Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2006 >> Abteilung 8: Staatsarchiv Wertheim im Verbund mit dem Stadtarchiv Wertheim und dem Archiv des Main-Tauber-Kreises

Abteilung 8: Staatsarchiv Wertheim im Verbund mit dem Stadtarchiv Wertheim und dem Archiv des Main-Tauber-Kreises

Die Zugänge an Registraturgut lagen im Jahr 2006 mit nur 13 Regalmetern deutlich unter den vorangegangenen Jahren, was dem Bemühen geschuldet ist, die knappen Regalreserven nicht mit Registraturgut zu füllen, das noch nicht dringend übernommen werden muss. Denn in der Frage der Magazinerweiterung konnte noch keine Lösung erzielt werden. Um zwischenzeitlich die geringen Magazinkapazitäten zu erhöhen, wurde im Kreisarchiv mit der Ausdünnung des Bauaktenbestands begonnen. Für die Baudokumentation nicht relevante Aktenbestandteile wurden kassiert, der Bestand schrumpft dadurch auf etwa zwei Drittel des vorherigen Umfangs. Die Regalreserven insgesamt konnten damit aber nur unwesentlich erhöht werden. Nach wie vor reichen die freien Magazinkapazitäten nur noch für wenige Jahre, zumal die Stadt Wertheim aufgrund statischer Probleme in der Altregistratur in nächster Zeit verstärkt an das Stadtarchiv abgeben will.

Über das Landesrestaurierungsprogramm konnte sowohl das seit mehreren Jahren laufende Kartenprojekt, in dem - als Vorbereitung für eine spätere Verfilmung - systematisch aus den Akten die Karten und Plänen entnommen, verzeichnet und konservatorisch geeignet gelagert werden, fortgeführt werden. Daneben wurde die Restaurierung von zehn Bänden sowie einem Kartenwerk finanziert. Zwei Pergamenturkunden konnten - großteils über Sponsorengelder - angekauft werden, wobei vor allem die Jüngere aus dem Jahr 1632, eine Schenkung König Gustav Adolfs von Schweden an die Grafen von Löwenstein-Wertheim dokumentierend, von erheblicher Bedeutung für die Geschichte der Grafschaft Wertheim ist.

Sehr erfreulich entwickelt sich der Erschließungsstand des Archivverbunds. Derzeit sind 90 Prozent der Unterlagen des Archivverbunds sehr gut, gut oder zumindest hinreichend gut erschlossen (wobei letzteres nur einen kleinen Anteil betrifft) und knapp 80 Prozent der Unterlagen können bereits über Online-Findmittel im Inter- oder Intranet recherchiert werden. Der Anteil der Internet-Findmittel wurde dabei durch den gezielten Einsatz von Personal im Jahr 2006 deutlich erhöht: Derzeit sind über 900 Findmittel im Internet recherchierbar. Freilich stieg der Anteil des in Online-Findbüchern erschlossenen Archivguts insgesamt dadurch nur wenig, standen die meisten der Findmittel doch den Nutzern im Lesesaal in mehr oder weniger unredigiertem Zustand für Recherchen bereits zur Verfügung. Neu im Intranet zugänglich ist das retrokonvertierte Findmittel des bisher nur über einen unübersichtlichen Zettelkatalog zugänglichen Altbestands des Stadtarchivs, des sogenannten Regestenbestands (25 Regalmeter). Auch wenn dies die aufgrund von Umstrukturierungen dringend nötige Revision der Erschließung nicht ersetzen kann, so erleichtert es doch die Nutzung wesentlicher Teile der Unterlagen des Stadtarchivs aus der Zeit vor 1806 und damit die Erforschung der Stadtgeschichte.

Dieser durch die erheblichen Bemühungen der letzten Jahre im Bereich der Retrokonversion erreichte gute Erschließungszustand lässt sich in der Geschwindigkeit allerdings nicht steigern. Bei den verbliebenen 10 Prozent noch nicht befriedigend erschlossener Archivalien handelt es sich vor allem um noch völlig unerschlossene Bestände vornehmlich der Frühen Neuzeit, worunter allein die in chaotischer Unordnung übernommenen Unterlagen des Löwenstein-Wertheim-Gemeinschaftlichen Archivs fast zwei Prozent ausmachen. Letzterer Zustand wird allerdings in den nächsten Jahren einer Besserung zugeführt. Im August begann im Staatsarchiv das Verzeichnungsprojekt zur Strukturierung und Erschließung dieser Archivalien mit einer Bestandsaufnahme, in der ein Konzept für die fachgerechte Erschließung der ca. 90 Regalmeter Unterlagen vornehmlich des 16. Jahrhunderts entwickelt wird.

Mit dem Ziel, auch die Auswandererdaten des Archivverbundes Main-Tauber in die Internet-Datenbank des Landesarchivs "Auswanderer in Südwestdeutschland" einzustellen und damit der Allgemeinheit zugänglich zu machen, wurden im Berichtsjahr die einschlägigen Akten ausgewertet. Möglich war dies mit der Förderung einer entsprechenden Projektkraft durch die Arbeitsverwaltung für acht Monate. Im Jahr 2007 werden die Daten im Internet zugänglich sein.

Im Internetinventar "Fotografien des Landesarchivs" sind sechs Bestände des Archivverbunds vertreten. Im Kreisarchiv wurde mit der Redigierung von Titelaufnahmen begonnen, die in den Vorjahren von Zeitkräften erstellt worden waren. Darüber hinaus konnten zwei Gemeindearchivrepertorien fertiggestellt werden.

Die hohe Anzahl an Druckschriften-Dubletten des 16. bis 20. Jahrhunderts aus den fürstlichen Archiven, die durch eine unsystematische Aufstellung gerade für den Bibliotheksbereich dringend benötigte Regalreserven blockierten, wurden in Zusammenarbeit mit Praktikanten systematisiert. Dabei konnte die archivische Druckschriften-Sammlung ergänzt und das dazugehörige retrokonvertierte Findmittel revidiert werden, das in Kürze auch im Internet zur Verfügung stehen wird. Der Bestand wurde aus diesem Anlass neu verpackt.

Im Bereich der Nutzungen im Lesesaal musste erneut ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden, wobei wie im Vorjahr die Anzahl der genutzten Archivalien je Nutzung anstieg. Die Anzahl der schriftlichen Anfragen, die bis zum Jahr 2004 über mehrere Jahre konstant um die 200 pendelte, stieg nach einem Sprung auf 259 Anfragen im Vorjahr im Jahr 2006 auf nun 359 erheblich an. Hier scheint die Präsentation der Erschließungsleistungen im Internet deutliche Früchte zu tragen, denn die Anfragenden zeigen sich häufig wohl informiert und beziehen sich direkt auf Funde in den Beständen. Infolgedessen werden die einschlägigen Unterlagen jedoch nicht mehr im Lesesaal eingesehen, sondern über Reproduktionen nach Hause bestellt, was sich in einem starken Anstieg der Reprografien, vor allem der Elektrokopien, ausdrückt.

Die Historische Bildungsarbeit war im Jahr 2006 geprägt von zwei Großereignissen der Stadt Wertheim, an denen sich der Archivverbund wesentlich beteiligte. Zum einen fanden 2006 in Wertheim die Heimattage Baden-Württemberg statt, deren Veranstaltungen aus dem Bereich Heimat und Geschichte von der Stadtarchivarin organisiert und betreut wurden, was Arbeitszeit in erheblichem Umfang band. Zum anderen feierte die Stadt Wertheim aus Anlass der Stadtrechtsverleihung im Jahr 1306 auch ein Stadtjubiläum, das Mitte Mai unter Teilnahme von Innenminister Heribert Rech in einem Festakt feierlich begangen wurde. Naturgemäß nahm es sich das Archiv darüber hinaus zur Aufgabe, mit seinem Jahresmotto "Stadtgeschichte(n)" das Jubiläum über das Jahr hinweg präsent zu halten. Neben der traditionellen, diesmal fünfteiligen Vortragsreihe (die Vorträge wurden durchschnittlich von 54 Zuhörern besucht) verfassten die Archivmitarbeiter auch eine Zeitungsartikelserie, in der etwa alle zwei bis drei Wochen mit bild- und textlicher Vorstellung bestimmter Archivalien an besonders wichtige, interessante oder einfach nur kuriose Ereignisse in der Geschichte der Stadt Wertheim erinnert wurde. Die Serie, die in beiden lokalen Zeitungen erschien, erfuhr Resonanz weit über die Stadtgrenzen Wertheims hinaus, wie Reaktionen etwa der überörtlichen Presse zeigten.

Der Archivverbund nahm Anfang Mai am bundesweiten Tag der Archive teil. Die Ausgestaltung folgte dem bewährten Konzept mit u.a. thematischer Ausstellung (Thema Stadtgeschichte), Kinderprogramm (Quiz, Urkundenbasteln, Wappenmalen), den berühmten Plätzchen nach historischen Rezepten und Magazinführungen. Erneut konnten ca. 300 Besucher verzeichnet werden, wobei sich die Lage im aufstrebenden Kulturzentrum ehemaliges Zisterzienserkloster Bronnbach erneut als positiv erwies, indem manche Touristen und ganze Busgruppen nach der Klosterführung auch ins Archiv kamen. Daneben wurden 536 Personen bei 40 Führungen das Archiv vorgestellt, darunter 124 Schülern bzw. Studenten. In einer halbtägigen Spurensuche wurde anhand eines konkreten Beispiels, dem Lebensweg des Metzgers Georg Heinrich Wolz (um 1800), in die Nutzung des Archivs mit seinen durch die Verbundsituation vielfältigen Möglichkeiten eingeführt. Einige der Teilnehmer nutzen das Archiv nun für ihre heimatkundlichen Forschungen. Der traditionelle Lesekurs an fünf Abenden wurde daneben ebenfalls durchgeführt. Der 17. Tag der Heimatforschung fand in diesem Jahr in Creglingen statt. Dr. Martin Häussermann stellte den Entzug und die Rückerstattung jüdischen Vermögens im Gebiet des heutigen Main-Tauber-Kreises dar. Eine Führung an Orte jüdischen Lebens und Gedenkens in Creglingen schloss sich an. Den Abschluss des Jahresprogramms bildete die öffentliche Buchpräsentation einer Magisterarbeit an der Universität Würzburg (Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit) zu Hofstaat und Verwaltung der Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rochefort, die mit Unterlagen des Staatsarchivs erarbeitet wurde, was die gute Zusammenarbeit mit dieser nächstgelegenen Universität unterstreicht.

Im Bereich der Archivpädagogik wurde die Entwicklung eines Quellenkanons für die Archivarbeit mit Schülern abgeschlossen und auf dem Tag der Landesgeschichte in der Schule, der im Oktober in Wertheim stattfand und im Rahmen der Heimattage ebenfalls vom Stadtarchiv vorbereitet und betreut wurde, vorgestellt. Für die nächsten Jahre wird dadurch eine Zunahme der Archivarbeit durch Schulklassen erhofft bei gleichzeitiger Erleichterung der Vorbereitung.

Mitte des Jahres wurde das bisher eingesetzte Bibliotheksprogramm Allegro durch Horizon ersetzt. Bücherneuzugänge werden nun grundsätzlich nur noch in WinIBW katalogisiert und damit in den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund eingestellt. Die Einspielung der Neudaten in die Horizon-Datenbank, die einen Nachweis ausschließlich des eigenen Bibliotheksbestands ermöglicht, erfolgt automatisch durch nächtlichen Datenimport. Die Personalsituation hat sich nach den Ausfällen im Jahr 2005 im Berichtsjahr stabilisiert. Insbesondere mit der Wiederbesetzung der vakanten halben Angestelltenstelle in der Kanzlei durch den Main-Tauber-Kreis zum Dezember 2006 können nun auch wieder einfache archivische (Erschließungs-)Arbeiten delegiert werden.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: