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Landesarchiv >> Projekte >> Digitale Publikation der Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Piccard-Online - Projektstart zur Digitalisierung der kompletten Wasserzeichensammlung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Piccard-Online - Projektstart zur Digitalisierung der kompletten Wasserzeichensammlung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Harald Bauer und Peter Rückert

Stand: Mai 2004

Die Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Bestand J 340) ist die weltweit wichtigste, weil umfangreichste Sammlung ihrer Art. Bei ihren rund 95 000 Einzelbelegen handelt es sich um naturgetreue Durchzeichnungen von Gerhard Piccard, deren Beitrag für die Wasserzeichenforschung fundamental ist. Schließlich erhöht eine breite Datenbasis die Trefferwahrscheinlichkeit bei der Suche nach identischen Zeichen, womit undatiertes, auf Papier geschriebenes Schriftgut auf wenige Jahre zeitlich genau eingeordnet werden kann. Ein Großteil der Sammlung wurde zwischen 1961 und 1997 in 25 Bänden publiziert (vgl. Archivnachrichten Nr. 26).

Vor zwei Jahren wurde mit Mitteln der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg der bislang unpublizierte Rest der Kartei - rund 20 000 Karten - systematisiert, geordnet, digitalisiert und letztlich im Internet veröffentlicht (www.landesarchiv-bw.de/piccard; vgl. Archivnachrichten Nr. 18). Diese Internetpräsentation eröffnet völlig neue Nutzungsmöglichkeiten und wird vor allem von der Handschriften- und Papierzeichenforschung bereits intensiv genutzt, wie die ständig steigenden Zugriffszahlen auf die Online-Präsentation belegen.

Abbildung Wasserzeichentyp Ochsenkopf, darüber Schlange, an zweikonturigem Kreuz
Beispiel Wasserzeichentyp Ochsenkopf, darüber Schlange, an zweikonturigem Kreuz

Seit Juli 2003 läuft nun das mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Anschlussprojekt zur Online-Publikation der kompletten Piccard-Kartei, woran das Hauptstaatsarchiv gemeinsam mit der Landesarchivdirektion sowie die Österreichische Akademie der Wissenschaften in Wien, Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, beteiligt sind. Dabei handelt es sich zunächst um die bereits in den 17 Findbüchern durch die staatliche Archivverwaltung veröffentlichten Wasserzeichentypen einschließlich der in der Kartei zusätzlich vorhandenen unveröffentlichten Belege. Gerade vor dem Hintergrund, dass die fünf ersten Piccard-Bände (Kronen-, Ochsenkopf- und Turm-Wasserzeichen) nur als Findbehelfe dienen sollten und die einzelnen Wasserzeichenbelege gar nicht oder nur zum Teil bieten, wird der Publikationsstand der Sammlung wesentlich erweitert. Gleichzeitig werden damit auch mehrere 100 neue Varianten verschiedener bereits veröffentlichter Typen für die digitale Nutzung erschlossen. Diese rekrutieren sich vor allem aus Piccards Karteinachträgen zu den gedruckten Findbüchern und aus den im Jahr 2000 systematisierten, zuvor nicht geordneten und zugewiesenen Restbeständen.

Es gilt nun, zunächst eine systematische Ordnung in der Wasserzeichensammlung zu erstellen, die anschließend eine problemlose digitale Nutzung ermöglicht. Der Nutzer soll sich über visuelle und verbalisierte Wegweiser möglichst rasch in den verschiedenen Ordnungsebenen per Mausklick zu den gesuchten Belegen vorarbeiten können. Die hierfür erstellte Klassifikation orientiert sich jeweils an der Gliederung des zugehörigen Findbuchs, nicht an dem mangelhaften Ordnungszustand in der Kartei. Mängel in der systematischen Ordnung der veröffentlichten Findbücher I-III erforderten allerdings bereits, neue Untergliederungen zu definieren, so dass die neue Ordnung bestenfalls nur in ihrer ersten und zweiten Ordnungsebene der Ordnung des Findbuchs entspricht. Bei der digitalen Präsentation wird natürlich jeweils auf die entsprechende Belegstelle im zugehörigen Band verwiesen und damit die wechselseitige Konkordanz hergestellt.

Die Wasserzeichenbelege für die Typen Krone (rund 5800), Ochsenkopf (rund 24 500) und Turm (rund 6000) wurden bereits neu geordnet, womit etwa die Hälfte der Kartei zur digitalen Eingabe vorbereitet ist. Die Texte der Piccardkartei werden nun in die Datenbank eingegeben und entsprechend der systematischen Ordnung klassifiziert. Anschließend werden die Wasserzeichenbilder über Dienstleister mit einem automatischen Durchlaufscanner eingelesen und digital bearbeitet. Die Verknüpfung der Bild- und Textdaten wird wiederum durch die identische Datensatz- oder Bilddateinummer gewährleistet (vgl. Archivnachrichten Nr. 26). Daran wird sich die beschriebene automatisierte Bildvermessung anschließen. Für den November 2004 ist im Hauptstaatsarchiv eine Fachtagung mit Workshop und öffentlichen Vorträgen zur Wasserzeichenforschung geplant, wo auch der aktuelle Stand des Piccard-Projekts vorgestellt und diskutiert werden soll. Mit dem Abschluss des Projekts darf dann im Sommer 2005 gerechnet werden.

Quelle: Archivnachrichten Nr. 28 (Mai 2004), S. 23.