Deutsche Heimschulen in Württemberg

Schüler

Heimschüler aus Schöntal verdrehen Mädchen aus Berlichingen den Kopf

In einem Schreiben an das Jugendamt in Künzelsau und den Leiter der Deutschen Heimschule Schöntal (16. März 1943) berichtet der Berlichinger Bürgermeister, dass mit den Mädchen der Volksschule seiner Gemeinde nicht mehr auszukommen sei. Vor allem zwei Mädchen machen große Probleme: "Die Mädchen sind eben rechte Luder, sehr gut gewachsen, voll entwickelt, frech und eben zu allen losen Streichen aufgelegt." Schuld an dem "leichten Lebenswandel" der Mädchen seien vor allem die Schüler der Deutschen Heimschule, "ganz gerissene Kerls, die es verstehen, den Landmädchen den Kopf zu verdrehen." Aus diesem Grund sollen die Heimschüler nicht mehr so oft nach Berlichingen kommen.
Daraufhin reagiert der Heimschulleiter mit einem weiteren Schreiben: Er habe seine Schüler öfters vor den Berlichinger Mädchen gewarnt, es ließe sich jedoch nicht vermeiden, seine "Jungmannen" auch weiterhin nach Berlichingen zu schicken, da sie dort wichtige Geschäfte erledigen müssen.

Staatsarchiv Ludwigsburg
F 448, Bü 61