Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

Was finden Sie wo?

Erste Zugänge

Angebote für Schulen und Gruppen

Nutzung gesperrter Archivalien

Arbeitshilfen und Dienstbibliotheken

Rechtsgrundlagen und Formulare

Öffnungszeiten

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Quellen und Themen für den Unterricht

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Rechtsgrundlagen

Übergabeverzeichnisse

Landesarchiv >> Hauptstaatsarchiv Stuttgart >> Digitale Präsentationen >> Archivale des Monats 2000–2010 >> Besetzt - befreit. Dokumente zum Kriegsende 1945

Besetzt - befreit. Dokumente zum Kriegsende 1945

Archivale des Monats April/Mai 2005

Foto der zerstörten Stuttgarter Stiftskirche
Die zerstörte Stiftskirche in Stuttgart

Zerstörte Städte und millionenfacher Tod, entwurzelte Menschen und unsägliches Leid sind die Bilanz des Zweiten Weltkrieges. Mit der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 endeten die Kampfhandlungen in Deutschland. Bereits am 22. April 1945 waren französische Truppen in Stuttgart eingerückt; Bad Cannstatt wurde von den Amerikanern besetzt.

In seiner Reihe "Archivale des Monats" erinnert das Hauptstaatsarchiv mit Fotos und Originaldokumenten an die Ereignisse vor 60 Jahren. Gezeigt wird das Elend der letzten Kriegsjahre: der tägliche Bombenterror, das Leben in Trümmern, die fanatischen Durchhalteparolen der NS-Führung, wie sie in den letzten Kriegsausgaben der damaligen deutschen Presse nachzulesen sind. Unscheinbar und doch beklemmend wirken einige Schriftstücke, die sich mit der Verbrennung toter KZ-Häftlinge in württembergischen Krematorien beschäftigen.

Nach der "Stunde Null" werden die kollektive Trümmerbeseitigung, die Internierung belasteter Nationalsozialisten, das Gedenken an die Opfer des Faschismus, die Unterbringung von Heimatvertriebenen und nicht zuletzt die Sorge ums tägliche Brot dargestellt. Der demokratische Neubeginn spiegelt sich in der ersten Kabinettssitzung der Regierung Reinhold Maiers vom 19. September 1945, in der man des von den Nazis hingerichteten Staatspräsidenten Eugen Bolz gedachte.

Verbrannte Archivalien
Verglühte Archivalien, verschmortes Pergament, geschmolzene Siegel

Für viele Stuttgarter Kultureinrichtungen bedeutete der Zweite Weltkrieg nicht nur den Verlust ihrer historischen Gebäude, sondern auch schwere Einbußen in den Sammlungsbeständen. Schon während der ersten Kriegsjahre hatte das Hauptstaatsarchiv besonders wertvolle Pergamenturkunden und Bände in Kellerräume des Württembergischen Landtags in der Kronprinzenstraße ausgelagert. Im Juli 1944 brannte das Gebäude bei einem Fliegerangriff vollständig aus. Erst 1946/47 konnten die verschütteten Panzerschränke aufgeschweißt und die teils ausgeglühten, teils verschmorten Dokumente geborgen werden. Im Mittelpunkt der Präsentation ist eine Auswahl des damals geborgenen und doch irreparabel zerstörten Kulturguts zu sehen, darunter ein Exemplar des Tübinger Vertrags von 1514, der "Magna Charta" des Herzogtums Württemberg. Darüber hinaus zeigt ein Ölgemälde des Kunstmalers Paul Kälberer (1896-1974) die Ruine des klassizistischen Archivgebäudes, die zu Beginn der 1960er Jahre abgetragen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Glücklicherweise hatte man das Gros der historischen Archivbestände frühzeitig aufs Land, in Bergwerke und Schlösser, verlagert, von wo sie nach Kriegsende ohne größere Verluste zurückgeholt werden konnten.

Gemälde der Archivruine in der Neckarstraße
Gemälde der Ruine des Archivs in der Neckarstraße von P. Kälberer