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Landesarchiv >> Projekte >> Digitale Publikation der Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Die Wasserzeichenkartei Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart: ein Probelauf zur weiteren Publikation

Die Wasserzeichenkartei Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart: ein Probelauf zur weiteren Publikation

Peter Rückert

Die Wasserzeichenforschung hat als relativ junger Zweig der historischen Hilfswissenschaften bedeutende neue Möglichkeiten zur Datierung und Einordnung spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Schriftguts eröffnet. Die Methode, historische Papiere anhand ihrer Wasserzeichen einer Papiermühle und deren Produktivität zuzuordnen, ist mittlerweile in der Fachwelt etabliert und hat international zu umfangreichen Wasserzeichensammlungen geführt. Die Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart wurde bislang in einer Reihe von 17 Findbüchern mit insgesamt 25 Bänden erschlossen und zwischen 1961 und 1997 durch die Staatliche Archivverwaltung Baden-Württemberg im Druck vorgelegt (vgl. Archivnachrichten Nr. 12 und 15). Mit dieser grundlegenden und international renommierten Publikation sind allerdings erst etwa zwei Drittel der Piccardschen Kartei für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ihr unpublizierter Rest umfaßt etwa 37 000 weitere Karteikarten, die nur grob vorgeordnet und damit zur Zeit noch unbenutzbar sind.

Abbildung des Wasserzeichens Nr. 21119, Typ "Mensch", datiert Badenweiler, 1550
Beispiel Wasserzeichentyp "Mensch", Nr. 20909, datiert Wassertrüdingen, 1552

Der bereits nachdrücklich artikulierte Bedarf der hilfswissenschaftlichen Forschung, in erster Linie der Handschriftenkunde, an einer Fortsetzung des Piccard fordert zu einer raschen Bearbeitung der Wasserzeichensammlung auf. Da eine Fortführung der gedruckten Reihe der Wasserzeichenbände wegen der unzureichenden Qualität der wenigen noch vorliegenden Manuskripte nicht in Frage kommt, ist jetzt eine Publikation in alternativer Form geplant. Voraussetzung für jegliche Art der Veröffentlichung der bislang nicht publizierten Karteiteile ist allerdings deren vorherige Systematisierung und Ordnung. Um den Arbeitsaufwand hierfür zu bemessen, hat das Hauptstaatsarchiv vier Wochen lang einen Probelauf mit zwei repräsentativen Wasserzeichentypen (Mensch/Kopf und Baselstab, mit insgesamt 1500 Karteikarten) durchgeführt. Für beide Typen wurde unter Anlehnung an die Piccardsche Systematik eine hierarchische Gliederung aufgestellt, welche die eindeutige Zuweisung der einzelnen Wasserzeichenbelege erlaubt und damit grundlegend über die unter primär ästhetisch bestimmten Gesichtspunkten vorgenommene Aneinanderreihung Piccards hinausgeht.

Abbildung des Wasserzeichens Nr. 32860, Typ "Bastelstab", datiert Ensisheim, 1570
Beispiel Wasserzeichentyp "Bastelstab", Nr. 32860, datiert Ensisheim, 1570

Mit der systematischen Ordnung der beiden Wasserzeichensymbole wurde gleichzeitig ein Gliederungsschema erarbeitet, das für die weitere Ordnung der unpublizierten Teile der Wasserzeichenkartei Anwendung finden kann. Diese Systematisierungs- und Ordnungsarbeiten, die aus Mitteln der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanziert werden, sollen Mitte 1999 anlaufen und nach einem Jahr abgeschlossen sein. Nach der systematischen Ordnung ist an eine Verfilmung und (möglicherweise gleichlaufende) Digitalisierung der Karteikarten gedacht, welche dann eine Publikation auf CD-ROM und im Internet ermöglicht. Diese Publikationsform erscheint als Medium für eine angemessene und zügige Fortsetzung der gedruckten Publikationsreihe des Piccard bestens geeignet; vor allem ermöglicht sie dann den international gefragten, schnellen Zugriff auf diese weltweit wichtigste Sammlung von Wasserzeichen.

Quelle: Archivnachrichten Nr. 18 (Mai 1999), S. 10.