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Landesarchiv >> Jahresberichte >> Jahresbericht 2007 >> Abteilung 5: Außenstelle Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein

Abteilung 5: Außenstelle Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein

2007 war für das Hohenlohe-Zentralarchiv ein schwieriges, aber dennoch erfolgreiches Jahr. Nach dem Ausscheiden des langjährigen und erfahrenen Mitarbeiters des gehobenen Dienstes im Mai musste die Kontinuität gewahrt werden. Wechselnde, meist nicht für die Aufgabe ausgebildete Mitarbeiter waren immer wieder neu einzuarbeiten. Drei Mitarbeiter verließen das Hohenlohe-Zentralarchiv, zwei kamen neu hinzu und fünf Praktikanten absolvierten relativ längere Praktika (Maximum 3 Monate). Trotz der starken personellen Fluktuation konnten alle gesetzten Ziele erreicht und alle archivischen Fachaufgaben erledigt werden. Mit Nachdruck wurde die engagierte Öffentlichkeitsarbeit fortgeführt, im Bereich der Erschließung und Nutzung wurden Rekordwerte erzielt.

Die Zahl der Erstnutzer erreichte einen neuen Höchststand: 109. Von 1971 bis 2006 bewegte sie sich deutlich unter 100, 2006 wurde der Wert 105 erreicht. Auch die Zahl der genutzten Archivalieneinheiten stieg, ebenso die der schriftlichen Anfragen um 40 auf 179. Viele Anfragen erfolgen inzwischen unkompliziert per E-Mail, deren Anteil ständig zunimmt. Die Steigerung der Nutzung ist Folge der intensivierten Öffentlichkeitsarbeit und der verstärkten Präsenz im Internet.

Mit Beginn des Jahres führte das Hohenlohe-Zentralarchiv die neue elektronische Nutzerverwaltung des Landesarchivs ein. Die häufig wechselnden Kräfte der Lesesaalaufsicht und ihre Vertretung waren in das neue Verfahren einzuarbeiten. Vorteil des neuen Systems ist die bessere Verfügbarkeit der Nutzerdaten und die automatisch errechneten statistischen Werte. Für die Archivnutzer besteht hierdurch die Möglichkeit, einen Archivbesuch durch Onlinebestellung der Archivalien in den Lesesaal besser vorbereiten zu können. Die elektronische Nutzerverwaltung ist wesentliches Element der Modernisierung der Archive und aus ihnen nicht mehr wegzudenken.

Die intensive Öffentlichkeitsarbeit der vergangenen Jahre wurde fortgeführt. Die eine Ausstellung des Berichtsjahres erreichte mehr Menschen als die drei Ausstellungen im Vorjahr zusammen. Sie war der Geschichte von Schloss, Amt und Herrschaft Schillingsfürst gewidmet und stellte zentrale und ansprechende Archivalien zusammen, die in der Ludwig-Doerfler-Galerie in Schillingsfürst ein halbes Jahr lang gezeigt wurden. Ziel war, die nun bayrische Region an ihre hohenlohische Geschichte zu erinnern. Wegen seiner räumlichen Nähe zum Schloss erreichte das Museum auch Schlosstouristen, die von weither kamen. Das Hohenlohe-Zentralarchiv unterstützte außerdem vier Ausstellungen Dritter mit insgesamt 15 Leihgaben. Themen waren das Jubiläum des Klosters Schöntal, die Ellwanger Hexenverfolgungen und der Neuensteiner Baumeister Georg Kern.

Insgesamt wurde versucht, in Veranstaltungen einschlägige historische Themen der Region Hohenlohe aufzuarbeiten. Ein gut besuchter Vortrag widmete sich im Rahmen der Reihe "Auf den Spuren des alten Neuenstein" der Geschichte des Neuensteiner Teilortes Kirchensall. Dieses Dorf verfügt über eine interessante Geschichte, weshalb der Vortrag vergleichsweise viel Publikum erreichte. Der 300. Geburtstag des "Öhringer Bachs" Johann Heinrich Bach, ein Neffe Johann Sebastian Bachs, wurde mit einer Internetausstellung gewürdigt, die auf die Neuensteiner Archivalien als maßgebliche Quellen hinwies. Johann Heinrich Bach wirkte 48 Jahre lang als Lehrer und Organist in Öhringen. Auch ein Vortrag über die intensiven Beziehungen des Hauses Hohenlohe zu Thüringen fand reichlich Beachtung. Ein Archivalien-Lesekurs widmete sich an drei Abenden dem Schicksal einer Langenburgerin, die der Hexerei bezichtigt und trotz Freispruch durch die Herrschaft in der Bevölkerung weiterhin als Hexe angesehen und behandelt wurde. Die einschlägigen Schreiben der Akte des ausgehenden 17. Jahrhunderts wurden in der Gruppe gemeinsam gelesen und besprochen.

Durch Führungen konnten wichtige Gruppen für das Hohenlohe-Zentralarchiv interessiert werden. Ein Proseminar der Universität Würzburg erhielt eine Führung speziell zum Seminarthema "Geschichte der Niederlande in der frühen Neuzeit" und wurde auf einschlägige Archivalien des Hauses verwiesen. Eine Gruppe der Universität Erlangen unternahm im Rahmen einer Hohenlohe-Exkursion eine Archivführung im zentralen Archiv der Region. Auch der Sozial-, Kultur- und Umweltausschuss des Hohenlohekreises und, anlässlich eines Treffens in Neuenstein, die Kreisarchivare aus Baden-Württemberg informierten sich im Rahmen einer Archivführung über das Hohenlohe-Zentralarchiv. Damit wurden wichtige Multiplikatorengruppen angesprochen.

Durch die Presse wurde auf die weitgehend unbekannte hohenlohische Tradition von vier pfälzischen Dörfern in der Gegend von Worms aufmerksam gemacht. Auch 2007 erhielt das Hohenlohe-Zentralarchiv insgesamt eine gute Resonanz in der Presse.

Die Erschließung ist traditioneller Schwerpunkt der Tätigkeiten im Hohenlohe-Zentralarchiv. Hier konnten sowohl bei den erschlossenen Regslmeter (fast 75) wie auch den verzeichneten Archivalieneinheiten (ca. 3650) die Werte des Vorjahres deutlich übertroffen werden. Der Schwerpunkt lag wie im Vorjahr im Bereich des Archivs Öhringen. Es konnten für dieses Linienarchiv zwei umfangreichere Findbücher (Oe 105 Domänenkanzlei II und Oe 215 Serienakten und -bände betreffend Reichstag, Reichshofrat, Reichskammergericht, Fränkischer Kreis und Fränkisches Reichsgrafenkolleg) fertiggestellt werden, die insgesamt 50,6 Regalmeter erschließen. Neu erschlossen wurden im Archiv Öhringen ca. 2400 Verzeichnungseinheiten in 44,5 Regalmetern. Die übrigen Archive wurden aber nicht vernachlässigt: aus den GA Beständen wurde ein Findbuch (GA 68 Hohenlohische Museumsverwaltungen) fertig, aus den Beständen des Archivs Bartenstein 2 (Ba 5 Urkunden und Ba 130 Nachträge), aus den des Archivs Kirchberg 3 (Ki 66 Landesteilungen, Ki 69 Domänenkanzlei: Forstakten und Ki 82 Amtsbücher), und aus den Archiven Langenburg (La 140a Nachlass Fürst Hermann: Nachtrag) und Weikersheim (We 130 Sammlung Friedrich Leopold Erhardt) jeweils 1 Findbuch. 2007 wurden somit 10 Findbücher fertiggestellt, die fast 90 Regalmeter Archivgut einer wissenschaftlichen oder sonstigen Nutzung verfügbar machen.

Die Präsenz des Hohenlohe-Zentralarchivs im Internet wurde weiter ausgebaut. Auf Veranstaltungen und Ereignisse verwiesen zahlreiche bebilderte Internetartikeln unter der Rubrik "Aktuelles". Die bequeme Nutzung über Online-Findbücher wurde um 19 Findmittel erweitert. Nun sind schon 227 Findbücher online, sie erschließen ca. 45 % des gesamten verwahrten Archivgutes. Es zeigte sich, dass mittlerweile eine Datenpflege der schon länger eingegebenen Findbücher nötig wird. Einige Fehler und uneinheitliche Formalien konnten bereinigt werden. Die Internet-Seiten des Hohenlohe-Zentralarchivs werden verstärkt genutzt.

Das Intranet wurde um 34 Bestände erweitert. Es enthält zu den Daten des Internets diejenigen, die nicht für jedermann zugänglich sein sollen: also Daten zu gesperrten Archivalien sowie Titelaufnahmen noch nicht fertiggestellter Findbücher. Jetzt sind bereits 256 Findbücher über das Intranet nutzbar, die auf 6 Rechnern in Neuenstein vom Ludwigsburger Server abrufbar sind. Dadurch ist eine elektronische Suche bei der Benutzerbetreuung wie auch bei der laufenden Erschließung möglich, die auf einer vollständigeren Datenbasis beruht als die des Internets.

Nach wie vor erfolgt der größte Fortschritt bei der Datenergänzung durch Konversion bestehender Daten. Die Konversion von Word-Dateien wurde abgeschlossen. Neu ins Blickfeld rückt die große Gruppe handschriftlicher Repertorien vor allem aus dem 18. und 19. Jh. Hier ergeben sich neue Herausforderungen, da die Erschließungsqualität nicht so gut ist wie bei den bisher konvertierten modernen Findmitteln. Hier ist eine Vollständigkeitsüberprüfung am Bestand erforderlich wie auch eine sprachliche Normalisierung der Titelaufnahmen. Die Konversion handschriftlicher Findmittel wurde bereits begonnen und erste Erfahrungen gemacht.

Die traditionell gute und enge informelle Zusammenarbeit des Hohenlohe-Zentralarchivs mit dem ebenfalls in Neuenstein in Sichtweite untergebrachten Archiv des Hohenlohekreises wurde durch einen Vertrag zwischen Landesarchiv und Hohenlohekreis institutionalisiert und ausgeweitet. Zentrale Elemente der neuen "Archivkooperation" sind die gegenseitige Vertretung des Kreisarchivars und des Archivars des Hohenlohe-Zentralarchivs bei Urlaub und Krankheit, ein gemeinsam genutzter Lesesaal und die Einbeziehung der Bestände des Kreisarchivs in das Online-System des Landesarchivs. Dadurch werden eine Stabilisierung der Nutzerbetreuung wie auch Synergieeffekte erwartet. Für die Einbeziehung der Bestände des Kreisarchivs ist die technische Anpassung der Internetseiten bereits erfolgt. Die Möglichkeit der gleichzeitigen Recherche in den Beständen beider Archive ist auch für den Nutzer von zentralem Interesse.

Alle Mitarbeiter des Hohenlohe-Zentralarchivs, auch die nur für kurze Zeit eingestellten, verdienen außerordentlichen Dank für ihre effiziente, zielgerichtete und erfolgreiche Arbeit.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: