Landeswappen Baden-Württemberg

Aktuelle Hinweise

Ausstellungen

Veranstaltungen

Presse/Berichte

Neue Publikationen

Laufende Projekte

Nachrichtenarchiv

Unser Selbstverständnis

Landesarchiv

Aufgaben und Dienstleistungen

Rechtsgrundlagen

Organisation

Ansprechpartner/innen

Projekte

Jahresberichte

Publikationen

Ausbildung und Praktika

Vergabeverfahren

Stellenausschreibungen

Präsentationen und Inventare

Landeskunde entdecken online (LEO-BW)

Württembergisches Urkundenbuch Online

Auswanderung aus Südwestdeutschland

Klöster in Baden-Württemberg

Landesforschung und Landesbeschreibung

Angebote für Schulen und Gruppen

Mitmachprojekte des Landesarchivs

Aktenaussonderung

Elektronische Systeme

Historischer Wert

Ihr Landesarchiv

Ansprechpartner im Archiv

Übergabeverzeichnisse

Wie nutzen Sie das Landesarchiv?

An welche Archivabteilung können Sie sich wenden?

Recherche & Bestellung

Mein Konto

Recherchehilfen & Dienstbibliotheken

Öffnungszeiten

Rechtsgrundlagen und Formulare

Kopien und Reproduktionen

Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2006 >> Abteilung 6: Staatsarchiv Sigmaringen

Abteilung 6: Staatsarchiv Sigmaringen

Um die Ausstellung "Adel im Wandel. 200 Jahre Mediatisierung in Oberschwaben" zu sehen, kamen weit über 20000 Geschichtsinteressierte in das Gebäude des Staatsarchivs. Die Ausstellung mit zahlreichen Exponaten aus oberschwäbischen Schlössern, aber auch aus den Beständen des Staatsarchivs wurde vom 13. Mai bis 29. Oktober 2006 in Sigmaringen gezeigt. Veranstalter waren die Gesellschaft Oberschwaben und das Land Baden-Württemberg. Für das Landesarchiv war das Staatsarchiv Sigmaringen federführend daran beteiligt.

Am 18. September besuchte Dr. Dietrich Birk, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, zusammen mit den Bundes- und Landtagsabgeordneten Thomas Bareiß und Ernst Behringer die Ausstellung. Alle drei politischen Mandatsträger ließen sich bei dieser Gelegenheit auch ausführlich über das Staatsarchiv informieren.

Nach den vielen Ablieferungen in den Jahren 2004 und 2005, die aufgrund der Eingliederung der unteren staatlichen Sonderbehörden in die Landratsämter erfolgt waren, ging der Umfang des übernommenen Behördenschriftguts erwartungsgemäß stark zurück.

Im Rahmen des Landesrestaurierungsprogramms wurde die 20 lfd. m umfassende Überlieferung der Präsidialabteilung der Preußischen Regierung Sigmaringen, die im Jahr 2000 erschlossen worden war, zur Massenneutralisierung mit dem CSC-Book-Saver-Verfahren gegeben. Die Preservation Academy in Leipzig führte das Projekt durch. Es war das erste Projekt einer Massenneutralisierung fadengehefteter Akten im Landesarchiv. Von den 954 Einheiten mussten neun Akten wegen Schimmelbefalls vor der Neutralisierung mit Gammabestrahlung behandelt werden. Damit ist dieser für die Geschichte Hohenzollerns zwischen 1850 und 1945 zentrale Bestand für die Nachwelt dauerhaft konservatorisch gesichert. Darüber hinaus wurden, auch in Verbindung mit so genannten Zusatzjobs, weitere große Fortschritte bei der Konservierung der Urkunden, Karten und Akten gemacht.

Durch die Beschaffung eines großformatigen Kartenschranks aus Aluminium mit den Innenmaßen 3254 mm x 2454 mm wurde endlich eine konservatorisch befriedigende Lagerung der großformatigen Karten erreicht.

Doch auch dieser Schrank ist für eine Karte des salemischen Oberamts Ostrach aus dem Jahre 1705 noch zu klein. Diese gehört mit 5,2 Metern Länge und 4 Metern Breite wohl zu den größten Archivalien des Landesarchivs. Sie wird gerollt in einer Stülpbox aus säurefreiem Karton aufbewahrt und war aufgrund ihrer Größe bisher nicht benutzbar. Nach langem Suchen fand sich mit der in Karlsruhe ansässigen Firma Lober's Fotografische Dienstleistungen für Archive und Museen ein Unternehmen, das sich auf die Herausforderung der Verfilmung einließ. Die Gemeinde Ostrach stellte eigens die Gemeindehalle als Aufnahmeraum zur Verfügung. Dank der Verfilmung können die Benutzer nun die Details besser als am Original auf dem Bildschirm des Lesesaalcomputers betrachten.

Der Anteil des in Online-Findmitteln erschlossenen Archivguts wurde 2006 verdoppelt.

Die Aufnahmen von der Westfront des Ersten Weltkriegs im Glasplattenbestand des ehemaligen Sigmaringer Photoateliers Kugler stießen auf weltweite Resonanz, als der vor einigen Jahren auf dem Dachboden eines Hauses entdeckte Bestand in das Internet eingestellt wurde. Überregionale deutsche, englische und australische Zeitungen berichteten darüber. Die Londoner Times etwa widmete den Bildern unter der Überschrift Lost images expose truth of Great War einen ganzseitigen Artikel. Die Berichterstattung in der Presse trug bereits erste Früchte für die Forschung. So stellte eine französische Initiative, die zur Zeit ein Hüttenlager württembergischer Truppen in den Argonnen ausgräbt, über das Internet fest, dass auch ein Bild dieses Lagers vorhanden ist. Die Initiative konnte mit einer Reproduktion des Glasplattennegativs in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Mit dem Nachlass des Sigmaringer Kaufmanns Robert Arnaud (1885-1945) wurde ein weiterer bedeutender Photobestand durch Erschließung der Öffentlichkeit nutzbar gemacht. Neben geschäftlicher Korrespondenz und Liebesbriefen enthält der Bestand vor allem eine Sammlung von Postkarten und Photographien mit Ortsaufnahmen aus der Zeit zwischen 1900 und 1945. Diese beschränken sich nicht nur auf Südwestdeutschland. Die Sammlung beinhaltet vielmehr auch Ansichten aus fast allen anderen Gebieten des ehemaligen Deutschen Reiches (vor allem aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten) sowie dem europäischen, ja sogar außereuropäischen Ausland.

Die Glasplattennegative des Photoateliers Kugler und der Nachlass Arnaud sind selbstverständlich in dem 2006 erstellten Internetinventar Fotografien des Landesarchivs vertreten, ebenso wie 14 weitere Bestände des Staatsarchivs Sigmaringen, die aussagekräftiges historisches Bildmaterial enthalten.

Über 2000 Regesten der Urkunden des Reichsstifts Obermarchtal sind nunmehr als Band 5 der Reihe Documenta suevica der Forschung in gedruckter Form zugänglich. Die Überlieferung dieses bedeutenden oberschwäbischen Stifts war im 19. Jahrhundert zerschlagen worden. Der Großteil wird heute als Depositum des Fürsten von Thurn und Taxis im Staatsarchiv Sigmaringen verwahrt, Teile befinden sich aber auch im Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Regensburg und im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Die Veröffentlichung wurde von den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken finanziert. Nachdem die Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg und der Alb-Donau-Kreis in den Jahren zuvor Mittel für die Einarbeitung der Stuttgarter und Regensburger Überlieferung sowie für die Redaktion zur Verfügung gestellt hatten, kam damit ein langjähriges Erschließungsprojekt des Staatsarchivs zu einem erfolgreichen Abschluss.

Im Rahmen des Erschließungsschwerpunkts Ministerialüberlieferung des Landes Württemberg-Hohenzollern wurden die Unterlagen des Staatskommissars für die Umsiedlung und ein größerer Teil der Überlieferung des Innenministeriums verzeichnet.

In den letzten Jahren war die Überlieferung der Forstämter bis 1950 verzeichnet worden. Als Abschluss dieses Erschließungsvorhabens wurde der Forschung zur Erleichterung der Benutzung eine umfangreiche Behördengeschichte der südwürttembergischen Forstämter an die Hand gegeben.

Die beiden von der Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg geförderten Projekte im Staatsarchiv Sigmaringen, nämlich die Urkundenregestierung in den im Staatsarchiv hinterlegten Archiven der Grafen und Freiherren Schenk von Stauffenberg und die Verbesserung des Erschließungszustandes der Rentamtsüberlieferung im Depositum Fürstlich Hohenzollernsches Haus- und Domänenarchiv, kamen planmäßig voran.

Bei der Nutzung wurden 2006 die Zahlen des Vorjahres noch einmal übertroffen und die höchste Zahl an Nutzeranträgen (448) und Nutzertagen (1710) seit Bestehen des Staatsarchivs erreicht. Es wurden neun Prozent mehr Benutzer im Lesesaal gezählt als 2005. Die Anzahl der genutzten Archivalieneinheiten ging hingegen leicht zurück - ein Indiz, dass die Erschließungsleistungen der vergangenen Jahre ihre Früchte tragen.

Außer der Ausstellung "Adel im Wandel" zeigte das Staatsarchiv weitere Ausstellungen. Die Ausstellung "Alte Pläne neu im Blick", die 2005 in Sigmaringen zu sehen war, wurde im März 2006 für drei Monate vom Hohenzollerischen Landesmuseum Hechingen übernommen. Kleinere Archivalienpräsentationen fanden im Herbst in Ostrach aus Anlass der Verfilmung der großen Karte des salemischen Amtes Ostrach von 1705 statt und im Dezember im Sigmaringer Josefinenstift, als ein Neubau dieser traditionsreichen Einrichtung der Altenpflege eingeweiht wurde.

Im Mai beteiligte sich das Staatsarchiv am bundesweiten Tag der Archive.

Wie bereits in den vergangenen Jahren nahmen in den Sommerferien wieder viele Feriengäste und Daheimgebliebene an den öffentlichen Führungen teil. Wegen der Ausstellung "Adel im Wandel" beschränkten sich die Führungen auf die Werkstatt und die Magazine. Spezialführungen für Vereine waren genealogischen und burgengeschichtlichen Quellen gewidmet.

Das in Zusammenarbeit mit dem Volkshochschulheim Inzigkofen und dem Verein für Familien- und Wappenkunde in Württemberg und Baden veranstaltete Seminar Ahnenforschung online, das 2003 erstmals durchgeführt worden war, wurde auch 2006 zwei Mal wiederholt.

Praktika zur Berufsfindung vermittelten den Interessenten an einer Archivarsausbildung Einblicke in das Berufsleben. Dabei wurden im Rahmen praktischer Übungen zahlreiche Findmittel erstellt bzw. retrokonvertiert.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: