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Landesarchiv insgesamt

Jahresbericht 2007

Für die Jahresplanung 2007 hatten sich die Führungskräfte des Landesarchivs im Rahmen mittelfristiger Programme Ende 2006 auf die folgenden abteilungsübergreifende Ziele verständigt:

  1. Der Anteil der konservatorisch abschließend bearbeiteten und erschlossenen Bestände wird deutlich erhöht.
  2. Der Anteil der Bestände, die online zugänglich sind, wird deutlich erhöht.
  3. Vorliegende Bewertungsmodelle werden mit dem Ziel überprüft, den Umfang der Zugänge zu reduzieren.
  4. In die Überlieferungsbildung werden verstärkt digitale Unterlagen einbezogen. Es erfolgt dabei eine Verzahnung der Bewertung analoger und digitaler Unterlagen.
  5. Angebote in der Bildungs- und Öffentlichkeit werden stärker vernetzt.

Wie aus der beigefügten Tabelle ersichtlich ist, wurden diese Ziele erreicht. Einem gegenüber den Vorjahren deutlich reduzierten Zugang an Archivgut von 1.088 laufenden Regalmetern, stehen 4.107 Regalmeter an abschließend verpackten und 3.084 Regalmeter an erschlossenen Unterlagen gegenüber. So baut das Landesarchiv kontinuierlich Rückstände ab, die in der Vergangenheit bei der konservatorischen Behandlung und Erschließung der Zugänge entstanden sind.

Zugleich setzt das Landesarchiv konsequent das Vorhaben um, in einem überschaubaren Zeitraum alle Findmittel zu seinen Beständen, deren Nutzung keinen rechtlichen Beschränkungen unterliegt, über das Internet zugänglich zu machen. Der Anteil des Archivguts, dessen Inventare online zugänglich sind, wurde 2007 von 15,6 % auf 21,7 % erhöht.

Mit dem Ziel, den Umfang der Zugänge zu reduzieren, wurden die derzeit praktizierten Auswahlmodelle für die Übernahme gleichförmiger Massenakten evaluiert und in Neuansätze überführt.

Die Übernahme digitaler Unterlagen ist im verganenen Jahr Alltag geworden; ihre Bewertung erfolgt programmgemäß in enger Verzahnung mit der analogen Überlieferung. Die deutliche Zunahme des digitalen Archivguts um insgesamt 18,7 Gigabyte ist im Einzelnen auch der Statistik zu entnehmen.

Eine stärkere Vernetzung in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wurde duch die Planungen erreicht, die für die nächsten Jahre im Rahmen der neu gebildeten Arbeitsgruppe "Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit" koordiniert wurde, um z.B. landesweite Themenschwerpunkte zu bilden. Bereits 2007 wurden ein Kolloquium zur Überlieferungsbildung mit dem Titel "1968- Was bleibt von einer Generation" und Beiträge in den neu gestalteten Archivnachrichten miteinander verknüpft.

Nicht nur in der praktischen Umsetzung seiner Ziele, sondern auch in deren Fortentwicklung und Konkretisierung hat das Landesarchiv 2007 viel erreicht. Von zentraler Bedeutung für seine weitere Arbeit ist die Digitalisierungsstrategie, die Mitte des Jahres als Grundlage verabschiedet wurde (vgl. Archivnachrichten 34/2007 S. 26). Sie gibt einen Orientierungsrahmen für alle Arbeitsfelder vor, die von der Ausrichtung des Landesarchivs als Dienstleister in der digitalen Welt betroffen sind. Im nächsten Schritt wurde ein Aktionsplan zu ihrer Umsetzung erstellt, der in den nächsten Jahren abgearbeitet werden soll. Dazu gehört, dass 2008 mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft rund 60.000 Findbucheinträge digitalisiert und online verfügbar gemacht werden.

Die zahlreichen Projekte auf internationaler und nationaler Ebene, an denen sich das Landesarchiv beteiligt, um einen digitalen Zugang zu seinen Beständen zu ermöglichen wurden mit guten Ergebnissen vorangetrieben.

Von besonderer Bedeutung für alle Nutzer des Landesarchivs dürfte sein, dass nun für alle Standorte die online-Bestellung von Archivgut über das Internet möglich ist. Zudem wurden die Recherchemöglichkeiten in den elektronischen Beständeübersichten im Netz optimiert.

In gleicher Weise wichtig - wenn auch nicht von außen sofort unmittelbar wahrnehmbar - sind die Ergebnisse des Ludwigsburger Instituts für die Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut. Insbesondere durch Massenentsäuerung konnten zahlreiche Archiv- und Bibliotheksbestände dauerhaft gesichert werden.

Wiederum hat sich das Landesarchiv über seine Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit zahlreichen Angeboten an bestimme Zielgruppen und die breitere Öffentlichkeit gerichtet, um auf die Bedeutung der an seinen Standorten verwahrten Bestände aufmerksam zu machen. Um nur einige Bespiele zu nennen: Der Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union gab Anlass, aus dem reichen Fundus der Rumänien-Fotografien im Nachlass Willy Praghers, der im Staatsarchiv Freiburg verwahrt wird, gemeinsam mit dem Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landekunde in Tübingen eine Wanderausstellung zusammenzustellen, die mit großem Erfolg an verschiedenen Orten in Deutschland und Rumänien gezeigt wurde und 2008 weiter wandern wird. Auf eine positive Resonanz stieß auch die vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart gestaltete Ausstellung "Landschaft, Land und Leute. Politische Partizipation in Württemberg 1457-2007, die im Landtag zu sehen war. Erstmals konnte eine Wanderausstellung "Ludwig Marum. Für Freiheit und Recht. Reichstagsabgeordneter. Ermordet 1934" - im Deutschen Bundestag gezeigt werden. Das Staatsarchiv Ludwigsburg erinnerte mit einem vielfältigen Programm an den "Deutschen Herbst 1977". In der Öffentlichkeit fand bundesweit die Übernahme von Tonbandmitschnitten der Stammheimer Prozesse Beachtung, die nun im Landesarchiv auf Dauer verwahrt sind.

Das audiovisuelle Archiv, das beim Hauptstaatsarchiv Stuttgart angesiedelt ist, gewinnt überhaupt zunehmend an Bedeutung für den Erhalt einmaliger audiovisueller Dokumente; so konnte im Berichtsjahr auch ein Tonband-Mitschnitt der Urteilsverkündung im Ulmer Einsatzgruppenprozess von 1958 gesichert werden.

Für die Publikationen des Landesarchivs ist besonders erwähnenswert, dass 2007 gleich drei Inventare zu Adelsarchiven im Druck erschienen sind. Erschlossen sind darin Unterlagen in den Archiven der Freiherren von Mentzingen, der Freiherren von Schauenburg und der Freiherren Roeder von Diersburg. Sie belegen zugleich, dass die Adelsarchivpflege weiterhin einen hohen Stellenwert im Landesarchiv hat; möglich ist dies freilich nur dank der Förderung durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg, die das Landesarchiv auch in zahlreichen anderen Projekten unterstützt hat.

Erschienen sind die neueren Veröffentlichungen des Landesarchivs im neuen Corporate Design, das sich das Landesarchiv im vergangenen Jahr gegeben hat (vgl. Archivnachrichten 35/2007 S. 3). Es liegt auch dem neuen Erscheinungsbild der Archivnachrichten zugrunde und entspricht der von zentralen und dezentralen Elementen bestimmten Organisationsstruktur des Landesarchivs.

Das Generallandesarchiv Karlsruhe war durch die Mitarbeit seines Leiters in der Expertenkommission "Eigentumsfragen Baden" stark in Anspruch genommen. In dem von ihr erstellten Gutachten, das im Dezember 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wird die Bedeutung der archivischen Überlieferung zur Klärung der strittigen Fragen deutlich.

Für die Unterbringung des Landesarchivs hat das Jahr 2007 erfreuliche Entwicklungen mit sich gebracht. Nach der Verankerung von Mitteln für einen Erweiterungsbau des Generallandesarchivs Karlsruhe wurde noch vor Jahresmitte mit der Ausführungsplanung begonnen; der "Baggerbiss" wird 2008 erfolgen. Auch für das "Projekt Verbundarchiv" am Standort Freiburg, zu dem 2007 eine Nutzungsanforderung beim Finanzministerium eingereicht wurde, zeichnet sich eine positive Lösung ab.

Freiwerdende Stellen konnten auch 2007 in Umsetzung der Beschlüsse der Verwaltungsstrukturreform nicht wieder besetzt werden. Der fortschreitende Stellenabbau macht sich deutlich bemerkbar. Das Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein konnte der Wegfall einer Stelle durch eine neubegründete Kooperation mit dem ortsansässigen Archiv des Hohenlohekreises partiell ausgeglichen werden.

Vor dem Hintergrund sich reduzierender personeller Ressourcen ist allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umso mehr für ihre engagierte Arbeit und die 2007 erbrachten Leistungen zu danken. Gedankt sei bei diesem Jahresrückblick aber auch dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg für vielfältige Unterstützung und gute Zusammenarbeit.

Den gesamten Jahresbericht im PDF-Format zum Download finden Sie unter folgendem Link: