Wasserzeichensammlungen, vor allem aus dem Bereich der Handschriftenforschung, einen zweiten thematischen Schwerpunkt.

Abbildung des Wasserzeichens Nr. 44425, Typ "Fische", datiert Braunschweig, 1563
Beispiel Wasserzeichentyp "Fische", Nr. 44425, datiert Braunschweig, 1563

Das Internetangebot zur Wasserzeichenforschung wird dominiert von drei großen Wasserzeichendatenbanken, die nacheinander vorgestellt wurden: Die Sammlung Wasserzeichen des Mittelalters (WZMA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, die Sammlung Watermarks in incunabula printed in the Low Countries (WILC) der Koninklijken Bibliotheek in Den Haag sowie die Sammlung Piccard, die mit ca. 20.000 bereits im Internet publizierten Wasserzeichen auch hier die Reihenfolge anführt.

Nach einem einführenden Überblick über die Entstehungs- und Erschließungsgeschichte der Sammlung Piccard, die von Gerhard Piccard (1909-1989) als sein Lebenswerk mit fast 100.000 Wasserzeichenbelegen aufgebaut und in 17 einschlägigen Findbüchern zum Teil publiziert wurde (Peter Rückert, Stuttgart - Abstract), wurde die Internet-Präsentation von Piccard Online vorgestellt (Jeannette Godau, Stuttgart - Abstract). Bis Mitte des Jahres 2005 soll die Piccard-Sammlung komplett im Internet publiziert sein. Erste Perspektiven für ein umfassendes Internetportal, ausgehend von den drei genannten großen Wasserzeichensammlungen, konnten bereits entworfen werden (Gerald Maier, Stuttgart - Abstract). Es folgte die eingehende Vorstellung der Datenbank WZMA (Maria Stieglecker/Alois Haidinger, Wien - Abstract), deren Verlinkung mit Piccard Online bereits in dem laufenden DFG-Projekt umgesetzt wird. Die Sammlung WILC mit ihren ca. 16.000 Belegen verfestigte den nachhaltigen Eindruck digitaler Wasserzeichenpräsentationen, die fachgerechte Recherchefunktionalitäten bieten (Gerard van Thienen, Den Haag/Martine Veldhuizen, Utrecht - Abstract).

Abbildung des Wasserzeichens Nr. 21119, Typ "Mensch", datiert Badenweiler, 1550
Beispiel Wasserzeichentyp "Mensch", Nr. 20909, datiert Wassertrüdingen, 1552

Der mit diesen Präsentationen zur Diskussion gestellte wissenschaftliche Umgang mit Wasserzeichen wurde in den anschließenden Vorträgen auf die Anforderungen und Perspektiven der Nutzung hin konkretisiert. Diese wurden vor allem aus dem Bereich der Handschriften- und Inkunabelforschung formuliert; zunächst mit einem weitgefassten Überblick über die Bedeutung publizierter Wasserzeichensammlungen für diesen Bereich (Christoph Mackert, Leipzig - Abstract), anschließend in Hinblick auf die zentrale Problematik der internationalen Wasserzeichenterminologie (Nigel Palmer, Oxford - Abstract). Dabei drängte sich in der Diskussion besonders die Notwendigkeit des terminologischen Abgleichs der bislang unterschiedlichen Wasserzeichennomenklaturen auf, der zugleich eine mehrsprachige Verfügbarkeit impliziert.

Konkrete Erfahrungen und Anforderungen aus der Praxis der Handschriftenerschließung vermittelten abschließend Referate aus den "Handschriftenzentren" bei den Staatsbibliotheken Berlin (Anne-Beate Riecke/Juliane Trede - Abstract) und München (Hardo Hilg/Karl Heinz Keller - Abstract). Hier wurde der Umgang mit den vorgestellten Datenbanken - der bereits zum Erschließungsalltag der Handschriftenbeschreiber gehört - bis ins Detail problematisiert und evaluiert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen soweit wie möglich noch in die laufende Projektarbeit einbezogen bzw. als Anregung für neue Projekte aufgegriffen werden. Gerade dieser konkrete Erfahrungsaustausch der professionellen Nutzer digitalisierter Wasserzeichensammlungen sorgte schließlich für eine angeregte Schlussdiskussion, die nicht zuletzt von dem internationalen Format und der interdisziplinären Ausrichtung ihrer Teilnehmer profitierte. Die im Rahmen der Tagung gebotenen Kontaktmöglichkeiten haben jedenfalls die internationale Zusammenarbeit über die virtuelle Vernetzung digitalisierter Wasserzeichensammlungen hinaus auch im individuellen wissenschaftlichen Umgang mit den Wasserzeichen fördern können und lassen weitere grenzüberschreitende Kooperationen erwarten.

Abbildung des Wasserzeichens Nr. 26130, Typ "Wappen", datiert Stuttgart, 1625
Beispiel Wasserzeichentyp "Wappen", Nr. 26130, datiert Stuttgart, 1625

Programm und Kurzfassungen der Tagungsbeiträge

Foto der Tagungsteilnehmer

Die Tagungsteilnehmer bei "Piccard-Online"