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Geschichte "zum Anfassen": Der Weg eines Dokuments von der Entstehung bis ins Magazin, die Aufbewahrung und Konservierung jahrhundertealter Schriftstücke - das Archiv kann auf unterschiedliche Weise in den Unterricht eingebunden werden. Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart liegen zu allen Epochen seit dem Hochmittelalter Quellen, die einen regionalen und damit persönlichen Bezug zur Lebenswelt der Schüler bieten können: Vom spätmittelalterlichen Lagerbuch der Heimatgemeinde über Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg bis zu Dokumenten über Zwangsarbeit. Lernziel ist zunächst einmal ein erster Kontakt mit dem "Informationsdienstleister" Archiv, ein Einblick in die Beschaffenheit der dort verwahrten Bestände und damit eine verminderte Scheu, das Archiv als einen Ort der Informationsbeschaffung zu nutzen. Daraus sollte ein tieferes Verständnis für die Entstehung historischer Überlieferung sowie auch für die Bedeutung der Transparenz von politischen Systemen und ihrem Schriftgut für eine funktionierende Demokratie und für das kollektive Gedächtnis entstehen. Eine daran anschließende vertiefende Quellenarbeit mit ausgewählten Originalen bedient darüber hinaus Sach–, Methoden– und Reflexionskompetenz.
Um den Besuch im Archiv sinnvoll zu gestalten, ist kein archivisches Vorwissen notwendig; allerdings ist es wünschenswert, dass die Schüler eine grobe Orientierung über die Zeit mitbringen, zu der sie arbeiten sollen, da diese Vorkenntnisse im Rahmen der Führung nur eingeschränkt vermittelt werden können.
Die Angebote des Hauptstaatsarchivs Stuttgart richten sich – mit Ausnahme des Moduls "Buchherstellung im Mittelalter" – vor allem an weiterführende Schulen. Wir bieten verschiedene Formen von Modulen oder Bausteinen an, die sich beliebig zusammen setzen lassen.
Bei dieser Führung erhalten die Schüler Rahmen einer Einführung und eines Rundgangs einen Einblick in die Funktionsweise eines Archivs, die Arbeit der Archivare, den Weg der Schriftstücke dorthin sowie Zugang zu den sonst verschlossenen Magazinräumen sowie der Restaurierungswerkstatt. Im Anschluss daran können die Schüler selbst an und mit Quellen arbeiten:
Eine Quellenarbeit kann in unterschiedlicher Intensität und Länge erfolgen – von einer kurzen Präsentation, zum Beispiel zu im Unterricht behandelten Themen, über das gemeinsame Lesen eines historischen Schriftstückes bis hin zu einer intensiven Auswertung von Archivalien unter bestimmten Fragestellungen. Vorbereitet sind Quellen zu den Themenkomplexen Vormärz und Märzrevolution 1848, Pressezensur und Pressegesetze, Arbeiterbewegung und Novemberrevolution, Weimarer Republik, Deutsche Frauenbewegung; Hinweise liefert die Quellenmappe "Geschichte hautnah".
Außerdem liegen, zum Teil als Unterrichtsentwurf vorbereitet, folgende inhaltliche Module vor:
Die Schreibstube – Buchherstellung im Mittelalter
Die Hexenverfolgung in Württemberg
Jüdische Schicksale in Südwestdeutschland
Kindsmord: der Fall der Anna Maria Ohnmaiß
Ein Fest wie ein Gemälde – Herzog Carl Eugen und die Geburtstagsfeierlichkeiten im Jahr 1764
Unterrichtsmodul politische Plakate
Ergänzend bieten wir auch spezielle Führungen für Schulklassen durch unsere
Dauerausstellung oder aktuelle Ausstellungen an.
Informationen und Anmeldungen unter Tel. 0711/212-4335 oder per e-mail hstastuttgart@la-bw.de.