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Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2005 >> Abteilung 7: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Abteilung 7: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Jahresbericht

Im Hauptstaatsarchiv sind 2005 zwei Beamte des gehobenen Dienstes ausgeschieden, deren Stellen aufgrund der mit der Verwaltungsreform verbundenen Sparauflage nicht wieder besetzt wurden. Am 31. Dezember waren - gemessen am Personalstand von 2003 - insgesamt sechs frei gewordene Stellen weggefallen: dreieinhalb Stellen im Gehobenen Dienst und zweieinhalb Angestellten-Stellen. Besonders gravierend sind die Abgänge im Gehobenen Dienst (zwei Facharchivare, ein Bibliothekar, eine halbe Stelle in der Verwaltung). Auch wenn durch interne Umschichtungen, die in den Jahren 2004 und 2005 erfolgt sind und insbesondere eine Reduktion der Aufgabenwahrnehmung in der Ergänzungsdokumentation, bei der Erschließung und bei der Betreuung der Bibliothek zur Folge haben, die Anpassung an die eingetretene Situation zunächst möglich war, sind die eingetretenen und bereits absehbaren Lücken im Gehobenen Dienst doch so gravierend, dass bei der weiteren Personalplanung des Landesarchivs geprüft werden muss, ob sie zumindest zum Teil wieder geschlossen werden können. Positiv ist zu berichten, dass eine in mehreren Fällen Verträge über befristete Arbeitsverhältnisse geschlossen werden konnten. Dadurch konnten insbesondere gute Ergebnisse in der Bestandserhaltung erzielt werden.

In der Überlieferungsbildung wurden größere Abgaben des Staatsministeriums (Kulturelle Angelegenheiten), des Sozialministeriums (Gesundheit) des Innenministeriums (Verkehr) und des Kultusministeriums (Allg. Verwaltung) übernommen. Beim Justizministerium konnten umfangreiche Personalakten, darunter auch Unterlagen jüdischer Rechtsanwälte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, ausgesondert werden. Aufwändige Aktenbewertungen sind beim Innenministerium, beim Wirtschaftsministerium und beim Ministerium Ländlicher Raum und im Finanzministerium erfolgt.

Einen wichtigen Zugang nichtstaatlicher Provenienz stellen Unterlagen dar, die von Baron von Varnbüler aus Schloss Hemmingen übernommen wurden. Sie ergänzen das Familienarchiv, dessen größter Teil sich bereits seit langem im Hauptstaatsarchiv befindet.

Im Bereich der Bestandserhaltung wurden ca. 400 lfd.m Archivgut verpackt und knapp 100 Bände in der eigenen Werkstatt restauriert. Das Ludwigsburger Institut für Erhaltung führte die Arbeiten an den Urfehden (A 44) fort. Restauriert und verfilmt wurde der Nachlass Heinrich Schickhardt (N 220). Von externen Dienstleistern wurden namentlich die schwer wassergeschädigten Archivalien der Herzoglichen Kunstkammer (A 20a) instand gesetzt.

Die Schwerpunkte der Erschließung und Retrokonversion lagen bei den älteren Beständen vor 1806 auf den Urkunden und Akten des Klosters Adelberg (A 469 I und II), auf dem Selekt der Lagerbüchern (H102/1) und auf den Akten des Gemeindearchivs Gruorn (A 575). Bei den Beständen des 19. Jahrhunderts konnten zwei Repertorien fertiggestellt werden (E 40/11 Außenministerium, Allgemeines und Gebietserwerbungen ab 1806; E 63/8 Kommission zur Auseinandersetzung der Deutschordensangelegenheiten). Fortgesetzt wurden die Erschließungsarbeiten an den Unterlagen des Württembergischen Außenministeriums (E 40/11) und des Justizministeriums (E 301). Im Hinblick auf das neuere staatliche Archivgut wurde damit begonnen, die Gnadenakten des Ministeriums für politische Befreiung (EA 11/106) und die Teilbestände "Pädagogische Hochschulen" des Kultusministeriums zu erschließen. Im Militärarchiv wurden die umfangreichen personenbezogenen Bildnissammlungen (M 707 ff.) in Scope erfasst; die Erschließung steht vor dem Abschluss.

Beim Archivgut nichtstaatlicher Provenienz wurden insbesondere die Verzeichnungs- und Ordnungsarbeiten an den GU Beständen (Archiv der Herzöge von Urach) fortgesetzt; die Erschließung der Bestände korreliert in bemerkenswerter Weise mit der steigenden Nutzung. Das seit 1996 provisorisch vorliegende Findbuch zu den jüdischen Standesregistern wurde nach Scope übertragen und ergänzt, um es online zugänglich zu machen. Das Projekt der Verzeichnung von Karten und Plänen aus den Rentkammerbeständen A 248 und A 249 wurde abgeschlossen. Die Druckschriftenbestände J 150 und J 152 wurden in die Bestände der Bibliothek eingegliedert und retrokonvertiert.

Schwerpunkte im AV-Archiv waren der Mitschnitt und die Zugänglichmachung der Wahlwerbespots zur Bundestagswahl sowie die Konversion und Erschließung der Film- und Tondokumente aus dem Nachlasses des Medienpfarrers Anselm Graf von Adelmann. Fortgesetzt wurde das Kopieren und Erschließen der Mitschnitte der aus dem Landtag.

Im Zuge der Retrokonversion und Erschließung konnte insgesamt der Anteil der online zugänglichen Findmittel im Hauptstaatsarchiv wieder wesentlich erhöht werden. Zum Jahresende lag er mit über 550 online-Repertorien bei rund zwanzig Prozent der Findmittel.

Mit der Einführung von MIDOSA 21 (Scope Archiv) wurde die Infrastruktur für die Erschließung wesentlich verbessert. Die Akzeptanz des Programms ist bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr hoch und wird auch von ehemaligen Skeptikern als Fortschritt empfunden. Positiv hat sich auch die umfassende Neuausstattung der Arbeitsplätze mit leistungsstärkeren Rechnern ausgewirkt.

Das DFG-Projekt "Piccard Online" wurde termingerecht mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass nun alle ca. 95.000 Wasserzeichen der Sammlung Piccard (J 340) über das Internet verfügbar sind. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat ein einjähriges Folgeprojekt zur mehrsprachigen Übersetzung der Datenbank genehmigt, das seit November 2005 bearbeitet wird.

Im Druck vorgelegt wurden im Berichtsjahr die Bände 6 und 7 des Inventars zu den Akten des Reichskammergerichts. Mit ihrer Publikation fand die Veröffentlichung des Stuttgarter Inventars der Reichskammergerichtsakten seinen Abschluss.

Die Anzahl der Nutzungen im Lesesaal hielt sich auf dem Niveau des Vorjahrs; da gleichzeitig die Anzahl der Nutzer leicht rückläufig ist, lässt dies auf eine intensivere Nutzung des Archivs durch einzelne Forscher schließen.

Die Fotowerkstatt des Hauptstaatsarchivs konnte trotz erfolgter Einsparungen im Personalbereich das gute Ergebnis des Vorjahres erreichen. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die Modernisierung der Geräteausstattung: Mit einem neuen A3-Scanner können nun auch Vorlagen in Folio-Größe direkt gescannt werden, ohne dass der Umweg über die Digitalkamera erforderlich wird. Der neue Buchscanner ermöglicht eine schonende Behandlung der Vorlagen bei der Erstellung von Elektrokopien in einem Arbeitsschritt; hier waren zuvor die Aufnahme auf Mikrofilm und der Ausdruck mit dem Readerprinter nötig. Beschafft werden konnte auch ein Großformat-Drucker, mit dem großformatige Poster für Präsentationen und Ausstellungen hergestellt werden können.

Höhepunkt der historischen Bildungsarbeit war die Ausstellung "Antonia Visconti (€ 1405) - Ein Schatz im Hause Württemberg". Sie wurde anlässlich der 600. Wiederkehr des Todestages von Antonia Visconti ab dem 13. September 2005 gezeigt und wegen des großen Publikumsinteresses bis zum 27. Januar 2006 verlängert. Sowohl de Ausstellung und als auch das Begleitbuch waren zweisprachig deutsch-italienisch konzipiert. Ein umfangreiches Begleitprogramm unter dem Titel "Lombardischer Herbst in und um Stuttgart" wurde mit dem Italienischen Kulturinstitut und weiteren Partnern gemeinsam durchgeführt. Dazu zählte auch eine zweitägige wissenschaftliche Tagung zum "Kulturtransfer im Spätmittelalter" sowie eine musikalisch-literarische Soirée zu Francesco Petrarca, die gleichzeitig das Programm der "Französischen Woche" bereicherte. Das archivpädagogische Angebot zur Ausstellung wurde von zahlreichen Schulklassen angenommen.

Die Wanderausstellung "Kurt Georg Kiesinger. Rechtslehrer - Ministerpräsident - Bundeskanzler" wurde in Albstadt, Karlsruhe und Wertheim gezeigt, zum Teil mit einem ansprechenden Rahmenprogramm vor Ort.

Im laufenden Wechsel wurden wiederum die Präsentationen zum "Archivale des Monats" durchgeführt. An das Kriegsende erinnerte ein erweitertes Archivale des Monats "Besiegt - besetzt - befreit", das auch bei Schulklassen auf besonderes Interesse stieß. Auch die Beteiligung an der "Langen Nacht der Museen" am 19. März brachte mit rund 5.000 Besuchern wieder einen bemerkenswerten Zulauf: Anlässlich des 200. Todestages von Friedrich Schiller stand die während der Nach gezeigte Präsentation mit dem darauf abgestimmten musikalischen und kulinarischen Programm unter dem Thema "Dichter im Leben".

Die Nachfrage nach Hausführungen hat weiter zugenommen. Unterstützt und weiterentwickelt wurde das archivpädagogische Programm durch einen Mitarbeiter, der sein Freiwilliges kulturelles Jahr im Hauptstaatsarchiv ableistet.

Die baulichen Maßnahmen zur Erneuerung der öffentlich zugänglichen Bereiche wurden mit dem Einbau einer neuen Theke im Foyer sowie der Renovierung und Neuausstattung des Besprechungszimmers abgeschlossen.

Am 28. Dezember wurde der Archivleiter des Hauptstaatsarchivs zum Präsidenten des Landesarchivs Baden-Württemberg ernannt.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: