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Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2006 >> Abteilung 5: Staatsarchiv Ludwigsburg (mit Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein)

Abteilung 5: Staatsarchiv Ludwigsburg (mit Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein)

Jahresbericht Staatsarchiv Ludwigsburg

Obwohl im Berichtsjahr ein merkliches Abflauen von Aktenabgaben seitens der von der jüngsten großen Verwaltungsreform betroffenen Behörden zu verzeichnen war, lag der Umfang des übernommenen Schriftguts im Jahr 2006 erneut über dem langjährigen Durchschnitt. Verantwortlich dafür sind einige besonders umfangreiche, teilweise auch überformatige Zugänge. Zu den bemerkenswertesten gehörten der bis weit ins 19. Jahrhundert zurückreichende Altaktenbestand des Statistischen Landesamts, weitere Altakten des Klinikums in Weinsberg sowie Schriftgut der aus der ehemaligen Baugewerkeschule und spätere Maschinenbauschule in Stuttgart hervorgegangenen Hochschule für Technik in Esslingen. Weiterhin hoch ist die Belastung der zuständigen Referenten durch Behördenkontakte im Vorfeld von Aktenaussonderungen. Insgesamt stand das Archiv im Berichtsjahr mit knapp 10 % der ablieferungspflichtigen Dienststellen wegen der Bewertung und Aussonderung von Registraturgut in Kontakt.

Deutliche Fortschritte verzeichnete die Überlieferungsbildung im digitalen Bereich, nachdem im Laufe des Berichtsjahr zwei aus Projektmitteln finanzierte zusätzliche Mitarbeiter für den Aufbaustab "Digitales Archiv" eingestellt werden konnten. Von ihnen wurde ein Massenspeicher als "digitales Magazin" eingerichtet und mit der systematischen Abspeicherung der bislang übernommenen Datenbestände begonnen. Insbesondere auf der Ministerialebene gelang es, in Zusammenarbeit mit dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart weitere Datenübernahmen vorzubereiten und teilweise auch zu realisieren. Zu den übernommenen Archivalien gehören Daten der Volkszählung aus dem Jahr 1961, die derzeit als ältestes digitales Archivale in Deutschland gelten können. Der bereits seit einiger Zeit im Staatsarchiv befindliche, mehr als zehntausend Einheiten umfassende Bestand an digitalisierten Hochbauplänen der ehemaligen Bundesbahndirektion Stuttgart konnte noch im Berichtsjahr sogar bereits im Internet zugänglich gemacht werden und demonstriert so anschaulich die neuen Nutzungsmöglichkeiten, die elektronische Archivalien eröffnen. Fortschritte verzeichnen konnte die gemeinsam mit der Landesbibliothek in Stuttgart im Rahmen des Projekts "BOA" betriebene Archivierung von Webseiten ausgewählter Behörden und Einrichtungen des Landes. Vertreter des Aufbaustabs engagieren sich darüber hinaus in verschiedenen überregionalen Arbeits- und Projektgruppen.

Auf erfreulich hohem Niveau bewegte sich im Berichtsjahr erneut die Arbeitsleistung im Bereich der Bestandserhaltung. Zu verdanken ist das positive Gesamtergebnis in erster Linie den anhaltend hohen Zuweisungen von Arbeitskräften aus dem zweiten Arbeitsmarkt (AB-Projekte, Eingliederungszuschüsse, Arbeitsgelegenheiten). So konnte der Umfang an regalfertig verpackten Archivalien gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert werden; erstmals seit Jahren lag er wieder deutlich über dem des übernommenen Archivguts. Mittel aus dem Landesrestaurierungsprogramm wurden in erster Linie für die Bearbeitung von Spezialbeständen (insbes. Glasplatten und Urkunden) sowie zur Betreuung und Koordination der Verpackungsprojekte in Anspruch genommen.

Bei der Erschließung bildete wie schon in den Vorjahren die Retrokonversion von Altfindbüchern, die zügige Bearbeitung bedeutsamerer Neuzugänge sowie die Verzeichnung der Überlieferung zur NS-Zeit Schwerpunkte der Arbeit. Ähnlich wie bei der Verpackung kommen hier vorwiegend Arbeitskräfte aus dem zweiten Arbeitsmarkt oder Projektmitarbeiter zum Einsatz. Nur so war es möglich, erstmals seit Jahren wieder mehr Archivgut zu erschließen als übernommen wurde. Die über AB-Projekte realisierte Erschließung der Spruchkammerverfahrensakten konnte im Berichtsjahr weitgehend abgeschlossen werden, die Bearbeitung der Verwaltungsakten der Spruchkammern und der Akten des Ulmer Einsatzgruppenprozesses sowie die aus Mitteln der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierte Ordnung und Verzeichnung des im Zuge der Entnazifizierung von den Amerikanern eingezogenen NS-Schriftguts werden im Jahr 2007 zum Abschluss kommen. Damit stehen in Kürze für sämtliche einschlägigen Bestände zur NS-Geschichte Online-Recherchemöglichkeiten zur Verfügung. Auch im Rahmen der Zugangsbearbeitung sind einige bemerkenswerte neue Findbücher entstanden. Von der Forschung bereits rege genutzt wurde das neue Repertorium über die Akten des Katharinenstifts in Stuttgart; Erwähnung verdienen auch neue Findbücher über Planbestände der Hochbauämter Stuttgart und Ulm sowie über den Fotobestand der ehemaligen Bundesbahndirektion Stuttgart. Vor der Vollendung stehen unter anderem weitere Findbücher über Akten der Staatstheater Stuttgart, der Musikhochschule in Stuttgart und den Bestand an Patientenphotos des Klinikums am Weißenhof aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Im Rahmen der Retrokonversion und Digitalisierung der Findbücher konnten im Berichtsjahr fast alle vorhandenen Findmittel-Altdaten nach scope und in das neue Findmittel-System migriert werden. Den Schwerpunkt bei der zum größten Teil im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten betriebenen systematischen Digitalisierung der Altfindbücher bildeten wie im Vorjahr die maschinengeschriebenen Repertorien. Für die Bestände nach 1806 zeichnet sich hier ein Abschluss im Jahr 2007 ab; bis Ende 2008 sollen sämtliche maschinengeschriebenen Findbücher online recherchierbar sein. Die wesentlich arbeitsaufwändigere Retrokonversion der handschriftlichen Repertorien, für die Fachpersonal erforderlich ist, ließ sich bislang nur in Einzelfällen realisieren. Kurz vor dem Abschluss steht ein elektronisches Findbuch über die Urkunden des Klosters Schöntal; bereit gestellt auch verschiedene Online-Repertorien zu Deutschordensbeständen. Da ein Einsatz von Hilfskräften aus dem zweiten Arbeitsmarkt für diese Arbeiten kaum in Frage kommt, sollen für weitere Projekte Drittmittel eingeworben werden. Insgesamt stieg der Bestand an online recherchierbaren Findmitteln (Inter- und Intranet) im Berichtsjahr auf über 1000; dies entspricht mehr als einer Million Archivalieneinheiten oder einem mehr als 12 Regalkilometern, was 35 % des Gesamtbestands entspricht. Da für die häufig nachgefragten Bestände aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie die einschlägigen Bestände zur Geschichte der NS-Zeit zwischenzeitlich Online-Recherchemöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann ein Großteil der Nutzungen bereits über elektronische Findbücher abgewickelt werden.

Die Modernisierung der Findmittel erleichtert nicht nur die Bearbeitung von Recherchen enorm, sondern ist sicherlich auch für die immer deutlicher erkennbaren Veränderungen der Nutzungsformen verantwortlich zu machen. So ist die Inanspruchnahme des Archivs für Recherchedienstleistungen und Auskünfte gegenüber dem bereits niedrigen Wert des Jahres 2005 erneut um über 10 % zurückgegangen und hat mit weniger als 800 Anfragen den niedrigsten überhaupt gemessenen Stand erreicht. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, als im Berichtsjahr gleichzeitig erneut ein markanter Anstieg der Nutzung im Lesesaal zu verzeichnen war. Zwar blieb die Zahl der Nutzer gegenüber dem Vorjahr weitgehend konstant; die Anzahl der Nutzertage (Nutzungen) und der vorgelegten Archivalien zum Teil deutlich (über 20 %) angestiegen. Auffällig ist eine Zunahme von Nutzungen durch Medien, insbesondere im Rahmen der Dokumentarfilmproduktion. Insgesamt scheint es, als ließen sich durch den gezielten Ausbau der Recherchemöglichkeiten im Internet tatsächlich neue Nutzerkreise erschließen; diese verzichten freilich vielfach auf einen Besuch des Archivs und geben sich mit der Übersendung von Reprographien zufrieden.

Mit dem Ausbau des archivpädagogischen Angebots insbesondere für Grundschulklassen hatte sich das Archiv bereits im Jahr 2005 eine ihm bislang eher fernstehende Klientel erschlossen. Deren Nachfrage hielt auch im Berichtsjahr ungebrochen an; der Einzugsbereich reicht erfreulicherweise zwischenzeitlich weit über die Region Stuttgart hinaus. Insgesamt nahmen erneut über 1000 Schülerinnen und Schüler an den modulartig konzipierten Veranstaltungen und Archivführungen teil. Allerdings bedarf es gezielter Werbemaßnahmen und einer ständigen Erneuerung des Angebots, um das Interesse dieser Zielgruppe wach zu halten. Zudem scheint die Nachfrage saisonalen Schwankungen zu unterliegen. In Stoßzeiten (vor Weihnachten und vor längeren Schulferien) gelang es kaum, der Nachfrage gerecht zu werden.

Auch für ein eher klassisches Archivpublikum hat das Staatarchiv im Berichtsjahr wieder eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt. Höhepunkt war sicher der gemeinsam mit dem Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut durchgeführte Aktionstag am bundesweiten Tag der Archive, der etwa 350 Besucher ins Archiv führte. Erwartungsgemäß kein Massenpublikum - wie die Einträge in den Gästebüchern zeigen -, aber eine Reihe außerordentlich interessierter Besucher außerhalb der klassischen Archivklientel erreichten die beiden eher ungewöhnlichen Ausstellungen, die das Staatsarchiv gemeinsam mit bildenden Künstlern durchgeführt hat und in denen eine ästhetische Auseinandersetzung mit dem Beschreibstoff Papier einerseits und dem Thema Entnazifizierung andererseits versucht wurde. Von den Einzelveranstaltungen, von denen die meisten traditionsgemäß in Zusammenarbeit mit der örtlichen Volkshochschule durchgeführt wurden, haben insbesondere die Lesung aus Theaterakten im Stuttgarter Schauspielhaus sowie die Eröffnungsveranstaltung zu einer Veranstaltungsreihe zum 60. Jahrestag des Inkrafttretens des sog. Befreiungsgesetzes großen Zuspruch gefunden. Rege besucht waren auch Vorträge zur Erinnerung an das Ende des Alten Reichs vor 200 Jahren sowie die Vorstellung der neuesten Publikation der Ludwigsburger Forschungsstelle der Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft.

Nach wie vor hoch ist die Nachfrage nach einigen Online-Angeboten des Archivs. Insbesondere die Artikel aus den Zeitungsserien zur Kriminalgeschichte (Ludwigsburger Kreiszeitung) und zur Entnazifizierung (Stuttgarter Zeitung) erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Nach Setzung einiger zusätzlicher Links (u.a. in der Online-Enzyklopädie Wikipedia) ist auch die Nachfrage nach einigen virtuellen Ausstellungen merklich gestiegen. Derzeit noch schwer abschätzen lässt sich, inwieweit die Aktivitäten im Bereich der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für die deutliche Steigerung der Nutzungsfrequenz verantwortlichen zu machen sind. Da ein Zusammenhang zu vermuten ist, sollen die zielgruppenorientierten Veranstaltungen, die die Besucher des Archivs unmittelbar mit Archivalien und deren Auswertungsmöglichkeiten in Kontakt bringen und mit denen sich das Archiv gegenüber Einrichtungen mit vergleichbaren Bildungsangeboten profilieren kann, auch künftig im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link:

Jahresbericht Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein

Das Hohenlohe-Zentralarchiv setzte 2006 die verstärkte Hinwendung zur Öffentlichkeit fort, ohne aber andere wichtige Aufgaben zu vernachlässigen. Alle für 2006 gesetzten Arbeitsziele wurden erreicht. Drei Ausstellungen sowie eine engagierte Veröffentlichungs- und Vortragstätigkeit machten Archiv und verwahrtes Archivgut über die Region hinaus bekannt. Alle Aktivitäten stießen wieder auf eine breite Resonanz in den Medien.

Wichtige Maßnahme zur Bestandserhaltung war nach wie vor die Herstellung geeigneter Magazinbedingungen durch gezielte Lüftungen. Dadurch blieb die Luftfeuchtigkeit im akzeptablen Bereich. Die 17 Magazinräume wurden im Frühjahr und Herbst gründlich gereinigt. Durch Verpackung wurden weitere 148,1 lfd. m Archivgut geschützt. 2.200 Urkunden des Neuensteiner Linienarchivs (GL 5) und des Gemeinschaftlichen Lehenarchivs (GA 20) wurden in säurefreie Behältnisse umgetascht. Das Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut in Ludwigsburg (IfE) restaurierte zehn geschädigte Graphiken (Karten, Pläne und großformatige Darstellungen) und vier Urkunden mit großformatigen Siegeln.

Die Möglichkeiten über das Hohenlohe-Zentralarchiv, seine Veranstaltungen und seine Bestände im Internet zu informieren, wurden reichlich genutzt. Das 200. Online-Findbuch konnte gegen Ende des Jahres publiziert werden. Insgesamt wurden 71 Findmittel ins Internet und 78 ins Intranet eingestellt, was 27.345 Datensätzen bzw. Archivalieneinheiten und 452,9 lfd. m Archivgut entspricht. Mit elf Bestandsbeschreibungen wurde die Online-Beständeübersicht aktualisiert. Entsprechend einer neuen Klassifikation wurde die Erschließungsqualität für aller Bestände neu eingestuft. Und auf der Homepage wurde unter "Aktuelles" ausgiebig über Veranstaltungen informiert. Für das Online-Fotoinventar des Landesarchivs wurden zehn Bestände genauer beschrieben und Beispielfotos für die Onlinepräsentation zur Verfügung gestellt.

Elf Findbücher wurden fertiggestellt, 5.664 weitere Archivalieneinheiten liegen damit erschlossen vor, was immerhin 124,7 lfd. m Archivgut entspricht. In den letzten 20 Jahren wurde nur einmal, nämlich 2004, die Zahl 100 übertroffen. Eine Rekordmenge an Archivgut konnte somit für die wissenschaftliche und sonstige Nutzung verfügbar gemacht werden.

Der Schwerpunkt der Verzeichnungsarbeiten lag auf dem Archiv Öhringen. Hier wurden sieben Findbücher fertiggestellt. Abgeschlossen sind die Forst- und Revierverwaltungen, außerdem das Amt Schrozberg und die Schlosskellerei Öhringen. Im Bereich des Archivs Waldenburg wurde der umfangreiche Rechnungsbestand abgeschlossen, im Bereich des Archivs Langenburg der Nachlass des Prinzen Constantin. Für das Bartensteiner Archiv liegt nun das Findbuch zur Forstverwaltung II vor. Für das Gemeinschaftliche Archiv gelang der Abschluss des Bestandes Seniorat- und Linienseniorat.

Erstmals seit 1971 besuchten über 100 Nutzer das Hohenlohe-Zentralarchiv. Es ist durch die intensivierte Öffentlichkeitsarbeit gelungen, die Nutzungsfrequenz zu steigern. Wieder war der Anteil ausländischer Nutzer (sieben Personen) vergleichsweise hoch.

Mit drei Ausstellungen erinnerte das Hohenlohe-Zentralarchiv an interessante historische Themen. Der 250. Geburtstag Mozarts war Anlass für die Internetausstellung "Mozart und Hohenlohe". Für den Tag der Archive wurden "Feste in Hohenlohe" präsentiert. Reizvoll gestaltete Einladungen, prächtige Festprogramme, Noten für Festmusiken, Tanzprogramme und vieles mehr war zu sehen. "Schillingsfürst. Schloss, Linie und Herrschaft" wurde im Juli/August in der Kreissparkasse Künzelsau gezeigt. Die Archivalienausstellung war mit Gegenständen aus Schloss Schillingsfürst aufgelockert. Blickfänger waren der ausgestopfte Bär, den ein Schwager des Reichskanzlers Chlodwig erlegt hatte, sowie einige Stücke vom Schreibtisch des Reichskanzlers. Darüber hinaus unterstützte das Hohenlohe-Zentralarchiv neun Ausstellungen anderer Veranstalter mit Leihgaben, deren Zahl mit 97 ungewöhnlich hoch ausfiel.

Acht Führungen durch das Hohenlohe-Zentralarchiv fanden statt, an denen insgesamt 148 Personen teilnahmen. Eine kindgerechte Führung für das Neuensteiner Kinderferienprogramm und die Präsentation von altersgerechten Archivalien ermöglichte Kindern im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren, ein Archiv einmal von innen kennen zu lernen. Anlässlich des 250. Geburtstags Mozarts präsentierte das Hohenlohe-Zentralarchiv den Kindern der Klasse 5 und 6 der Grund- und Hauptschule Neuenstein die Noten der Bartensteiner Zauberflötenaufführung. An drei Abenden fand im Vortragsraum ein Lesekurs zum Thema "450 Jahre Reformation in Hohenlohe" statt.

Durch Vorträge beteiligte sich das Hohenlohe-Zentralarchiv intensiv an den Ereignissen und Themen der Region. Auf der Schöntaler Tagung unter dem Thema "Neue Forschungen zur Geschichte Hohenlohes" wurde das Archiv als "Gedächtnis Hohenlohes" vorgestellt und seine Bedeutung für die Erforschung Hohenlohes betont. Auf einem Stuttgarter Symposion fand Leben und Wirken des Fürsten Ernst II. zu Hohenlohe-Langenburg ausführlich Erwähnung. Ein Vortrag mit Bildern stellte die öffentlich nicht zugängliche Gruft der Neuensteiner Kirche vor. 4 Beiträge in den Archivnachrichten informieren über einige neu erschlossene Langenburger Nachlässe, über die Online-Findmittel des Hohenlohe-Zentralarchivs und ihre Nutzung, über den Tag der Archive in Neuenstein sowie über die Ausstellung "Schillingsfürst. Schloss, Linie und Herrschaft".

Infolge großzügiger Ausstattung mit neuer Hardware steht nun auch ein Rechner für die Nutzer im Lesesaal zur Verfügung. Über Internet können sie in den Online-Findmitteln recherchieren. Der Netzserver wurde endlich auch als Druckerserver eingerichtet, so dass jeder Netzteilnehmer den Bürokopierer als Drucker nutzen kann. Im Berichtsjahr gelang die Anbindung des Hohenlohe-Zentralarchivs an "Scope" über Remote-Zugriff auf den Scope-Server in Ludwigsburg. Zur mobilen EDV-Nutzung erhielt das Hohenlohe-Zentralarchiv einen Laptop, der in jedem Raum als Scope-Client betrieben werden kann.

Die Dienstbibliothek wuchs um 73 Bände, womit sie nun 7.900 katalogisierte Einheiten umfasst. Die Mitarbeiter des Hohenlohe-Zentralarchivs mussten 2006 für eine ungewöhnlich lange Zeit den Ausfall eines erfahrenen Kollegen kompensieren, der durch eine schwere Erkrankung über 6 ½ Monate ausfiel. Dies gelang durch engagierten Arbeitseinsatz. Alle Mitarbeiter verdienen für ihre effiziente, zielgerichtete und erfolgreiche Arbeit außerordentlichen Dank.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: