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Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2007 >> Abteilung 7: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Abteilung 7: Hauptstaatsarchiv Stuttgart

Arbeitsschwerpunkte

Das Jahr 2007 war im Hauptstaatsarchiv gekennzeichnet durch die Fortsetzung bisheriger Arbeitsschwerpunkte - wie Konversion und Abbau von Erschließungs- und Verpackungsrückständen - sowie eine intensive Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit mehreren Ausstellungen und einer Vielzahl von Veranstaltungen. Dass trotz einer immer dünner werdenden Personaldecke alle Arbeitsvorhaben umgesetzt und die Standards gewahrt werden konnten, ist dem großen Einsatz und Engagement aller ständigen und nichtständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken. Ihnen allen gebührt der ausdrückliche Dank der Abteilungsleitung.

Überlieferungsbildung

Im Bereich der Überlieferungsbildung fiel die Übernahme von Registraturgut der Ministerien im Berichtsjahr verhältnismäßig gering aus, da zum einen die archivischen Bewertungskriterien sehr restriktiv angewandt wurden, zum anderen sich bei mehreren Ministerien die Abgabe bereits bewerteter Akten verzögerte. Dafür sind in den kommenden Jahren umfangreichere Ablieferungen des Innenministeriums zu erwarten, das seinen Standort wechseln und daher seine Registraturen entlasten wird. Besonders hervorzuheben ist, dass es nach langen Bemühungen gelungen ist, den Nachlass des Staatspräsidenten Eugen Bolz, von dem bislang nur Splitter verwahrt wurden, zu übernehmen und damit auf Dauer zu sichern und zugänglich zu machen. In starkem Maße in Anspruch genommen wurde das AV-Archiv als zentrale Einrichtung für AV-Materialien des Landesarchivs. Insbesondere aus der Zuständigkeit des Staatsarchivs Ludwigsburg wurden Materialien übernommen - wie Film- und Tondokumente zum RAF-Prozess und Tonbänder zum so genannten Ulmer Einsatzgruppenprozess 1958 -, die sogleich stark nachgefragt waren und daher technisch bearbeitet und für die Nutzung zugänglich gemacht werden mussten.

Bestandserhaltung

Gute Ergebnisse konnten ebenfalls in der Bestandserhaltung erzielt werden. Der Umfang der regalfertig verpackten Archivalien wurde gegenüber dem Vorjahr noch einmal gesteigert und übertrifft bei weitem den Umfang des Zugangs, so dass Verpackungsrückstände abgebaut werden konnten. In der hauseigenen Restaurierungswerkstatt lag der Schwerpunkt auf der Behandlung von Lagerbüchern sowie auf der Instandsetzung genealogischer Tafeln (J 90). Mittel des Landesrestaurierungsprogramms wurden darüber hinaus für die Entsäuerung des Bestandes Kultministerium, Abt. Kunst (EA 3/201) eingesetzt.

Erschließung

Bei der Erschließung wurden Schwerpunkte der Vorjahre fortgesetzt: Dazu gehören die Erschließung der weltlichen Lagerbücher der Oberämter, der nicht oder nur kursorisch verzeichneten Bestände des Landtagsarchivs und der Überlieferung des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten. Letzteres ist nun, abgesehen von den Akten einiger temporärer Kommissionen, nahezu vollständig erschlossen. Nun gilt es, die komplexe Tektonik in eine transparente Klassifikation zu fassen. Im Bereich der Älteren Bestände wurde zudem die Einordnung der umfangreichen Überlieferungskomplexe, die 2006 vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv im Rahmen des baden-württembergischen Beständeausgleichs abgegebenen worden waren, in Angriff genommen. Während die Urkunden und Akten der Klösterbestände eingegliedert bzw. in neuen Beständen formiert werden konnten, steht die abschließende Bearbeitung der Bestände der Deutschordenkommende Altshausen und der Herrschaft Weiltingen aus und ist derzeit mit Stammpersonal nicht zu leisten.

Erwähnung verdienen unter anderem neue Findbücher zu den Hof-, Residenz und Spezialrechungen (A 19a), zum Politischen Kriminalprozess zu Joseph Süß-Oppenheimer (A 48/14), zu Wiltrud Herzogin von Urach, Gräfin von Württemberg (GU 119), Beilagen zu den Einnehmerei-Rechnungen des Landtags (L 11) sowie zu militärischen Bildsammlungen und Personalakten. Abgeschlossen wurde zudem die Bearbeitung des druckfertigen Manuskripts des Nachtragsband zu den Stuttgarter Reichskammergerichtsakten, der 2008 erscheinen soll.

Beteiligt ist das Hauptstaatsarchiv am Projekt "Bernstein", das von der Europäischen Kommission noch bis Frühjahr 2009 finanziert wird; der Arbeitsauftrag beinhaltet die terminologische Überarbeitung und mehrsprachige Übersetzung der Datenbank "Piccard-Online" zum Aufbau eines internationalen Wasserzeichenportals. Im Berichtsjahr wurde vordringlich der terminologische und mehrsprachige Abgleich mit anderen großen Wasserzeichendatenbanken betrieben.

Konversion von Findmitteln

Einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt bildete die Konversion, die überwiegend mit Arbeitskräften aus dem zweiten Arbeitsmarkt (Eingliederungszuschüsse, Arbeitsgelegenheiten) erfolgt. Auch durch Texterkennung (OCR-Verfahren) konnten bei der Digitalisierung erfreuliche Ergebnisse erzielt werden. Vorrangig wurden maschinenschriftliche Findmittel digitalisiert. Allerdings zeigte sich bei zunehmend schwierigeren Findmitteln, namentlich bei Abgabelisten und handschriftlichen Verzeichnissen, dass der Betreuungsaufwand steigende Tendenz aufweist. Auch die nachträgliche Klassifikation bisher unstrukturierter Bestände erfordert erhebliche zeitliche Ressourcen. Insgesamt konnten 213 Findmittel online recherchierbar gemacht werden (Internet und Intranet). Damit sind inzwischen fast alle maschinenschriftlichen Repertorien der E-, EA- und M-Bestände online zugänglich, des weiteren wurden in nennenswertem Umfang Findbücher zu Amtspflegen, zur Überlieferung des Fürstbistums Konstanz und zu Sammlungsbeständen und Nachlässen konvertiert. Ein Desiderat ist nach wie vor die arbeitsaufwändigere und schwierigere Konversion handschriftlicher Findmittel, für die Fachpersonal erforderlich ist.

Nutzung

Die verstärkte Internet-Präsenz und steigende Zahl der Online-Findmittel führt zu Veränderungen im Bereich der Nutzung. Zum einen steigt die Zahl der Nutzer, die ihren Archivbesuch mittels des Internets vorbereiten und die elektronische Archivalien(vor)bestellung nutzen. Zum anderen wird auch bei Anfragen konkret auf online recherchierte Archivalieneinheiten Bezug genommen; teilweise ersetzt die Bestellung von Reproduktionen den Archivbesuch. Dies führt auch zu einem Rückgang der Nutzungszahlen. Die in 2006 gestiegene Zahl der Nutzungen fiel im Berichtsjahr wieder auf das Niveau der Vorjahre zurück.

Bildungsarbeit

Eine sehr große Resonanz fanden die umfangreichen Aktivitäten und Angebote im Bereich der historischen Bildungsarbeit. Aus Anlass aktueller Jubiläen bereitete das Hauptstaatsarchiv zwei größere Ausstellungen vor: In der ersten Jahreshälfte die Ausstellung "Im Takt der Zeit - 150 Jahre Musikhochschule Stuttgart" (in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart), in der zweiten Jahreshälfte die Ausstellung "Landschaft, Land und Leute - politische Partizipation in Württemberg 1457-2007" (im Landtag, in Kooperation mit dem Landtag von Baden-Württemberg). Zu beiden Ausstellungen, die mit großem Erfolg gezeigt wurden, erschienen Kataloge und wurden wissenschaftliche Tagungen organisiert. Führungen und - im Falle der Ausstellung zur Musikhochschule - historische Konzerte rundeten das Rahmenprogramm ab. Im Rahmen der "Moskauer Tage in Baden-Württemberg" übernahm das Hauptstaatsarchiv im Juli auf Wunsch des Staatsministeriums die Ausstellung "Moskau - Baden-Württemberg. Geschichte in Dokumenten" des Moskauer Hauptarchivs. Als "Archivale des Monats" erfolgten drei Präsentationen: "Beschlagnahmte Briefschaften. Der Kriminalprozess gegen Joseph Süß Oppenheimer 1737-1738" (Febr./März), "Wo die roten Fahnen wehten. 100 Jahre Sozialistenkongress" (Sept./Okt) und "Ein Schwabe im Goldland Ophir? Die Entdeckung der Ruinen von Zimbabwe durch Karl Mauch 1871"(Nov./Dez.). Dazu wurden zahlreiche Wanderausstellungen vorbereitet und organisiert: Auf Wanderschaft gingen "Mozart auf dem Weg nach Paris" (Paris), "Wasserzeichen des Mittelalters" (Wien, Fabriano, Rom) und "Heute gesichert - gerettet für die Zukunft" (Wertheim).

Das Hauptstaatsarchiv beteiligte sich wiederum an der "Langen Nacht der Museen" (Thema: "Joseph Süß Oppenheimer") sowie an der "Französischen Woche" (Thema: Musikalisch-literarische Soirée zur Kultur der Gärten).

Archivpädagogik

Durch die Intensivierung der Kontakte zu den Schulbehörden sowie das Projekt des Mitarbeiters im "Freiwilligen Sozialen Jahr Kultur" wurde der Bereich der Archivpädagogik ausgebaut. Mit dem Projekt "Geschichte hautnah" wurde ein lehrplanorientiertes Angebot entwickelt, das bei quellenbezogene Führungen für Schulklassen und der Quellenarbeit im Archiv zum Einsatz kommt. Das Projekt wurde mit einer Internetpräsentation und einer Quellenmappe abgeschlossen. Das Angebot wird kontinuierlich ausgebaut. Die Führungen von Schulklassen - häufig verbunden mit Quellenpräsentationen - nahmen deutlich zu. Auch darüber hinaus war der Wunsch groß, die Arbeit und die "Schätze" des Hauptstaatsarchiv kennenzulernen: Mit über 1000 geführten Personen wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

Ausbildung

Als zentrales Ausbildungsarchiv des Landesarchivs war das Hauptstaatsarchiv wieder für die praktische Ausbildung von Referendaren und Anwärtern verantwortlich. Am 1. Mai begann die praktische Ausbildung für den 42. wissenschaftlichen Lehrgang für die Ausbildung für den höheren Dienst mit drei Referendaren; am 1. Oktober traten 8 Archivinspektoranwärter/innen ihre Ausbildung für den gehobenen Archivdienst an. An der Betreuung und Anleitung der Referendare und Anwärter sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des höheren und des gehobenen Archivdienstes beteiligt. Stark nachgefragt waren auch Praktika; aus räumlichen und personellen Gründen konnten diesbezügliche Wünsche aber nicht alle erfüllt werden.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: