Vorbemerkungen

Diese Internetseiten sollen schnellen und gezielten Zugriff auf Einzelinformationen zu den sachdienlichen Maßnahmen der präventiven Konservierung ermöglichen. Sie wurden erstellt von Thomas Fricke, Tübingen, auf Grundlage des gleichnamigen Beitrages von Anna Haberditzl in:

Der Text ist also auch dort nachzulesen.
    Bei den Hinweisen, die den Tätigkeitsfeldern und Funktionsbereichen in Archiven und Bibliotheken zugeordnet sind, handelt es sich um knapp, teilweise stichwortartig formulierte, konkrete Informationen auf neuester wissenschaftlicher Basis. Der Archivar oder Bibliothekar erhält auf diese Weise eine Sammlung von Daten und Angaben und eine Art Checkliste für die verschiedenen Maßnahmen der Bestandserhaltung.
    Konkrete Hinweise auf geeignete Produkte und Bezugsquellen im Zusammenhang mit den einzelnen Abschnitten sollen Starthilfen für eine Umsetzung der Erkenntnisse in die Praxis geben und folgen somit den namentlich von kleineren Institutionen immer wieder geäußerten Wünschen nach Hilfen solcher Art. Die Hinweise und Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sind zeitgebunden und werden daher dem technischen Fortschritt und dem Marktangebot entsprechend ergänzungsbedürftig sein. Die Angabe bestimmter Hersteller oder Bezugsquellen (Händler) ist beispielhaft zu verstehen und hat keinesfalls abschließenden Charakter. Empfehlungen werden damit nicht ausgesprochen. Es ist davon auszugehen, daß viele der genannten Produkte oder Dienstleistungen auch über andere, hier zufällig nicht erwähnte Firmen zu beziehen sind.
    Auf eine Darstellung der bekannten Schadensursachen und auch auf Begründungen einzelner Maßnahmen sowie auf Literaturzitate wird bewußt verzichtet; die diesem Papier zugrundeliegende Fachliteratur ist in Auswahl aufgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1  Kontrolliste Magazin

1.1 Klima

1.1.1 Grenzwerte

Temperatur:
empfohlen 13 - 18 ºC / maximal 25 ºC
 
relative Luftfeuchte:
40 % - 65 % (Maximalwert)
 
Klimaschwankungen (jahreszeitliche Änderung):
± 3 ºC und ± 10 % relative Luftfeuchte
täglich aber höchstens ± l ºC und ± 5 % relative Luftfeuchte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.1.2 Überprüfung der Klimawerte

Die Klimawerte müssen regelmäßig überprüft werden. Hierbei ist zu beachten:

Falls die Werte unzureichend sind, ist die Einstellung der Klimaanlage zu korrigieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.1.3 Gebäuden ohne Klimaanlage

In Gebäuden ohne Klimaanlage wird empfohlen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.2 Ventilation/Frischluftzufuhr

Es besteht die Forderung eines sechsfachen Luftaustauschs pro Stunde bei einer Frischluftzufuhr von mindestens 10 %, auch in kritischen Winkeln (von Fachleuten messen lassen).

Falls die Durchlüftung unzureichend ist, wird empfohlen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.3 Luftqualität

1.3.1 Grenzwerte
 
Schwefeldioxid (SO2) 1 µg/m3
Stickoxide (NOx) 5 µg/m3
Ozon (O3) 2 µg/m3
Partikel 50 µg/m3
 
(Messung durch Fachleute)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.3.2 Filter für Klimaanlage

Für die Klimaanlage sind folgende Filter notwendig:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.3.3 Verhalten bei defekter Klimaanlage

Falls die gemessenen Werte unzureichend sind und eine Korrektur der Klimaanlage nicht möglich ist, wird empfohlen,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.4 Licht

Grenzwerte für Lichtstärke maximal 50 lux,
UV-Anteil (300 - 400 nm) 75 µW/lm (Mikrowatt pro Lumen)

Tageslicht ist unerwünscht (UV-Anteile z. B. bei blauem Himmel 1600 µW/lm, bei bedecktem Himmel 800 µW/lm, bei direkter Sonneneinstrahlung 400 µW/lm), UV-Schutz zwingend vorgeschrieben in Form von:

Bei künstlicher Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren schwankt der UV-Anteil je nach Produkt zwischen 40 und 400 µW/lm. Nur Leuchtstoffröhren mit UV-Anteil unterhalb des Grenzwerts dürfen ohne Filter eingesetzt werden. Glühbirnen sind wegen höherer Wärmeentwicklung ungeeignet.
      Unnötiges Licht in den Magazinen ist zu vermeiden. An jedem Lichtschalter sollte ein Schild "Licht aus!" angebracht werden. Hauptschalter für die Magazinbeleuchtung sind vorteilhaft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.5 Schutz gegen Ungeziefer
  1. Alle Öffnungen nach draußen (Kabel,Rohre), Türen und Fenster sind abzudichten.
  2. Alle notwendigen Öffnungen (Fenster/Belüftungen) sind mit feinem Maschendraht zu versehen.
  3. Alle Pflanzen an oder nahe der Hauswand im Bereich der Fenster sind zu entfernen (Efeu, Wein, Sträucher, Baumzweige), ebenso alle Vogelnester.
  4. In allen Bereichen des Gebäudes, in denen sich Archiv- oder Bibliotheksgut, wenn auch nur zeitweise, befindet (Magazin, Lesesaal, Transportwege, Restaurierungswerkstätten) sind weder Pflanzen (auch getrocknete!) noch Tiere erlaubt. Auch auf Zierbewässerung (Brunnen, Teiche, Wasserspiele) ist in diesen Bereichen zu verzichten.
  5. Jedes Frühjahr (Mai/Juni) sind sämtliche Regale mit der Taschenlampe auf Spuren von Ungeziefer- oder Schimmelbefall sorgfältig zu untersuchen; bei alten Fraßspuren an Objekten sollte man mit gebotener Vorsicht klopfen - fällt heller Staub heraus, sind die Schädlinge aktiv.
  6. Bei Verdacht auf Mäuse sind nur Fallen aufzustellen; keinesfalls Gift streuen!
  7. Schwer zugängliche "dunkle Winkel" sind zu vermeiden. Die gesamte nicht von Regalen bestellte Bodenfläche muß für die Reinigung leicht zugänglich sein. Alle unmotiviert herumstehenden oder -liegenden Gegenstände sind zu entfernen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.6 Regale
  1. Jeder Regalboden soll mindestens 15 cm über dem Fußboden angebracht sein.
  2. Objekte müssen mindestens 15 cm Abstand zur Wand- und 3 cm zum nächsthöheren Regalboden haben (im übrigen sind bei der Regalaufstellung die entsprechenden Richtlinien zur Arbeitssicherheit zu beachten).
  3. Ständer, Seitenteile und Fachböden dürfen keine scharfen Ecken, Kanten oder Unebenheiten aufweisen.
  4. Objekte dürfen wegen Kondensationsgefahr keinen unmittelbaren Kontakt mit größeren Metallflächen haben. Auf flächige Seitenverkleidungen soll verzichtet werden; allenfalls sind Lochbleche möglich. Notfalls sollen Regalseitenwände mit säurefreier Pappe abgeschirmt werden.
  5. Kein Objekt darf über die Regalkante herausstehen.
  6. Kein Objekt darf schief stehen (Buchstützen!).
  7. Die Lagerung von Bänden auf den Vorderkanten ist auf die Dauer schädlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
1.7 Reinigung
  1. Die Reinigung neu zugegangenen Archiv- und Bibliotheksguts muß vor Aufstellung im Magazin erfolgen - nur saubere Objekte dürfen in die Regale!
  2. Bei der Routine-Naßreinigung des Fußbodens wird mindestens einmal wöchentlich der Zusatz eines vorbeugenden Desinfektionsmittels (Amphotensid oder sauerstoffaktives Mittel, nicht gesundheitsschädlich) empfohlen; ein Dosiergerät erleichtert die Handhabung.
  3. Aufwischlappen sollen häufig gewechselt werden.
  4. Bei starkem Staub im Magazin (siehe Luftqualität) ist der Boden und damit auch gleichzeitig die Luft regelmäßig mit einem Staubsauger zu reinigen, der mit Schwebstoffilter ausgestattet ist (siehe Bezugsquellen).
  5. Gelegentlich sind auch die Objekte abzusaugen (siehe Bestandspflege).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2  Hinweise zur Verpackung

2.1 Allgemeines

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.2 Akten

Jede Einheit erhält ein säure- und holzschlifffreies, gepuffertes Umschlagpapier (ca. 120 g/qm) nach DIN ISO 9706. Völlig ungeeignet ist Tauenpapier, Kraftpapier oder Manilakarton. Durch diesen Schutz ist der Einsatz der traditionellen Archivbehälter gerechtfertigt. Materialanforderungen an Archivbehälter: absolut säurefreie, möglichst leicht alkalische Graupappe von 1400 g/qm. Diese enthält zwar Lignin (Holzschliff), ist also nicht alterungsbeständig. Durch Minimierung des zerstörenden Einflusses von Licht, Wärme, Feuchtigkeit und Schadgasen kann der Abbau verlangsamt werden. Den voraussichtlich nach einigen Jahrzehnten notwendigen Austausch des schadhaften Behälters nimmt man in Kauf - die durch die Ligninreaktionen abgegebene Säure wird von dem inneren Umschlagpapier aufgefangen. Ein solcher Behälter erfüllt seine Schutzfunktionen ohne Einschränkung. Die Forderung nach ligninfreien Archivbehältern ist zur Zeit aufgrund des zehnfachen Anschaffungspreises nicht realistisch.
Werden die Akten in Schachteln aufbewahrt, muß gewährleistet sein, daß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.3 Einzeldokumente

Einzeldokumente werden in Sammelmappen ohne oder mit Laschen (sog. JurisMappen) aus säure- und holzschlifffreiem, gepuffertem Karton (ca. 230 - 300 g/qm) aufbewahrt. Nicht geeignet ist Manilakarton. Eventuell sollen zusätzliche Schutzumschläge aus Papier von 80-120 g/qm eingesetzt werden.

Weniger geeignet, da die Dokumente beim Herausnehmen oder Einschieben gefährdet werden, sind Umschläge mit großer Klappe (evtl. auch mit Klotzboden). Wenn solche dennoch eingesetzt werden, müssen auch diese aus säure- und holzschlifffreiem, gepuffertem, festem Papier (170-240 g/qm) bestehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.4 Pergamenturkunden

Pergamenturkunden werden idealerweise ungefaltet horizontal in flachen Schubladen oder vertikal hängend in Polyester-Taschen mit Siegelstütze aufbewahrt. Aus Kosten- und Platzgründen werden alternativ Urkundentaschen aus festem Papier zur vertikalen Lagerung in Kisten gewählt; die Urkundentaschen müssen aus säure- und holzschlifffreiem, gepuffertem, festem Papier (170-240 g/qm) bestehen.
      Besonders wichtig ist bei der Verwendung von Urkundentaschen der Siegelschutz. Es empfiehlt sich das Umwickeln mit nicht hygroskopischem Material, also kein Zellstoff/Leinen/Baumwolle, sondern glattes, säurefreies Seiden- oder Japanpapier, möglicherweise auch der Einsatz von Siegelkapseln aus Polyester.
      Urkunden mit Rissen an den Faltkanten sollten nach der Glättung und Restaurierung nicht mehr gefaltet werden. Horizontale Lagerung in flachen Schachteln (Zwischenböden aus Karton!) wird empfohlen; Anforderungen wie bei den Schachteln, siehe Akten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.5 Karten/Pläne/Graphik

Karten, Pläne und Graphiken sollen horizontal in Umschlagmappen aus säure- und holzschliffreiem, gepuffertem Karton (230-300 g/qm) gelagert werden. Nicht geeignet ist Manilakarton. Dabei sollen nicht mehr als zehn Objekte pro Mappe aufbewahrt werden. Jedes Dokument erhält einen eigenen Schutzumschlag aus Papier nach DIN ISO 9706 von 80-120 g/qm. Alternativ können säurefreie Seiden- oder Japanpapiere als Zwischenlagen verwendet werden.
      Vertikale Aufbewahrung von Großformaten (hängend) ist möglich, wenn Schädigungen durch die Nutzung ausgeschlossen sind.
      Schädliche alte Kaschierungen/Passepartouts (säure- und holzschliffhaltig, vergilbt) sowie alle Verpackungen/Einlagen aus Pergaminpapier müssen entfernt werden.
      Für neue Kaschierungen und Rahmungen darf nur säure- und holzschlifffreies Material sowie natürliche Klebstoffe (inkl. Celluloseether) verwendet werden. Für die Lagerung von Großformaten in gerollter Form gilt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.6 Bände

Im allgemeinen können Bände ohne Schutzverpackung aufbewahrt werden.

2.6.1 Bände, die zu verpacken sind

Die Verpackung ist unerläßlich für:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.6.2 Verpackungsvarianten

Je nach Bedarf und Möglichkeit sind folgende Verpackungsvarianten bei Bänden zu empfehlen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.7 Photographisches Material

2.7.1 Allgemein

Für Schachteln und Mappen gelten die gleichen Forderungen wie oben. Die die Objekte unmittelbar umhüllende Verpackung kann bestehen aus:

Pergaminpapier nach DIN ISO 10214 kann nicht empfohlen werden!
      Alle geklebten Materialien sind kritisch; im Bereich von Photos und Negativen sollte nichts mehr geklebt werden (also auch nicht etwa Photohüllen auf Karton!), auch alle Arten von Klebeetiketten sind verboten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.7.2. Glasnegative und Nitrofilme

Glasnegative dürfen - entsprechend in Spezialpapier verpackt - nur stehend aufbewahrt werden.

Bei den sogenannten Nitro-Filmen (korrekt: Cellulosenitrat) ist Vorsicht geboten. Solche wurden zwischen 1889 und 1950 produziert. Erkennungsmerkmale sind die gelblich-opake Farbe und der leichte Essiggeruch. Diese Filme sind hoch entzündlich und dürfen in den normalen Magazinen nicht gelagert werden. Sie müssen alsbald auf Sicherheitsfilm umkopiert werden. Möglicherweise ist das Bundesarchiv, das Cellulosenitrat-Filme lagern darf, an der Übernahme der Originalfilme interessiert. Sonst sind diese zu vernichten (Feuerwehr). Bis zur Umkopierung sollen die Filme separat und kühl gelagert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
2.8 Exkurs Beschriftung, Stempel

Auf den Objekten selbst dürfen nur folgende Vermerke angebracht werden:

Rückenschilder an Bänden müssen aus alterungsbeständigem Papier oder Leder bestehen und mit wasserlöslichem Klebstoff angebracht werden (z. B. Kleister, Methylcellulose).
      Verboten sind Klebeetiketten aller Art!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
3  Kontrolliste Ausheben, Reponieren

3.1 Allgemein

  1. Die Grenzwerte für Klimaschwankungen gelten im Prinzip auch für den Transport vom Magazin zum Lesesaal und im Lesesaal selbst. Als äußerstes Zugeständnis gilt eine Maximaländerung der relativen Luftfeuchte von 5% pro Tag.
  2. Transportwagen dürfen nicht überladen werden.
  3. Es ist darauf zu achten, daß niemals zu viele Objekte auf einmal getragen werden. Vorsicht bei Türen!
  4. Objekte (selbst in fester Verpackung) dürfen niemals geworfen werden und niemals fallen.
  5. Fallen beim Ausheben Schäden am Objekt auf, sind diese sofort zu melden und zu registrieren. Das Objekt ist gegebenenfalls für die Nutzung zu sperren.
  6. Essen, Trinken und Rauchen sind im Magazin verboten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
3.2 Bände
<> 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
3.3 Nichtgebundene Objekte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
4  Kontrolliste Verhalten bei der Nutzung

4.1 Bewegen und Belasten der Objekte

  1. Zur Bearbeitung dürfen jeweils nur wenige Objekte zugleich ausgegeben werden.
  2. Objekte dürfen nicht aufeinander gestapelt werden.
  3. Objekte dürfen praktisch nur beim Transport und beim Umblättern berührt werden.
  4. Objekte dürfen beim Lesen nicht gehalten werden und auch nicht mit dem Rücken gegen die Tischkante gelehnt werden.
  5. Niemals darf man sich auf die Objekte stützen (Ellbogen, Finger zum Markieren).
  6. Leseständer oder Schaumstoff-Buchstützen (siehe Bezugsquellen) und Vorrichtungen zum Festhalten der aufgeschlagenen Seite sollen zur Verfügung gestellt werden.
  7. Neu gebundene Objekte müssen schonend aufgeschlagen werden (von beiden Deckeln aus nach innen vorarbeiten).
  8. Karten und andere Großformate dürfen nicht über die Tischkante hängen (auf spezielle Tische zur Kartennutzung wird hingewiesen).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
4.2 Reinlichkeit
  1. Lebens- und Genußmittel sind im Lesesaal verboten!
  2. Vor der Nutzung sind die Hände zu waschen (aber hernach nicht einzucremen)!
  3. Niemals dürfen die Finger beim Umblättern befeuchtet werden.
  4. Handschuhe aus Baumwolle sind vorgeschrieben bei der Nutzung von empfindlichen Papieren, kolorierten Karten und Drucken, Handzeichnungen, Aquarellen, illuminierten Handschriften und photographischem Original-Material (bei der Aufsicht erhältlich).
  5. Die Arbeitsfläche muß sauber und glatt sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
4.3 Anfertigen von Notizen - Einlegen von Lesezeichen
  1. Für Notizen ist nur Bleistift zugelassen (gegebenenfalls bei der Aufsicht erhältlich). Kugelschreiber und alle anderen Schreibmaterialien sind strikt verboten!
  2. Notizen oder Anstreichungen in/auf den Objekten selbst sind streng verboten.
  3. Jedes Durchpausen, auch von Karten und Plänen, ist untersagt.
  4. Notizpapiere dürfen niemals auf die Objekte gelegt werden.
  5. Als Lesezeichen ist nur ganz dünnes Papier (z. B. Seidenpapier) erlaubt - auch Markierungen für Photoaufträge nur mit diesem Papier (hält die Aufsicht bereit). Alle Arten von Büroklammern und sonstigen Einlagen zur Markierung sowie Gummibänder sind verboten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
4.4 Verpackung der Objekte - Meldung von Schäden
  1. Sofort nach Beendigung der Arbeit oder bei Unterbrechung auch von kurzer Dauer müssen die Objekte vor Licht und Staub geschätzt werden (schließen, verpacken, Licht am Arbeitstisch löschen).
  2. Für richtiges Ein- und Auspacken der Objekte ist zu sorgen!
  3. Beim Verpacken ist auf die korrekte Reihenfolge der Objekte und ihrer Bestandteile zu achten.
  4. Die Kontrolle der Vollständigkeit und des Zustands bei der Rückgabe muß umgehend und konsequent erfolgen, möglichst in Gegenwart des Nutzers.
     
  5. Fallen Schäden am Objekt auf, sind sie sofort der Aufsicht zu melden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
5  Vorschläge zur systematischen Bestandspflege

5.1 Pflegemaßnahmen

5.1.1 Reinigung

Folgende Maßnahmen sollen regelmäßig durchgeführt werden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
5.1.2 Weitere Maßnahmen

Ebenfalls regelmäßig durchzuführen sind folgende Maßnahmen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
6  Kontrolliste Katastrophenschutz

Ergänzend zu den selbstverständlichen, auf die jeweiligen örtlichen Verhältnisse abgestimmten Maßnahmen zum Brand- und Überschwemmungsschutz sind zur Bestandserhaltung folgende zusätzliche Vorkehrungen notwendig:

6.1 Schockgefrieren und Gefriertrocknen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
6.2 Notpakete und Zubehör

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
7   Maßnahmen bei akutem Ungeziefer- und
     Schimmelbefall
7.1 Schimmel
  1. Befallene Objekte sind sofort aus dem Magazin zu entfernen!
  2. Ein Aufwirbeln der Schimmelsporen im Magazin muß vermieden werden (Behälter nicht öffnen, Bände nicht aufschlagen).
  3. Objekte müssen am separaten Aufbewahrungsort dicht abgedeckt werden.
  4. Vor einer Weiterbehandlung müssen die Objekte trocknen.
  5. Bei leichtem Befall (nur Behälter oder Leinenrücken) reicht Absaugen bzw. Abbürsten im Freien; Austausch des Behälters bzw. Abwischen des Buchrückens mit Alkohol.
  6. Bei schwerem Befall wird Begasung mit Ethylenoxid empfohlen (siehe Bezugsquellen), dann Entfernung der abgetöteten und getrockneten Kulturen durch Saugen oder Bürsten.
  7. Magazinboden und Regale sind mit stärkerem Desinfektionsmittel (formaldehydhaltig) auszuwischen, Regale nach Einwirkungszeit mit Wasser abzuwaschen.
  8. Als wichtigste Maßnahme ist die Kontrolliste Magazin (Hauptkapitel 2) mit den Schwerpunkten Klima, Ventilation und Reinigung abzuarbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
7.2 Ungeziefer (Insekten, Nagetiere)
  1. Insektenbefallene Objekte sind sofort aus dem Magazin zu entfernen!
  2. Behandlungsmethode I: Objekte in Polyethylenbeutel (bei relativer Luftfeuchte von ca. 50 %) einschweißen und bei - 30 ºC drei Tage lang tiefgefrieren.
  3. Behandlungsmethode II: Entzug von Sauerstoff durch Behandlung mit Inertgasen (Stickstoff oder Kohlendioxid).
  4. Behandlungsmethode III: Langsames Aufheizen in Wärmekammer (Thermo-Lignum-Verfahren), für Pergament und Siegel nicht geeignet (siehe Bezugsquellen).
  5. Bei Silberfischchen-Befall müssen auch Bereiche unter dem Fußbodenbelag geprüft werden.
  6. Gegen Insekten können Leimschwellen als Fallen angelegt werden.
  7. Gegen Nagetiere dürfen nur Fallen aufgestellt, keinesfalls darf Gift gestreut werden.
  8. Anti-Insekten-Sprays dürfen nicht angewendet werden.
  9. Nach festgestelltem Befall sind Böden, Regale, Lampen usw. vor der Wiederbelegung mit Desinfektionsmittel zu reinigen.
  10. Als wichtigste Maßnahme ist die Kontrolliste Magazin (Hauptkapitel 2) abzuarbeiten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
8  Maßnahmen bei akuten Wasserschäden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
9  Maßnahmen zum Arbeitsschutz

Beim Arbeiten mit verstaubten Objekten (z. B. Vorreinigung von Neuzugängen) ist auf Atemschutz zu achten. Falls keine Absauganlage vorhanden ist, sollten Schutzhandschuhe und -masken getragen werden. Die Hände können durch neuartige flüssige Handschuhe vor Schmutz geschätzt werden, nicht vor Sporen (siehe Bezugsquellen). Nach der Arbeit mit verschimmeltem Material (insbesondere vor Pausen zur Nahrungsaufnahme) ist eine Händedesinfektion vorgeschrieben (siehe Bezugsquellen). Essen im Arbeitsmantel ist verboten. Siehe auch Regalaufstellung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
10  Literatur

Umfangreichere Literaturliste zur Bestanderhaltung

Andrea Giovannini:
De Tutela Librorum - Die Erhaltung von Büchern und Archivalien. ISBN 2-88224-031-7(1995, LES ÉDITIONS I.E.S. INSTITUT D'ÉTUDES SOCIALES, 28, rue Prévost-Martin - Case postale, CH-1211 GENÈVE 4.)
 
Wolfgang Hesse, Marjen Schmidt, Sebastian Dobrusskin und Klaus Pollmeier:
Faustregeln für die Fotoarchivierung. Dritte, erweiterte und aktualisierte Auflage 1997 (Sonderheft 1 der Zeitschrift "Rundbrief Fotografie", hrsgg. vom Museumsverband Baden-Württemberg e.V.)
 
Günter S. Hilbert:
Sammlungsgut in Sicherheit; Beleuchtung und Lichtschutz, Klimatisierung, Sicherungstechnik, Brandschutz. 1996. 2. vollständig überarbeitete u. erweiterte Aufl. Gebr. Mann Verlag, Berlin. (Berliner Schriften zur Museumskunde; Bd. 6). ISBN 3-7861-1452-8.
 
Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.):
Dem "Zahn der Zeit" entrissen! Neue Forschungen und Verfahren zur Schädlingsbekämpfung im Museum. Publikationen der Abteilung Museumsberatung, Nr. 2, Köln 1997.
 
Marjen Schmidt:
FOTOGRAFIEREN in Museen, Archiven und Sammlungen. Konservieren, Archivieren, Präsentieren. Erarbeitet im Rahmen eines zweijährigen Restaurierungsprojekts der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern und des Münchner Stadtmuseums. Weltkunstverlag München, 1994. (Museums-Bausteine; Bd. 2). ISBN 3-921669-10-3.
 
Martin Strebel:
Konservierung und Bestandserhaltung von Schriftgut und Grafik. Ein Leitfaden für Archive, Bibliotheken, Museen, Sammlungen. 1995. Im Vertrieb des Schweizerischen Verbandes für Konservierung und Restaurierung, SKR/SCR Route de Chantemerle 8a, CH-1763-Granges-Paccot. 1. Auflage, ISBN 3-9520984-0-X.
 
Wolfgang Wächter:
Buchrestaurierung. 3. Auflage, VEB Fachbuchverlag, Leipzig 1987.
 
Wolfgang Wächter:
Bücher erhalten, pflegen und restaurieren. Hauswedell Verlag, Stuttgart 1997.
 
Hartmut Weber (Hrsg.):
Bestandserhaltung - Herausforderung und Chancen. Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Band 47, Kohlhammer Verlag, Stuttgart, 1997.
 
Erika Wimmer-Webhofer:
Die Konservierung von Archivalien in Literaturarchiven. Empfehlungen zur Lagerung, Benützung und Sicherung von Nachlässen. Hrsg.: Forschungsinstitut "Brenner-Archiv" (Innsbruck). - München; New York; London; Paris: Saur, 1989 (Literatur und Archiv; Bd. 3). ISBN 3-598-22082-0.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11  Bezugsquellen

Geräte, Ausstattung, Materialien, Dienstleistungen

Die genannten Bezugsquellen sind beispielhaft zu verstehen und auf den südwestdeutschen Raum konzentriert. Viele der genannten Produkte oder Dienstleistungen sind auch über andere, zufällig hier nicht aufgeführte Firmen zu beziehen.

11.1 Magazinbetreuung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11.2 Schreibstoffe - pH-Prüfung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11.3 Verpackung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11.3.1 Verpackungen für Photomaterial

Verpackungen für Photomaterial nach DIN ISO 10214:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11.4 Lesesaal - Ausstellungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11.5 Arbeitsschutz - Desinfektionsmaßnahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
11.6 Bestandspflege/Reinigung/Sofortmaßnahmen