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Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2005 >> Abteilung 5: Staatsarchiv Ludwigsburg (mit Hohenlohe Zentralarchiv)

Abteilung 5: Staatsarchiv Ludwigsburg (mit Hohenlohe Zentralarchiv)

Jahresbericht

Die Aktivitäten des Staatsarchivs Ludwigsburg waren im Berichtjahr weiterhin stark von den Auswirkungen der Verwaltungsreform geprägt. Weitere Schwerpunkte der Arbeit bildeten der Verbesserung des Angebots an elektronischen Findmitteln, die Erschließung der Bestände mit Quellen zur NS-Geschichte, Verpackungsarbeiten im Rahmen des Landesrestaurierungsprogramms sowie der Aufbau neuer archivpädagogischer Angebote im Rahmen eines freiwilligen kulturellen Jahrs.

Im Bereich der Überlieferungsbildung war im Berichtsjahr mit über 700 lfd. m Schriftgut, das von knapp 100 Dienststellen abgegeben wurde, der größte Zugang seit Jahren zu bewältigen. Ebenso viele Dienststellen wurden zur Vorbereitung von Aktenaussonderungen kontaktiert. Zurückzuführen ist der Zuwachs auf umfangreiche Aktenübernahmen aus den von Umstrukturierungen betroffenen Verwaltungszweigen. Neben den Behörden, die im Zuge der Verwaltungsreform zum 1. Januar 2005 in die Landratsämter eingegliedert wurden, gaben insbesondere die ebenfalls von Umstrukturierungen betroffenen Staatsanwaltschaften und Finanzbehörden im Berichtsjahr größere Aktenmengen an das Staatsarchiv ab. Die Aktenaussonderungen erfolgten dabei häufig kurzfristig im Zusammenhang mit der Schließung oder Verlagerung von Standorten; teilweise waren Notübernahmen nicht zu vermeiden. Um den Aktenzufluss bei zurück gehenden Ressourcen bewältigen zu können und das einkommende Schriftgut in einem überschaubaren Zeitraum angemessen einlagern und elektronisch recherchierbar machen zu können, wurde - unter Berücksichtigung der Möglichkeiten mit der neuen Archivsoftware SCOPE - eine Überarbeitung des Arbeitsablaufs bei der Zugangsbearbeitung und eine Anpassung der Bearbeitungsstandards auf ein noch vertretbares Qualitätsniveau in Angriff genommen. Trotzdem reichten die durch Zeitkräfte verstärkten Personalressourcen nicht aus, um den stark gestiegenen Arbeitsanfall in diesem Arbeitsbereich bewältigen, so dass neuerlich Rückstände bei der Zugangsbearbeitung entstanden sind.

Die Aktivitäten im Bereich der Bestandserhaltung, die - soweit sie nicht im Rahmen der Zugangsbearbeitung erfolgen - im wesentlichen aus Mitteln des Landesrestaurierungsprogramms und der Arbeitsverwaltung (insbes. Arbeitsgelegenheiten) bestritten werden, konzentrierten sich wie in den Vorjahren auf präventive Maßnahmen. Im Mittelpunkt stand im Berichtsjahr die Verpackung (und gegebenenfalls Entmetallisierung) neu verzeichneter Bestände. In diesem Zusammenhang konnten einige stark genutzte und wegen der Papierqualität überdies besonders gefährdete Bestände aus der frühen Nachkriegszeit (Schlichter für Wiedergutmachung, Spruchkammern) versorgt werden. Mit der Sicherungsverfilmung von Teilen dieser Überlieferung wurde begonnen. Als besonderes Projekt zu erwähnen ist auch die konservatorische Behandlung des umfangreichen Bestands an Bühnenbildentwürfen des Staatstheaters Stuttgart im Vorfeld einer großen Ausstellung.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Erschließungsarbeiten bildete der zügige Ausbau des Angebots an Online-Findmitteln. Im Berichtsjahr konnten durch Retrokonversion insbesondere qualitätsvoller maschinenschriftlicher Findbücher und durch Konversion von Altdaten über 350 Findbücher in elektronischer Form im Intra- oder/und Internet bereit gestellt werden. Stark in Anspruch genommen war das Erschließungsreferat im Berichtsjahr freilich auch durch Arbeiten im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Erschließungssoftware SCOPE; insbesondere die Migration der Erschließungsdaten erwies sich als aufwändiger und fehleranfälliger als vermutet. Insgesamt stehen zum Ende des Berichtszeitraums für mehr als 8000 lfd. Regalmeter Archivgut, also über 20 % des Gesamtbestands, elektronische Findmittel zur Verfügung. Darunter befinden sich nicht zuletzt stark nachgefragte Überlieferungskomplexe wie die Bestände der Oberämter oder Nachkriegsquellen zur NS-Geschichte, was die Recherchetätigkeit erheblich erleichtert. Im Mittelpunkt der Neuerschließung standen die Bearbeitung von Neuzugängen sowie die Ordnung und Verzeichnung von unerschlossener Bestände zur NS-Geschichte. Besondere Erwähnung verdient die von der Gedenkstätte Yad Vashem mitfinanzierte Erschließung des umfangreichen Bestands an Rückerstattungsakten des Schlichters für Wiedergutmachung Stuttgart (ca. 26.000 Einheiten), die im Berichtsjahr komplett abgewickelt werden konnte. Sehr gute Fortschritte waren auch bei der Verzeichnung der Spruchkammerakten zu konstatieren. Bis auf den großen Aktenbestand der Spruchkammer(n) in Stuttgart sind zwischenzeitlich sämtliche Verfahrensakten erfasst.

Eine weiterhin erfreuliche Aufwärtstendenz weist die Inanspruchnahme des Lesesaals auf. Die Zahl der Lesesaalbenutzer erreichte im Berichtsjahr einen neuen Höchststand; gleiches gilt für die Zahl der Benutzertage. Der Zuwachs ist insbesondere auf einen Anstieg bei zeitgeschichtlichen Nutzungsvorhaben (NS-Zeit) zurückzuführen, wobei hier zunehmend familiengeschichtliche Forschungen eine Rolle spielen. Im Vergleich zu den Vorjahren stark zugenommen haben auch die Kopieraufträge; hier wurde das Niveau früherer Jahre wieder erreicht. Befördert wurde die positive Entwicklung im Nutzungsbereich durch eine offensive Öffentlichkeitsarbeit, mit der bestimmte Überlieferungskomplexe einem breiteren Publikum bekannt gemacht wurden. Positiv auf die Benutzerzahlen ausgewirkt hat sich aber die regelmäßige Durchführung von Lehrveranstaltungen für Studenten der Pädagogischen Hochschule im Archiv, die zu diesem Zweck den Lesesaal am neu eingeführten Schließtag (Montag) nutzen können. Die im Gegenzug - in Kraft getretene - Verlängerung der Öffnungszeiten des Lesesaals an drei Nachmittagen wird von den Nutzern außerordentlich positiv aufgenommen. Stark angestiegen ist im Berichtsjahr auch die Inanspruchnahme der Homepage des Staatsarchivs; eine rückläufige Tendenz weisen dagegen die schriftlichen Anfragen. Das Interesse der Anfragenden gilt dabei vor allem zeitgeschichtlichen Themen. Mehr als 85 % der Anfragen betrifft das 19. und 20. Jahrhundert, fast 60 % die Zeit ab 1933.

Entsprechend den Schwerpunkten der Nutzerinteressen konzentrierten sich auch die Ausstellungsaktivitäten des Archivs im Berichtsjahr auf zeitgeschichtliche Themen. Im Frühjahr war die vom Bundesarchiv konzipierte Ausstellung über die Sammlung Haney mit Dokumenten zur Geschichte des Holocausts zu Gast; im Herbst wurde gemeinsam mit der Kreissparkasse der vor wenigen Jahren eingekommene Bestand an Bühnenbildentwürfen des Staatstheaters Stuttgart aus den 50er bis 70er Jahren des 20. Jahrhunderts präsentiert. Zu beiden Ausstellungen wurden - zumeist in bewährter Kooperation mit der örtlichen VHS - eine Reihe von Begleitveranstaltungen angeboten, die überwiegend gut besucht waren. Dank der Unterstützung durch eine Absolventin des freiwilligen kulturellen Jahres konnten im Berichtsjahr erstmals kontinuierlich Archivführungen für Kinder und Jugendliche angeboten werden. Überraschend großen Zuspruch fanden dabei insbesondere die thematischen Führungen für Kinder im Grundschulalter. Ebenfalls stark nachgefragt waren die im Rahmen der Ludwigsburger Kriminächte erstmals angebotenen kriminalgeschichtlichen Führungen. Die Zahl der Personen, die im Rahmen einer Führung das Archiv kennen gelernt haben, hat sich gegenüber dem Vorjahr - ohne dass dabei ein Aktionstag oder ein anderes Event eine Rolle gespielt hätte - noch einmal mehr als verdoppelt. Zwei Drittel der Besucher (insgesamt fast 1000) waren dabei erfreulicherweise Kinder und Jugendliche.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link:

Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Außenstelle des Staatsarchivs Ludwigsburg)

Das Jahr bedeutete eine verstärkte Hinwendung zur Öffentlichkeit. Mit einer speziellen Archivführung für Kinder wurde eine neue Zielgruppe angesprochen. Drei Ausstellungen sowie eine gesteigerte Veröffentlichungs- und Vortragstätigkeit machten Archivgut und verwahrendes Archiv über die Region hinaus bekannt. Die Aktivitäten fanden in der Presse häufig Resonanz. Im Internet erbringt die Suche nach "Hohenlohe-Zentralarchiv" mit der einschlägigen Suchmaschine bereits 16.200 Treffer.

Mit den hohenlohischen Verwaltungen stand das Archiv in engem Kontakt. 5 Verwaltungen lieferten Unterlagen im Gesamtumfang von 10,55 lfd. m ab, was markant den Aktenzugang der letzten Jahre übertraf.

Die Herstellung geeigneter Magazinbedingungen war ein Schwerpunkt der Bestandserhaltung. Die Luftfeuchtigkeit blieb im akzeptablen Bereich. Durch Verpacken in Archivboxen wurden 17 Bestände mit 68,3 lfd. m geschützt. Für zahlreiche Nachlassunterlagen mit Übergröße waren zeitaufwendig individuelle Umschläge bzw. Behältnisse anzufertigen. Etwa 2000 Urkunden wurden umgetauscht, so dass jetzt etwa die Hälfte aller Urkunden in säurefreien Urkundentaschen gelagert wird. Vier geschädigte Karten wurden restauriert.

Ein Schwerpunkt der bestandsübergreifenden Arbeiten war das Kurrenthalten der Online-Beständeübersicht. Sie wurde um 25 Bestandsbeschreibungen erweitert. Die Retrokonversion von Findmitteln war der zweite Schwerpunkt. Sie konzentrierte sich auf maschinenschriftliche Findbücher aus der Zeit nach 1971, die wegen ihrer Erschließungsqualität vorrangig publiziert werden. Insgesamt wurden 80 Findmittel neu ins Internet gestellt. Damit sind 132 Findmittel online nutzbar, die 1.478,4 lfd. m Archivgut erfassen. Etwa die Hälfte der verzeichneten Unterlagen ist somit im Internet präsent. Die eingestellten Findmittel entstammten allen Archiven des Hohenlohe-Zentralarchivs und erlauben bereits jetzt einen repräsentativen Einblick in die Bestände.

17 neue Findbücher zu einzelnen Beständen wurden fertiggestellt. Damit konnten 5.463 Archivalieneinheiten in 79,3 lfd. m für die Benutzung verfügbar gemacht werden. Die Arbeiten im Archiv Waldenburg betrafen 7 Kameralbestände, für die Findbücher fertig wurden. 147 Urkunden (2,5 lfd. m) wurden erschlossen und die Rechnungsüberlieferung weitgehend geordnet. Aus dem Archiv Bartenstein wurden die Bestände "Nassau-Siegen" und die umfangreiche "Regierung Bartenstein" abgeschlossen. Die Bearbeitung der Rechnungen und der Urkunden wurde begonnen. 7 Findbücher zu Nachlässen aus dem Fürstenhaus waren Output für das Archiv Langenburg. Erschließungsschwerpunkt wird zukünftig das Archiv Öhringen sein, für dessen unverzeichnete Unterlagen vor 1806 ein Projekt geplant, bei der Stiftung Kulturgut des Landes beantragt und von dieser angenommen wurde. Einschließlich von Rechnungen konnten hier über 30 lfd. m erschlossen werden. 2005 wurden insgesamt 85,2 lfd. m mit 2.611 Titelaufnahmen neu erschlossen.

Die Benutzung im Archiv lag über dem Niveau der vergangenen Jahre. Die Zahl der schriftlichen Auskünfte stieg. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an ausländischen Benutzern.

Zwei Bände der "Forschungen aus Württembergisch Franken" gelangten in den Buchhandel. Der Archivleiter beteiligte sich an Veröffentlichungen zur hohenlohischen Geschichte. Für die Kreisbeschreibung Schwäbisch Hall bearbeitete er den Artikel Schrozberg und für den Band Hohenlohekreis den Artikel Neuenstein. In den drei Heften der Archivnachrichten war das HZAN mit 4 Artikeln vertreten. Ein Artikel in der landeskundlichen Zeitschrift "Momente" verwies auf die Neuensteiner Musikalien.

Mit gleich 3 Ausstellungen wurde ein neuen Schwerpunkt gelegt. Eine im Neuensteiner Rathaus gezeigte Ausstellung zu Fürst Ernst II. zu H.-Langenburg und seinen Nachlass verwies auf die aktuelle Erschließungstätigkeit. Es gelang, die Ausstellung mit Ergänzungen anschließend im Marstallgebäude von Schloss Langenburg zu präsentieren. Zusammen mit dem Hohenloher Kultursommer wurde in Öhringen eine Ausstellung zum Thema "Fürstliche Weinwirtschaft" organisiert. Konzeption und Bereitstellung der Archivalien oblag dem Archiv. Eine Internetausstellung zum Thema "Archiv und Farbe" wurde reaktiviert. Darüber hinaus unterstützte das Archiv eine Ausstellung in Ilshofen zum 675jährigen Stadtjubiläum durch Ausleihe der Stadtgründungsurkunde.

2005 erfolgten 7 Führungen für Gruppen mit Multiplikatorenfunktion im historisch-archivischen Bereich. Sie machten 121 Personen mit dem Archiv bekannt.

Anhand interessanter Beispielen boten zwei Lesekurse Einstiegshilfen in die Fähigkeit zum Lesen älterer handgeschriebener Texte und in die Archivnutzung. Ein Konzert mit im Vorjahr zusammengestellten Texten aus dem Archiv wurde in Langenburg wiederholt. Das Deutschlandradio Kultur sendete ein aus Archivalien erarbeitetes Hörspiel über Leben und Tod der Forchtenbergerin Maria Magdalena Wurz. Durch rege Vortragstätigkeit beteiligten sich die Mitarbeiter des Archivs - oft außerdienstlich - an Ereignissen und Themen der Region.

Die Einrichtung eines EDV- Funknetzes wurde durch eine modernisierte Hardware- und Softwareausstattung erreicht. Die Homepage gewann durch ein neues CMS, gesteigerte Aktualität und ein angenehmeres Aussehen viel an Attraktivität.

Die Dienstbibliothek wuchs um 67 Bände, womit sie 7.827 katalogisierte Einheiten umfasst.

Für ihren engagierten Arbeitseinsatz und ihre effektive, effiziente und zielgerichtete Arbeit verdienen alle Mitarbeiter des Hohenlohe-Zentralarchiv außerordentlichen Dank.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: