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Landesarchiv >> Projekte >> Digitale Publikation der Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Projektkonzeption

Projektkonzeption

Ausgangslage

Die in 25 Bänden vorgelegten 17 Findbücher Piccards erschlossen seine Sammlung noch nicht einmal zu zwei Dritteln und teilweise nur unzulänglich. Von dem rund 37.000 Belege umfassenden Teil der Wasserzeichenkartei Piccard, der nicht über gedruckte Findbücher zugänglich ist, wurden in einem durch Mittel der Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg finanzierten Projekt bereits rund 20.000 Karten digital aufbereitet und im Internet publiziert (www.piccard-online.de) Die übrigen ca. 17.000 Belege Piccards wurden als Nachträge den bereits in den Bänden publizierten Wasserzeichentypen zugeordnet.

Vorprojekt: Digitalisierung der nicht in den Bänden publizierten Wasserzeichen

Voraussetzung für jegliche Art der Veröffentlichung der nicht publizierten Karteiteile von Piccards Sammlung waren deren vorherige Systematisierung und Ordnung. Da von vornherein an eine digitale Präsentation der Karteikarten gedacht war, musste diese Ordnung für die zukünftige Struktur der Sammlung und ihr Rechercheangebot ausschlaggebend sein. Es wurde also unter Anlehnung an die Piccardsche Systematik eine hierarchische Gliederung mit einem feingestaffelten Klassifikationsschema erstellt, das die eindeutige Zuweisung der einzelnen Wasserzeichenbelege erlaubte und damit grundlegend über die primär unter ästhetisch bestimmten Gesichtspunkten zusammengestellte Aneinanderreihung Piccards hinausgeht. Finanziert durch Mittel der Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg wurden diese Ordnungsarbeiten nach einem Jahr abgeschlossen. Als Ergebnis wurden 18 neue Wasserzeichentypen definiert - von Mensch über Wappen und Buchstaben bis zu Fischen und Weichtieren -, die etwa 20.000 Wasserzeichenbelege umfassen. Die übrigen ca. 17.000 Belege Piccards wurden als Nachträge den bereits in den Bänden publizierten Wasserzeichentypen zugeordnet.

Es sollte nun - im Sinne der Fortsetzung des "Piccard" - zunächst um die Publikation dieser neuen Wasserzeichentypen gehen, die unter Erfassung sämtlicher Belege digital bearbeitet und für eine Präsentation im Internet aufbereitet werden sollten. Entgegen kam dieser Bearbeitung die systematische Arbeitsweise Piccards: Wie schon gesagt, wurden alle Wasserzeichen unter Berücksichtigung der Bindedrähte auf normierte Karteikarten übertragen, die jeweils auch mit den entsprechenden Grunddaten versehen sind: Provenienz, d.h. Lagerort des Belegs mit Signatur, Datierung und Lokalisierung der Handschrift, d.h. Beschreibdatum und -ort, gegebenenfalls Aussteller bzw. Verfasser des Textes sowie Bemerkungen. Diese Grunddaten bildeten auch das Gerüst einer MSAccess-Datenbank, welche die entsprechende Feldgestaltung erlaubte und nun mit den Einzeldaten gefüllt wurde. Neben den rund 20.000 Datensätzen wurden ca. 1.800 Klassifikationsdatensätze zugeordnet, welche die Strukturierung der Datenmenge bestimmen. Die Wasserzeichenbilder selbst wurden anschließend über Dienstleister mit einem automatischen Durchlaufscanner eingelesen und digital bearbeitet. Die Verknüpfung der Bild- und Textdaten wurde durch die identische Datensatz- bzw. Bilddateinummer gewährleistet.

Binnen weniger Wochen lagen die Bilddateien auf CD-ROM vor und waren problemlos mit den Textdaten zu verknüpfen. Die Gestaltung der Nutzeroberfläche orientierte sich neben der Datenstruktur auch an dem bereits etablierten Modul des Landesarchivs Baden-Württemberg. Vorgabe war dabei in erster Linie, dass Suchläufe sowohl über die Text- wie über die Bilddaten, also auch rein visuell, möglich sein sollten. In aller Regel geht die Suche doch von einem vorliegenden undatierten Wasserzeichen aus, das zu identifizieren ist. Für diese Identifikation musste natürlich auch ein Tool zur identischen Druckausgabe geschaffen werden, das über eine PDF-Version den 1:1-Ausdruck und damit den direkten Vergleich mit der Vorlage ermöglicht.

Diese Präsentation der bislang unpublizierten Wasserzeichentypen der Sammlung Piccard umfasste etwa 20.000 Belege.

Projektziel

Ziel des neuen DFG-Projektes war es, die komplette Wasserzeichensammlung Piccard - das heißt sowohl die neu zugeordneten noch unpublizierten Karten als auch alle den gedruckten Findbüchern zugrunde liegenden Abzeichnungen - digital zu bearbeiten und im Internet kostenfrei zugänglich zu machen. Auf der Grundlage der bereits vorliegenden Internetteilpublikation und basierend auf den Erfahrungen mit den Vorarbeiten war zunächst die Systematisierung und Ordnung des großen Restbestandes von ca. 75.000 Wasserzeichen im Hauptstaatsarchiv Stuttgart anzugehen. Hierfür wurde das vorliegende Klassifikationsschema von Piccard zugrunde gelegt, wie es bereits in den publizierten Bänden enthalten war. Es sollte gewährleistet sein, dass die von Piccard publizierten Zeichen weiterhin auch unter ihrem geläufigen Zitat zu identifizieren sind. Die Klassifikation Piccards wurde verfeinert und untergliedert, um den Ansprüchen der digitalen Präsentation zu genügen.

Für die differenzierte Navigation und umfassende Suchläufe wurde die Datenbankstruktur ausgebaut und die Oberflächengestaltung optimiert. Ziel war zudem eine Verlinkung der Sammlung Piccard mit der Wiener Sammlung "Wasserzeichen des Mittelalters" (WZMA). Gleichzeitig sollte der weitere Ausbau der Sammlung bzw. ihre Vernetzung im Sinne des Portalgedankens vorbereitet und technisch angelegt sein.

Optimierung der Online-Präsentation

Parallel zur Ordnung und Erfassung der Wasserzeichenbelege anhand von Beispieldaten sollte die vorliegende Internet-Anwendung vor allem in programmiertechnischer aber auch gestalterischer Hinsicht optimiert werden. Der Funktionsumfang sollte sich in wesentlichen Punkten erweitern:

  • Mithilfe eines speziellen Menüs soll der Benutzer nach Wasserzeichen aus einem bestimmten Zeitraum suchen können.
  • Die Internet-Präsentation soll um eine Übersicht erweitert werden, die alle Klassifikationspunkte mit der Anzahl der jeweils folgenden Karten enthält (Dynamische Generierung).
  • Bei den Vorschaltkarten der einzelnen Klassifikationsgruppen sollen Links stehen, die zu den zugehörigen Einleitungstexten führen.
  • Das Feld "inhaltliche Bemerkungen" soll Verweise auf identische Zeichen in der Sammlung Piccard sowie in anderen Wasserzeichensammlungen (derzeit vor allem die Sammlung WZMA), nach Möglichkeit mit einem Link auf das entsprechende Wasserzeichenbild, aufnehmen.
  • Um eine effiziente Recherche über das Motiv zu gewährleisten, sollen von jedem Wasserzeichen mindestens drei Größenparameter erhoben werden: Abstand der das Wasserzeichen flankierenden Bindedrähte, größte Höhe und größte Breite des Zeichens. Darüber hinaus sollen von kompliziert aufgebauten und zahlreich überlieferten Wasserzeichen bis zu drei weitere Parameter abgenommen werden. Die Suchfunktionalität der Anwendung ist also in der Weise zu erweitern, dass in einem frei wählbaren Bereich der virtuellen Kartei nach Wasserzeichen mit bestimmten Abmessungen gesucht werden kann.
  • Das vom Wiener Projekt bereits erstellte Tool zur automatisierten Vermessung der Wasserzeichen soll dort evaluiert werden, um die Vermessung der relevanten Zeichen vor Ort durchzuführen. Gleichzeitig sollen die im Bild gedrehten Zeichen korrekt ausgerichtet werden und der inhaltliche Abgleich der beiden Sammlungen durchgeführt und über das Bemerkungsfeld nachgewiesen werden.

Vorher und Nachher-Ansicht der Ausrichtung eines Wasserzeichens Typ "Glocke" (Nr. 40103)
Beispiel für die Ausrichtung eines Wasserzeichens, Typ "Glocke", Nr. 40103 (Für eine vergrößerte Ansicht auf das Bild klicken!)