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Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2007 >> Abteilung 6: Staatsarchiv Sigmaringen

Abteilung 6: Staatsarchiv Sigmaringen

Arbeitsschwerpunkte

Das Jahr 2007 war für die Abteilung gekennzeichnet durch die prekäre Personalsituation, die Auswirkungen auf die Erledigung aller Fachaufgaben hatte.

Im Januar 2007 ging der Mitarbeiter, der die Aufgaben des Magazindienstes und der Aktenversendung an Behörden und Gerichte wahrgenommen hatte, in Rente. Im September wurde Dr. Otto H. Becker in den Ruhestand verabschiedet. Dr. Becker hatte über ein Vierteljahrhundert am Staatsarchiv gewirkt und besonders durch seine fundierten Recherchen und eingehende Benutzerberatung wesentlich zur Kundenfreundlichkeit des Staatsarchivs beigetragen.

Aufgrund der Vorgaben der Verwaltungsreform werden beide Stellen nicht mehr besetzt.

Seit Juli fällt ein weiterer Mitarbeiter des höheren Dienstes krankheitsbedingt aus.

Die Personalausfälle konnten nur zum kleinen Teil durch Umschichtungen von Aufgaben aufgefangen werden. Einzelne Aufgaben wurden mit Hilfe von Werkverträgen ausgelagert bzw. Zeitangestellten übertragen. Für die Benutzer bedeutet die Reduzierung der Lesesaalöffnungszeiten eine Einschränkung: Seit 2. November ist der Lesesaal montags geschlossen.

Den Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung gebührt besonderer Dank. Denn mit ihrem außergewöhnlichen Engagement haben sie erreicht, dass die Benutzer, die Öffentlichkeit und die Partner in der Verwaltung trotz des Personalengpasses auf gewohnte Standards nicht verzichten mussten.

Die Überlieferungsbildung musste im Wesentlichen darauf beschränkt werden, auf Aussonderungsvorhaben von Behörden und Gerichten zu reagieren. Eine aktive Behördenbetreuung konnte angesichts der Personalsituation nicht stattfinden. Dementsprechend waren die Neuzugänge mit 89 lfd. m sehr gering.

Die Bestandserhaltung machte große Fortschritte bei der sachgerechten Verpackung des Archivguts. Arbeitsgelegenheiten der Arbeitsverwaltung, aber auch eine Projektstelle des Landesrestaurierungsprogramms ermöglichten es, 800 Regalmeter Archivgut zu verpacken. Damit wurden die Zahlen der Vorjahre deutlich übertroffen. Der Anteil des regalfertig verpackten Archivguts am Gesamtbestand stieg von 31 Prozent auf 36 Prozent.

Das Landesrestaurierungsprogramm ermöglichte es auch 2007, historisch besonders wertvolle Bestände aus der Ministerialüberlieferung des Landes Württemberg-Hohenzollern, insgesamt 53 Regalmeter, der Massenentsäuerung durch Dienstleister zu unterziehen. Dabei traten erstmals gravierende Probleme auf: In einem Teilbestand des Innenministeriums wurden Ministervermerke, die mit einem bestimmten Grünstift geschrieben worden waren, beinahe bis zur Unkenntlichkeit ausgebleicht. Zu einer ersten Hochrechnung des Schadens wurden 3100 Schriftstücke untersucht, teilweise fotografiert und fototechnisch nachbearbeitet.

Wegen Renovierungsarbeiten in der Restaurierungswerkstatt konnten ab Ende Oktober keine Restaurierungsarbeiten mehr durchgeführt werden.

Die systematische Durchsicht von Karten und Plänen sowie Pergamenturkunden auf Schäden wurde fortgesetzt.

Im Rahmen der Archivpflege wurde mit der Regestierung der Urkunden begonnen, die im Archiv der Freiherren von Freyberg in Allmendingen verwahrt werden. Die Maßnahme wird von der Stiftung Kulturgut gefördert. Der Eigentümer beteiligt sich mit einem namhaften Eigenanteil an den Projektkosten.

Dank gezielter Erschließungsmaßnahmen erhöhte sich der Anteil des in Online-Findmitteln erschlossenen Archivguts gegenüber 2006 von 15 auf 20 Prozent. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf die Konversion bestehender Findmittel gelegt. Durchgeführt wurden die Konversionsprojekte vorwiegend im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten der Arbeitsverwaltung. Durch Betreuungs- und Redaktionsarbeiten war jedoch auch der gehobene Dienst stark damit gebunden. Weitere wichtige Bestände werden 2008 im Rahmen eines DFG-Projekts online verfügbar gemacht. Hierzu wurden umfangreiche Vorarbeiten geleistet.

Das von der Stiftung Kulturgut des Landes Baden-Württemberg geförderte Projekt zur Verbesserung des Erschließungszustandes der Rentamtsüberlieferung im "Depositum Fürstlich Hohenzollernsches Haus- und Domänenarchiv" wurde abgeschlossen. Dabei wurden 5658 Akten der Rentämter Achberg, Beuron, Haigerloch, Hechingen und Wald durch Internetfindmittel erschlossen. Nach der Endredaktion werden im Laufe des Jahres 2008 weitere 5000 Titelaufnahmen des Bestandes Hofkammer ebenfalls in das Internet eingestellt werden können. Das ebenfalls von der Stiftung geförderte Erschließungsprojekt der Archive der Grafen und Freiherren Schenk von Stauffenberg kam planmäßig voran.

Professor Dr. Rudolf Seigel legte das Druckmanuskript zum Regestenwerk "Die Urkunden des Reichsstifts Buchau bis 1500" ab. Der Band soll im Frühjahr 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Dampflokomotiven im Planbetrieb und das Betanken von Dampflokomotiven mit Wasser in den 1960er Jahren sind nur zwei Motive, die in der Sammlung Botho Walldorf fotografisch dokumentiert sind. Erste Aufnahmen aus der Sammlung sind nunmehr als Digitalisate im Internet zugänglich.

Im Lesesaal wurde im Januar das landesweite elektronische Bestell- und Benutzerverwaltungsverfahren eingeführt. Mit dem neuen System wurde auch die Erhebung der Benutzungsstatistiken auf eine neue Grundlage gestellt. Dies erklärt zum Teil den Rückgang der Benutzerzahlen gegenüber dem Vorjahr. Waren 2006 die höchsten Zahlen an Benutzeranträgen (448) und Benutzertagen (1710) seit Bestehen des Staatsarchivs erreicht worden, so sanken diese Zahlen nunmehr auf 380 Personen bzw. 1493 Nutzertage, das heißt um 15 bzw. 12 Prozent. Der prozentuale Rückgang bei den Anfragen und Behördenausleihen war noch größer und lag bei jeweils 18 Prozent. Lediglich die Zahl der ausgehobenen Archivalieneinheiten nahm um 6 Prozent zu.

Als Reaktion auf den Stellenabbau soll künftig die Ausleihe von Bauakten an Baurechtsämter rationeller abgewickelt werden. Die Findmittel zu den einschlägigen Beständen werden in das Internet eingestellt, so dass die benötigten Bauakten mit der korrekten Archivsignatur online bestellt werden können. Seit November wird für die Bauakten des heutigen Landkreises Sigmaringen das neue Verfahren angewandt.

Für die historisch interessierte Öffentlichkeit hat das Staatsarchiv ein neues Angebot entwickelt: Archivalienlesungen mit Musik. Es fanden vier Veranstaltungen statt, in denen, umrahmt von musikalischen Darbietungen, zu bestimmten Themen aus Originaldokumenten des Staatsarchivs gelesen wurde. Den Auftakt bildete im Mai eine Lesung zur Musikgeschichte, die durch das Kammerensemble der Akademie für Alte Musik in Baden-Württemberg mit dem international bekannten Londoner Violinvirtuosen Simon Standage eine besondere Note erhielt.

Von Juni bis Oktober präsentierte das Staatsarchiv in seinen Räumen die Ausstellung "Bismarcks Reichstag". Diese von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus konzipierte Ausstellung hat die historischen Aufnahmen zum Gegenstand, die der Berliner Fotograf Julius Braatz 1889 fertigte. Ein Begleitvortrag über Reichstagsabgeordnete aus Hohenzollern bettete die Ausstellung in die Verfassungs- und Regionalgeschichte ein.

Wie bereits in den vergangenen Jahren nahmen in den Sommerferien wieder viele Feriengäste und Daheimgebliebene an den öffentlichen Führungen teil.

Die Nutzerseminare des Staatsarchivs stießen wiederum auf großes Interesse. In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung wurde am 11. Mai ein Seminar zur "Einführung in die Archivarbeit" angeboten. Das in Zusammenarbeit mit dem Volkshochschulheim Inzigkofen und dem Verein für Familien- und Wappenkunde in Württemberg und Baden veranstaltete Seminar "Ahnenforschung online", das 2003 erstmals durchgeführt worden war, wurde auch 2007 wiederholt.

In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten wurden zwei Seminaren der Hochschule in ganztägigen Veranstaltungen das Staatsarchiv und ausgewählte Originalquellen vorgestellt. Ein Praktikum vermittelte einer Studierenden der Universität Greifswald Einblicke in den Beruf des Archivars.

Der Anschluss der Dienstbibliothek an den Südwestdeutschen Bibliotheksverbund verbessert den überregionalen Zugriff auf diese landeskundliche Spezialbibliothek und bedeutet zugleich eine wesentliche Rationalisierung bei der Katalogisierung.

Seit Ende des Jahres verfügt das Staatsarchiv über eine Glasfaseranbindung als Zugang zum Internet.

Die Magazine des Staatsarchivs sind an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Das Amt Ravensburg von Vermögen und Bau Baden-Württemberg hat deshalb für das Staatsarchiv ein Außenmagazin angemietet, das alle archivfachlichen Anforderungen zur sachgerechten Unterbringung von Archivgut erfüllt. Das Magazin mit einer Kapazität von knapp 1000 Regalmetern wurde im August bezogen.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: